Technische Hilfe hatte sich Anja Kobs noch kurz vor dem Rennen bestellt. Einen Tag vor ihrem Lauf trafen die Überzieh-Spikes ein, die der Allingerin einen sicheren Halt verschaffen sollten.
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Technische Hilfe hatte sich Anja Kobs noch kurz vor dem Rennen bestellt. Einen Tag vor ihrem Lauf trafen die Überzieh-Spikes ein, die der Allingerin einen sicheren Halt verschaffen sollten.

Laufsport

Anja Kobs startet in Ismaning: Spitzen-Zeit trotz Eis und Schnee

Trotz widriger Bedingungen hat die Allingerin beim Wettkampf in Ismaning fast die gleiche Zeit wie im Vorjahr hingelegt.

Ismaning/Alling – Von „herrlichem Sonnenschein“ berichtete das Fürstenfeldbrucker Tagblatt vor einem Jahr in seinem Artikel über den zweiten Lauf der Ismaninger Winterlaufserie. Damals wurde der Luttenwanger Johannes Hillebrand Zweiter und die Allingerin Anja Kobs Fünfte in einem rund tausendköpfigem Feld. Am vergangenen Wochenende war nun aber alles anders:

In den Isarauen bei Ismaning lag ebenso viel Schnee wie im Brucker Land; statt einer vierstelligen Teilnehmerzahl gingen um neun Uhr nur zwei Aktive an den Start: Kobs und ihr Antreiber Andreas Brünnert.

Denn in diesem Winter wird nur „virtuell“ gelaufen, also ohne direkten Wettbewerb. So auch in Ismaning – die Veranstaltung ist heuer Teil eines Laufcups, den das Münchner Sporthaus Ruscher ausrichtet. Und wie das bei derartigen Rennen inzwischen üblich ist, können sich die Läuferinnen und Läufer ihren Laufslot in ein beliebiges Zeitfenster innerhalb eines mehrtägigen Zeitraums legen.

Kobs wollte die 17 Kilometer offenbar frühzeitig hinter sich bringen, deswegen stand sie eine Stunde vor der üblichen Startzeit auf dem menschenleeren Parkplatz vor dem Sportgelände im Norden der Münchner Vorstadt. Nach nur einem Kilometer war sie allein unterwegs, Brünnert musste die Segel streichen. Der Bahn- und Straßenspezialist hatte einen schlechten Tag erwischt, zudem liegen ihm Cross-Bedingungen überhaupt nicht. Die Ausdauerspezialistin war auf sich allein gestellt.

Zum Glück hatte sie sich Überzieh-Spikes für ihre Laufschuhe bei einem Sporthaus bestellt. 14 Stunden vor dem Start traf ein Paar mit den nur drei Millimeter langen Nägelchen in Alling ein, gerade noch rechtzeitig. „Ohne die Spikes hätte ich keine Chance gehabt“, berichtete sie dem Tagblatt später. Denn es lag nicht nur reichlich Schnee auf den Wanderwegen am Isar-Ostufer, darunter verbargen sich immer wieder tückische Eisplatten.

Eigentlich hatte sich Kobs vorgenommen, mindestens so schnell wie im Vorjahr zu sein, als sie nach 1:09:23 Stunden über die Ziellinie ging. Schließlich hatte die zierliche, gleichwohl zähe Dauerläuferin in den vergangenen Wochen und Monaten fast jede persönliche Bestzeit geknackt. Doch bei den Bedingungen schien dieses Ziel utopisch. Kobs kämpfte dennoch.

Sie hielt sich überraschend gut mit Kilometer-Zeiten von durchschnittlich 4:03 Minuten. Bis sie zwischen Kilometer acht und neun den Abzweig zum Rückweg verpasste – bei realen Rennen stehen dort Streckenposten und weisen die Läuferschar ein. Kobs bemerkte ihren Fauxpas zwar schnell, verlor aber dennoch rund zehn Sekunden die sie natürlich umgehend gut machen wollte. Trotz des eisigen Gegenwindes, der durch den spärlichen Uferbewuchs blies. Prompt rutschte Kobs aus, vermied aber zumindest einen Sturz. Die Zeit der Allingerin ist trotz Beinahe-Sturz und Orientierungsfauxpas bemerkenswert: 1:09:54 Stunden – nur dreißig Sekunden langsamer als vor einem Jahr. Klar, dass Anja Kobs danach wie immer „happy“ war.

Die Daten der weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer liegen zur Zeit zwar noch nicht vor. Aber die Prognose scheint nicht gewagt, dass Anja Kobs auch den zweiten Lauf der virtuellen Ismaning-Serie für sich entschieden hat.

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Horst Kramer

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