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Verheißungsvoller Start: Der Freisinger Marc Rademacher – im Bob an Position zwei – raste Mitte Dezember beim zweiten Weltcup-Rennen in Winterberg im Vierer von Johannes Lochner auf den Silberrang. Die Enttäuschung folgte eine Woche später beim Einzelanschubtest.

Viererbob

WM in Whistler für Rademacher in weiter Ferne

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Besser hätte die Weltcup-Saison für die deutschen Viererbob-Teams nicht beginnen können: Der Auftakt mit den beiden Rennen am 15. und 16. Dezember in Winterberg entwickelte sich zu Festspielen in Schwarz, Rot und Gold – Francesco Friedrich, Johannes Lochner und Nico Walther rasten mit ihren Crews allen davon und sorgten für einen doppelten Dreifach-Erfolg. Mittendrin in der Traube der jubelnden deutschen Bob-Sportler: Anschieber Marc Rademacher (28), der in jungen Jahren mit seiner Familie zunächst in Paunzhausen und später in Freising gelebt hat.

Freising – Der Polizist, der mittlerweile in München wohnt und für den BC Bad Feilnbach startet, saß am zweiten Renntag im Vierer von Johannes Lochner – und stand am Ende auf dem zweiten Podestplatz. „Es lief zwar noch nicht alles perfekt, aber es war schon ganz gut“, sagte Rademacher nach dem ersten Weltcup-Wochenende. Da wusste er noch nicht, dass wenige Tage später ein heftiger Rückschlag folgen sollte. Ein Rückschlag, der sein großes Ziel, die WM im kanadischen Whistler, in weite Ferne rücken lassen würde.

Marc Rademacher hat sich in der Bobsport-Szene längst einen Namen gemacht: 2015 wurde er im deutschen Junioren-Vierer Weltmeister. Und in der Winter-Saison 2017/18 durfte der Ex-Freisinger erstmals im Weltcup ran. Die Bilanz: Ein vierter und ein erster Platz in Park City (USA), ein fünfter Rang in Whistler, dann noch der Sieg und der Europameister-Titel in Innsbruck-Igls – diese Ergebnisse hatten Erwartungen geweckt. Und das Beste: Rademacher durfte sich sogar „Weltcupgesamtsieger“ nennen, da er im Vierer von Champion Lochner vier Einsätze hatte. Für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang (Südkorea) hat es am Ende allerdings nicht ganz gereicht.

Marc Rademacher: „In der kommenden Saison wird sich einiges im Training ändern.“

Trotzdem hat der 28-Jährige sein Ziel, einmal bei einem ganz großen Event zu starten, nicht aufgegeben. Im Gegenteil: Nach seiner erfolgreichen Premieren-Saison im Weltcup gönnte sich Rademacher Mitte Februar 2018 eine kleine Verschnaufpause mit Urlauben in der Türkei und anschließend in Thailand. „Danach bin ich schon voll ins Training eingestiegen“, erzählt Rademacher. Seitdem ist alles auf die Weltmeisterschaften ausgerichtet, die heuer vom 25. Februar bis 10. März in Whistler steigen. „Da will ich unbedingt dabei sein, das wäre einfach fantastisch“, sagt der 28-Jährige.

Das Problem: Die Anschieber in den deutschen Spitzen-Bobs sind austauschbar, die Konkurrenz ist groß. Hinzu kommt, dass für die interne Ausscheidung nicht nur die Ergebnisse und die Startzeiten im Weltcup zählen, sondern auch die Leistungstests. Ein solcher fand am 22. Dezember – eine Woche nach den Weltcup-Rennen in Winterberg – statt. Und dieser lief für den Ex-Freisinger alles andere als zufriedenstellend. „Ich bin generell nicht derjenige, der bei den Einzeltests herausragt. Ich habe meine Stärken eher im Teamanschub“, sagt Rademacher über sich selbst. „Dennoch bin ich von meiner Leistung beim Test enttäuscht. Im vergangenen Jahr wurde das Anschubgerät von schwer auf leicht geändert – und damit komme ich nicht so gut zurecht.“

Fakt ist: Dieser Test hat Rademachers Saisonplanungen gehörig durcheinandergewirbelt. Nach dem zweiten Rang in Winterberg war der 28-Jährige fest davon ausgegangen, dass er auch bei den Weltcups am 6. Januar in Altenberg und am 13. Januar am Königssee im Vierer von Johannes Lochner sitzt. Danach sah es nun zunächst nicht aus: „Ich werde erst wieder am 20. Januar in Innsbruck-Igls an den Start gehen können“, bedauerte Rademacher.

Doch der Bob-Sport ist ein schnelllebiges Geschäft – und so kam der 28-Jährige am vergangenen Wochenende in Altenberg dann doch unverhofft zum Einsatz. Grund: Johannes Lochner stürzte am Samstag bei seinem ersten Zweierbob-Weltcup-Rennen in diesem Winter. Anschieber Christopher Weber, der ursprünglich auch für den Vierer vorgesehen war, zog sich leichte Verletzungen zu. Daher nahm Rademacher am Sonntag seinen Platz im Lochner-Viererbob ein – und fuhr auf Rang vier. „Ich denke, ich habe ihn gut vertreten“, lautet sein persönliches Fazit.

Trotzdem: „Ich habe weiterhin schlechte Karten für die WM in Whistler, weil für die Nominierungen grundlegend auch der Test im Dezember ausschlaggebend ist“, sagt Rademacher konsterniert. Und er kündigt an: „In der kommenden Saison wird sich einiges im Training ändern.“ Was genau, das werde er im Frühjahr mit seinem Trainer besprechen. „Aber ich werde auf jeden Fall mehr mit dem leichten Anschubgerät arbeiten.“ Damit er nicht nur im Eiskanal, sondern auch bei künftigen Tests zeigen kann, welche Power in ihm steckt.

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