American Football

Wildschweine vernaschen Artgenossen

Kräftig Lehrgeld mussten die Fursty Razorbacks bei ihrem zweiten Auftritt in der 2. Bundesliga zahlen. Vor 600 Zuschauern im Lände-Stadion setzte es gegen Ravensburg eine deftige 22:48-Schlappe.

Fürstenfeldbruck Kurz und knapp kommentierte Stephan Bertsch die Pleite: „Willkommen in der 2. Bundesliga.“ sagte der Vizepräsident des Brucker TuS, bei denen die American-Football-Riege beheimatet ist. Nach dem Auftaktsieg gegen Mitaufsteiger Albershausen mussten die Brucker diesmal erkennen, dass in der zweithöchsten deutschen Spielklasse ein anderer Wind weht.

Die württembergischen Namensvettern – auch die Ravensburger firmieren als Razorbacks (Wildschweine) – bestraften die Fehler der Brucker gnadenlos. Und davon machten sie vor allem im dritten Viertel reichlich. „Wir haben uns selbst die Löcher gegraben, aus denen wir dann nicht mehr rausgekommen sind“, stellte Defensiv-Trainer Lukas Schmid ernüchtert fest.

Vorentscheidend war eine Strafe beim 20:14-Zwischenstand für die Gäste. Brucks Abwehr hatte die Ravensburger bereits gestoppt. Doch beim Befreiungsschlag leisteten sich die Hausherren ein unnötiges Foul gegen den Kicker. Statt Ballbesitz und Führungsmöglichkeit blieb das Leder-Ei damit in den Händen der Ravensburger, die – auch begünstigt durch weitere Strafen gegen die Hausherren – auf 27:14 erhöhten.

Dabei hatte die Mannschaft von Cheftrainer Florian Müller bis zur Halbzeitpause noch gut mitgehalten. Vailele Peko und Andreas Berger konnten zwei Ravensburger Führungen ausgleichen, indem sie Pässe von US-Spielmacher E.J. Hilliard in der Endzone fingen. Philipp Ponader hielt sich bei den Extrapunkten schadlos. Doch mit dem schwachen dritten Viertel folgte der Bruch. Hilliard leistete sich insgesamt drei Fehlpässe. Sportdirektor Butch Dohrmann ärgerte sich: „Die Mannschaft hat sich phasenweise aufgegeben.“ Und wurde nach allen Regeln der Kunst zerlegt.

Bitter auch: Mit Patrick Bolz verloren die Brucker einen ihrer wichtigsten Abwehrspieler mit Verdacht auf einen Beinbruch. Einziger Trost für Defensiv-Coach Schmid: „Wir haben das Spiel mit einem positiven Erlebnis beendet.“ Denn Peko mit seinem zweiten Touchdown und Ponader mit zwei weiteren Extrapunkten betrieben Ergebniskosmetik.

Andreas Daschner

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare