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Alle Top-Colleges wollten diesen Brucker: Hero Kanu spielt für die Ohio State University

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Von: Andreas Daschner

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Bei den Fursty Razorbacks legte Hero Kanu den Grundstein für seine Football-Karriere.
Bei den Fursty Razorbacks legte Hero Kanu den Grundstein für seine Football-Karriere. © Andreas Daschner

So scharf waren die US-Colleges noch nie auf einen ausländischen Football-Spieler. Am Ende machte sicherte sich Ohio die Dienste des Ex-Bruckers Hero Kanu.

Fürstenfeldbruck – Drei Jahre lang spielte Hero Kanu für die Fursty Razorbacks im Nachwuchs American Football. Dann zog es ihn an die Highschool in den USA. Und nun rissen sich auch noch die Colleges um den Shooting Star. Das Rennen machte Ohio.

Wer als Deutscher ein Football-Stipendium an einem US-College ergattert, darf als großes Talent gelten. Wenn sich aber gleich 27 Colleges um einen reißen, gehen die Superlative fast aus. Hero Kanu gilt als eines der größten Talente im Mutterland des American Football – und das als Deutscher. Gelernt hat er den Sport mit dem Leder-Ei bei den Fursty Razorbacks.

Zum Football kam er auf dem Fußballplatz

Zum American Football kam er ausgerechnet auf dem Fußballplatz. „Ein anderer Spieler hat dort mit dem Football geworfen, als ich dort rumgekickt habe“, erzählt der in München geborene Kanu. Er habe gefragt, ob er auch mal mit dem Leder-Ei werfen dürfe. Und nach kurzer Zeit stand fest, dass es keinen Weg vorbei am American Football für den heute 17-Jährigen gibt.

Kanus Eltern leben in Geltendorf, wo er auch in den vergangenen Tagen wieder auf Heimaturlaub war. Seine Football-Karriere startete er in Königsbrunn in der sogenannten Defense Line. Sie ist dafür zuständig, den gegnerischen Quarterback unter Druck zu setzen. Schon nach kurzer Zeit folgte der Wechsel zu den Razorbacks. „Ich suchte eine größere Herausforderung“, sagt Kanu. Die Entscheidung für Bruck begründet er so: Das Nachwuchsprogramm der Razorbacks sei eines der besten in Deutschland. „Da kann eigentlich nur noch Köln mithalten.“

Als 15-Jähriger geht Kanu in die USA

Bis zur U16 war der Sohn einer deutschen Mutter und eines Vaters aus Biafra (heute Nigeria) bei den Bruckern aktiv. Im Oktober 2020 folgte der Wechsel in die USA – unter nicht ganz einfachen Voraussetzungen: Die Corona-Krise hatte die Welt gerade lahm gelegt. „Es war keine einfache Entscheidung, rüber zu gehen“, erzählt Kanu. Doch er wagte den Schritt und landete in Kalifornien an der Santa Margarita Catholic High School.

Da hatte Kanu bereits sein erstes Angebot eines US-Colleges in der Tasche: Im Mai 2020 hat es ihm die Penn State University unterbreitet. Mit gerade einmal 15 Jahren war Kanu der jüngste europäische Spieler, der je ein Angebot bekommen hat. Es sollte nicht das einzige bleiben. Satte 27 Colleges wollten sich das Riesentalent unter den Nagel reißen – darunter sämtliche Top-Colleges wie Alabama, Michigan, Oklahoma, Georgia und Ohio, das schließlich das Rennen machte. „Die Leute dort haben ein gutes Herz, alles ist wie eine große Familie“, begründet Kanu seine Entscheidung.

Auch der Zusammenhalt der Spieler sei groß, man treffe sich oft außerhalb des Sport-Campus. Und nicht zuletzt: „Coach Larry Johnson ist einer der besten in den USA“, sagt Kanu. Von ihm erwartet Kanu, noch viel zu lernen. Das Football-Programm in Ohio sei bekannt dafür, seine Spieler auch wirklich weiterzuentwickeln. „Alabama zum Beispiel holt lieber fast fertige Spieler und lässt diese einfach spielen.“

Großer Zeitaufwand: Sport und Studium laufen parallel

Für seine Fortschritte investiert der Ex-Brucker viel Schweiß und Zeit. „Das akademische System in den USA ist ganz anders, als in Deutschland“, erzählt er. Fünfmal die Woche steht Training auf dem Football-Feld auf dem Programm. Dazu kommen vier Einheiten im Kraftraum – und natürlich die schulische Ausbildung. „Es ist definitiv eine Entscheidung, mehr zu tun, als man es sonst in diesem Alter tut“, sagt Kanu.

Dafür locken schon bald die großen Football-Arenen in Amerika. College-Football ist dort in manchen Gebieten sogar populärer als die Profiliga NFL. In Ohio steht eines der größten Stadien mit 103.000 Plätzen. Dort wird Kanu am 3. September sein erstes College-Spiel bestreiten. Gegner im Testspiel ist Notre Dame, eines der traditionsreichsten Colleges in den USA.

Die Farben des ärgsten Rivalen sind auf dem Campus verboten

Größter Rivale in der im Juni beginnenden Saison ist aber Michigan, gegen die Kanu unbedingt gewinnen will. „Die Rivalität geht so weit, dass wir auf dem Sport-Campus kein Blau tragen dürfen“, erzählt der 17-Jährige. Denn das ist Michigans Team-Farbe. Im Gegenzug ist beim Erzrivalen das Rot der Ohio State University tabu.

Hero Kanu und sein neues Team gehen nicht nur gegen den großen Rivalen als Favorit ins Rennen. Ohio gilt als heißester Anwärter für die College-Meisterschaft. Für Kanu ist das nur umso mehr Ansporn. Er blickt zuversichtlich auf seine erste Saison in den USA und ist sich sicher: „Das wird bestimmt Spaß machen.“ (Andreas Daschner)

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