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Unnachahmlich: Simone Blum – die 142. der Weltrangliste – und ihre Stute DSP Alice sind in Tryon in allen fünf Umläufen ohne Abwurf geblieben. Damit sind die beiden endgültig das Traumpaar des Springreitens!

Weltreiterspiele in Tryon  

Gold! Simone Blum ist Weltmeisterin

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Bronze mit der deutschen Mannschaft, Gold im Einzel: Springreiterin Simone Blum und ihre Stute DSP Alice haben bei den Weltreiterspielen in Tryon Sportgeschichte geschrieben. Die Zollingerin holte nach 1982 wieder einen WM-Titel im Einzel nach Deutschland – und konnte gar nicht fassen, was sie da vollbracht hat.

Tryon/Zolling – Noch nie hat es eine deutsche Amazone geschafft, den WM-Titel in der gemischten Konkurrenz zu holen. Doch dann kam Simone Blum: Die Zollingerin hat am Sonntagabend mitteleuropäischer Zeit das Einzelfinale bei den Weltreiterspielen in Tryon gewonnen. In fünf Durchgängen seit Mittwoch blieb die 29-Jährige mit ihrer Stute Alice ohne einen Abwurf – der Zeitstrafpunkt im zweiten Umlauf der Einzelentscheidung, er fiel nicht mehr ins Gewicht. Als Alice auch die letzte Hürde genommen hatte, reckte Simone Blum die Hände gen weißblauen Himmel, sie herzte und küsste ihre Stute. Es war geschafft – Gold für WM-Debütantin Blum, Zolling hat eine Weltmeisterin! „Ich kann das nicht glauben“, sagte Simone Blum, die bei der Siegerehrung die eine oder andere Träne der Freude verdrückt hatte, als die deutsche Nationalhymne erklang. „Ich bin so glücklich. Ich hätte mir nicht mehr wünschen können.“

Erstmals Grund zum Jubeln gab’s am Freitag. „Sie war einfach überragend!“ Bundestrainer Otto Becker machte keinen Hehl daraus, wem die deutsche Springreiter-Equipe diesen Erfolg maßgeblich zu verdanken hat. Es war Simone Blum, die das deutsche Team erst mit einer flotten und vor allem fehlerfreien Runde am Mittwoch im Zeitspringen und dann am Donnerstag und Freitag mit zwei weiteren perfekten Auftritten im Nationenpreis zur Bronzemedaille in der Mannschaftswertung geführt hatte. „Ich bin rundum zufrieden. Ein Bierchen dürfen wir uns jetzt natürlich genehmigen“, sagte Becker am Freitagabend im Interview bei ARD One.

Simone Blum und ihre elfjährige Stute DSP Alice – DSP steht für Deutsches Sportpferd – hatten in Tryon (US-Bundesstaat North Carolina) drei Ritte auf den Parcours gezaubert, die an Perfektion grenzten. „Drei fehlerfreie Runden – es ist wie ein Traum!“, jubelte sie nach dem zweiten Umlauf des Nationenpreises. Die Prüfung mit bis zu 1,65 Meter hohen Steilsprüngen sei schwer gewesen, „aber Alice hat wieder das Beste aus der Situation gemacht“.

Mit ihrer Leistung hatten Blum und Alice, die jeweils als erstes deutsches Paar auf die Anlage gingen, bei ihrem WM-Debüt den Grundstein für den dritten Platz gelegt. Am Ende hatte die junge Equipe mit Simone Blum, Laura Klaphake, Maurice Tebbel sowie Marcus Ehning nur einen Abwurf zu viel, um – wie beim CHIO in Aachen – sogar ganz oben auf dem Siegerpodest zu stehen. Insbesondere Klaphake hatte im zweiten Umlauf Pech – Becker verglich ihren unglücklichen Abwurf mit einem Netzroller im Tennis. Letztlich lag Deutschland mit 22,09 Strafpunkten hinter den USA und Schweden. Beide hatten 20,59 Zähler auf dem Konto – und die Lokalmatadoren am Ende im Stechen die Nase vorne.

Was die Ergebnisse der einzelnen Reiter anbelangt, kam selbst aus diesen Teams niemand an Simone Blum heran. Ihre 2,47 Strafpunkte, mit denen sie am Sonntag als Führende ins Einzelfinale startete, resultierten einzig und allein aus dem Rückstand zum Gewinner des Zeitspringens vom Mittwoch. Folglich fehlten der Zollinger Springreiterin noch zwei fehlerfreie Auftritte zum WM-Gold – ein Titel, den als letzter Deutscher Norbert Koof 1982 errungen hat. „Es ist ein Traum, sich für den Sonntag qualifiziert zu haben“, sagte die 29-Jährige. „Ich bin so glücklich, dass ich es geschafft habe. Es werden noch zwei schwere Runden – aber Alice ist superfit.“

Und das zeigte sie auch am Sonntag im ersten Umlauf der Einzelentscheidung: Nervenstark – und als ob es das Normalste auf der Welt wäre – bewältigten Blum und Alice den Parcours. Wieder null Fehler! Und sogar noch die Führung ausgebaut! Nur noch eine Runde trennt die Zollingerin vom WM-Titel! Und auch diese eine meisterten Blum und Alice – das Traumpaar des Springreitens – mit Bravour.

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