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Zwei Teams, die viel Qualität zu bieten haben: Die Kicker des TSV Au (grün) sind in Schlagdistanz zur Spitze, Maximilian Off (am Ball) und Vatanspor wollen oben angreifen.

Fußball

Zusammenhalten und zusammenbleiben: Viele Kreisklassen-Clubs bauen auf ihr bewährtes Personal

Die Freisinger Kreisklassen-Clubs versuchen, die fußballfreie Zeit zu überbrücken – sei es durch intensive Kaderplanung oder Trainingsübungen für Zuhause.

Landkreis Der Ball ruht auf den Sportplätzen der Fußballvereine. Trotzdem versuchen die Clubs aus dem Landkreis, im engen Rahmen aus Ausgangssperren, Kontaktverboten und unklaren Terminlagen die fußballfreie Zeit zu überbrücken – sei es durch intensive Kaderplanung oder Trainingsübungen für Zuhause. Das FT hat bei den Vereinen aus der Freisinger Kreisklasse nachgefragt.

TSV Au

Trotz erzwungener Corona-Pause steht die Fußball-Abteilung des TSV Au alles andere als still. Während sich seine Spieler weiter mit Stabilitätsübungen via Videokonferenz gemeinsam fit halten, ist Trainer Christian Hobmeier bereits mit Vorbereitungen beschäftigt: „Ich habe unseren Trainingsplan für den Juli erstellt“, sagt der Übungsleiter, der im Winter übrigens bis 2021 unterschrieben hat. Obwohl der Termin für eine Wiederaufnahme des Punktspielbetriebs noch nicht feststeht, so gibt ihm wenigstens seine Mannschaft eine gewisse Planungssicherheit: „Der Kader bleibt auf jeden Fall so zusammen“, versichert Hobmeier. Probleme bereiten da eher mögliche Neuzugänge. „Wenn man einen Spieler für die Saison 2020/21 verpflichten will, fragen die einen erstmal: Und wann soll das sein?“

TSV Nandlstadt

Besonders enttäuscht, dass momentan nichts geht, war man beim aktuellen Tabellenzweiten aus Nandlstadt. Nach der „hervorragenden Hinrunde“ komme die Corona-Pause eigentlich zur falschen Zeit – denn „die Jungs sind weiter heiß“, berichtet Trainer Mario Tafelmaier. Davon zeugt auch, dass sich seine Truppe mit Hilfe eines Physiotherapeuten weiter fit hält. Unabhängig davon, wie und wann der Spielbetrieb fortgeführt wird, stünden erstmal keine Veränderungen im Kader an. Mit dem TSV wird also in jedem Fall zu rechnen sein.

Vatanspor Freising

Mit vielen neuen Gesichtern in der Mannschaft wollte das Team von Vatanspor Freising in der Rückrunde angreifen: Fünf Neuzugänge hatte der Club über den Winter zu sich locken können. Außerdem übernahm Erhan Masat das Traineramt von Christian Kessler. „Die Qualität ist auf jeden Fall da“, betont Teammanager Tamer Bulkurcu, der seine Truppe deshalb gut für jede Art der Fortsetzung gewappnet sieht. Zugleich betont er die Verantwortung der Vereine in Zeiten einer Pandemie: „Uns war es wichtig, direkt den Forderungen der Behörden Folge zu leisten. Die Gesundheit geht vor.“

SpVgg Zolling

In Zolling berichtet Abteilungsleiter Markus Pöschl von einem „absoluten Stillstand“. Interessant wird sich in Zukunft die Besetzung der Trainerbank um Coach Markus Garcia gestalten. „Sollten wir mit der neuen Saison im Sommer starten, dann wird es einen Wechsel geben.“ Für den Fall einer Fortsetzung sei allerdings noch nichts spruchreif. In der Mannschaft hingegen deuten sich keine Veränderungen an. Die Verantwortlichen der SpVgg hoffen vor allem auf die Jugend.

SG Eichenfeld

Bei der SG Eichenfeld geht man grundsätzlich davon aus, „dass es zu einer extrem langen Winterpause kommen wird“, erzählt Abteilungsleiter Thomas Feye. Mannschaft und Trainerteam werden weiter zusammenbleiben. „Wir sind grundsätzlich zufrieden mit unserer Entwicklung. Liebe kennt schließlich keine Liga“, erklärt Feye mit einem Augenzwinkern im Hinblick auf die Tabelle: Die SGE ist abgeschlagener Letzter.

SV Vötting

Der Tabellenführer geht mit der Unterbrechung gelassen um. „Momentan gibt es ja noch kein Ziel, auf das wir hinplanen können“, sagt Abteilungsleiter Maximilian Peschek. Im Kader, der sich momentan eigenverantwortlich fit hält, stünden keinerlei Veränderungen an. „Wir haben für uns klar festgelegt: Egal, wie es weitergehen wird, wir wollen zeigen, dass wir zurecht da oben stehen.“

SC Freising

„Doppelt ärgerlich“ ist der derzeitige Shutdown für den abstiegsgefährdeten Sportclub Freising. Eigentlich sah man sich sehr gut auf den Kampf um den Klassenerhalt vorbereitet. Noch Anfang März war die Mannschaft im Trainingslager in der Türkei, arbeitete zweimal täglich – und war „abends so fertig, dass wir meistens direkt ins Bett gefallen sind“, wie Abteilungsleiter Erik Hillenbrand berichtet. „Das war jetzt fast für die Katz.“ Grundsätzlich geht man beim SCF davon aus, die Mannschaft weiterhin zusammenhalten zu können.

SpVgg Mauern

„Für uns gilt es jetzt erstmal abzuwarten“, betont Abteilungsleiter Alex Karl. „Je nach dem, wie der Bayerische Fußball-Verband entscheiden wird, werden wir uns dann der Situation stellen und mit den Planungen beginnen.“ Für den Fall einer Saisonfortsetzung am 1. September rechne man aber damit, mit Trainer Andreas Maier weitermachen zu können. Ansonsten gehe die private und berufliche Situation der Spieler vor.

TSV Paunzhausen

Das TSV-Team versucht, sich für eine Fortführung der Saison bereit zu halten. Den Fußballern gab Trainer Bastian Schweiger detaillierte Trainingspläne für Zuhause mit. Währenddessen ist Abteilungsleiter Manfred Hiller bemüht, „unsere Spieler alle halten zu können“. Momentan deuten sich allerdings keine Veränderungen an.

FC Neufahrn

In Neufahrn verstaubt das runde Leder selbst in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen nicht. So bekommen die Kicker vom Trainerteam nicht nur Stabilitäts- und Ausdauerübungen, sondern auch mit dem Ball müssen die Spieler fit bleiben. Während sich der Kader im Hinblick auf 2020/21 nicht verändern soll, deutet Sportlicher Leiter Mario Moharitsch allerdings bereits Neuerungen im Trainerteam um Coach Willi Kalichman an: „Der Großteil wird uns erhalten bleiben, doch es wird auch Abgänge geben.“

SV Marzling

Beim SVM ist im Moment gerade „alles in der Findungsphase“, sagt Abteilungsleiter Jochen Jürgens. „Wir stehen momentan mit allen Spielern im Austausch, um ein schlagkräftiges Team auf die Beine stellen zu können.“ Dabei erweise sich vor allem der fehlende persönliche Kontakt als Hindernis: „Es ist einfach etwas anderes, wenn man sich nicht Angesicht zu Angesicht gegenübersteht.“

SV Hörgertshausen

SVH-Trainer Sebastian Liegert setzt auf die Selbstständigkeit seiner Kicker: „Wir haben im Winter viel gemacht – die meisten Spieler sind jetzt fit. Bis es weitergeht, werden sie sich durch Lauftraining in Form halten.“ Die Mannschaft soll zusammengehalten werden, auch auf die Jugend werde man in den kommenden Jahren setzen.

FVgg Gammelsdorf

Bei der FVgg Gammelsdorf bleibt man per Kurznachrichtendienste natürlich miteinander in Kontakt, grobe Veränderungen im Kader deuten sich aber nicht an: „Momentan ruht die ganze Baustelle“, erzählt Abteilungsleiter Erwin Pichlmeier.

Sebastian Bergsteiner

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