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Bronze im Team-Mixed holte Maxi Dallinger (r.) gemeinsam mit Selina Gschwandner.

Europameisterschaft der sportschützen

Zweimal Bronze für Youngster Dallinger

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Sensationeller Einstand für Maxi Dallinger: Bei seiner ersten EM im Erwachsenenbereich sicherte sich der zweifache Junioreneuropameister zweimal Bronze mit dem Luftgewehr.

Maribor Was für eine Premiere: Nach zwei Goldmedaillen bei den Junioren hat Maxi Dallinger nun auch bei den Erwachsenen zugeschlagen. Der 20-jährige Lengdorfer gewann bei den Europameisterschaften in Maribor zwei Bronzemedaillen in Teamwettbewerben.

Die Vorbereitung war nicht optimal verlaufen, denn Dallinger plagte eine Blockade im Halswirbelbereich. Dennoch fuhr er mit großem Selbstbewusstsein nach Slowenien, wo die Sportschützen im Sporthotel zu Füßen des Slalomhanges untergebracht waren, an dem der FIS-Weltcup stattfindet. Nach einem Eingewöhnungstag ging es zum so genannten Pre-Event-Training PET. Hier übt jeder Schütze an dem Stand, an dem er später im Wettkampf antritt. Alles verlief nach Plan, und so ging der Lengdorfer vorbereitet in den Wettkampf.

„Diese EM war schon noch etwas anderes als bei den Junioren. Die Konkurrenz schießt einfach noch besser“, sagt Dallinger. „Man ist sich bewusst, dass hier nicht eine normale Leistung reicht, da muss man schon am oberen Limit schießen.“

Anfangs lief es gut. Mit Serien von 104.1, 104.0 und 103.9 lag er zwischenzeitlich auf Rang neun. Aber irgendetwas war anders als sonst. „Normalerweise läuft es irgendwann von selbst. Da fliegen die Zehner nur so rein“, erzählt Dallinger. „Jeder Schuss war ein Kampf.“

Und nicht jeder Kampf wurde gewonnen. Die vierte Serie mit zehn Zehnern war mit 103.3 gut aber, gegenüber den anderen Schützen zu wenig. Der Polizist rutschte bis auf Rang 28 ab. Es folgten eine 104.3 und eine 104.1. Letztlich beendete er seinen Wettkampf mit 623.7 Ringen auf Rang 16 unter 67 Teilnehmern. „Das war jetzt kein schlechtes Ergebnis, aber ich hatte schon bessere“, sagt Dallinger. Dennoch: Fürs Finale fehlten nur 2.1 Ringe.

Auf welchem Niveau eine solche EM abläuft, zeigt die Wertung auf ganze Ringe. Dallinger schoss bei 60 Schuss nur drei Neuner, also 597 Ringe. „Damit kann man schon mit dem Finalkampf liebäugeln. Aber bei dieser Leistungsdichte der Schützen machen Kleinigkeiten sofort viele Plätze im Klassement aus“, sagt sein Vater Hubert Dallinger.

Und dann kam die faustdicke Überraschung. Dank der geschlossenen Mannschaftsleistung mit seinen Partnern Robin Zissel 622.9 und Dennis Welsch 621.9 reichte es zur Mannschafts-Bronzemedaille. Das ist nicht nur ein toller Erfolg für die jungen deutschen Schützen, die allesamt ihre ersten Europameisterschaften bei den Herren absolvierten. Es ist auch ein historischer Erfolg. Eine Luftgewehr-Medaille gab es für Deutschland seit mehr als zehn Jahren nicht mehr.

Aber es sollte noch eine Steigerung geben. Für dasTeam-Mixed hatte der Bundestrainer Selina Gschwandner und Dallinger ins Rennen geschickt. Die beiden legten in der Vorqualifikation fulminant los. Nach jeweils 25 Schuss pro Teilnehmer lag das deutsche Duo auf dem zweiten Platz, und der Einzug ins Semifinale war geschafft.

Hier traten jeweils vier Teams gegeneinander an, wobei die jeweils Erstplatzierten um Gold und die Zweitplatzierten um Bronze kämpfen.

Dallinger patzte mit einer 9.1 bei seinem ersten Schuss, aber seine bärenstarke Partnerin ließ nichts anbrennen und traf mit nahezu perfekten Schüssen. Als erste musste das bulgarische Team ausscheiden, und Team Deutschland war ganz nahe am Einzug in die Medaillenmatches.

Als nächstes erwischte es Österreich mit dem hauchdünnen Rückstand von 0.1 Ringen. Nun war klar: Dallinger/Gschwandner kämpfen um Edelmetall. Gegen das serbische Team, den späteren Europameister, war das Duo allerdings chancenlos.

Und so ging es um Bronze gegen das Team aus Frankreich. Nun wurde im Punktemodus geschossen. Nach jedem Schuss wurde die Teamleistung ermittelt, und der Sieger erhielt einen Punkt. Bei den beiden Deutschen klappte alles. Sie siegten im Eiltempo 5:0. Das jüngste Team im Felde hatte damit eine Medaille geholt.

Kaum aus Maribor zurück, denkt Dallinger schon an die nächsten Wettkämpfen, denn jetzt beginnt die Kleinkaliber-Saison. In zwei Wochen steigt der erste internationale Wettkampf in Dortmund. Im Juli finden die Europameisterschaften statt. Dafür will er sich qualifizieren. Erwachsenen-EM – Maribor war für ihn erst der Anfang. 

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