1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport
  4. Landkreis Fürstenfeldbruck

Unaufhaltsam auf dem Weg zum Titel: Drei HCD-Spielerinnen werden Beachhandball-Weltmeister

Erstellt:

Von: Guido Verstegen

Kommentare

Die Familien der drei Gröbenzellerinnen Belen Gettwart, Kirsten Walter und Isabel Kattner waren beim WM-Triumph auf Kreta live dabei.
Die Familien der drei Gröbenzellerinnen Belen Gettwart, Kirsten Walter und Isabel Kattner waren beim WM-Triumph auf Kreta live dabei. © Jörg Gettwart

Ein Jahr nach seinem überraschenden EM-Triumph krönte sich das deutsche Frauen-Nationalteam im Beachhandball auf Kreta auch zum Weltmeister.

Gröbenzell/Heraklion – „Das ist nicht zu greifen“, brauchte auch Bundestrainer Alexander Novakovic (TSV Ismaning) eine Weile, um das ganze Ausmaß des Coups zu erfassen. Erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs gelang es einem Team, ein WM-Turnier ohne Satzverlust abzuschließen: Beim 2:0 (15:14, 22:20) im Finale gegen den EM-Dritten Spanien endeten beide Sätze mit einem Remis, Golden Goals machten den Triumph perfekt.

Zunächst sorgte Isabel Kattner (HCD Gröbenzell/Beach Bazis Schleißheim) für den Satzerfolg, dann entfachte der Treffer der 18-jährigen Michelle Schäfer (TSV Haunstetten/Brüder Ismaning) einen einzigen deutschen Jubelsturm. „Die jüngste Spielerin des Turniers wirft das entscheidende Tor!“, freute sich Novakovic. Ihm war bewusst, dass sein Team gegen Spanien „auch das Quäntchen Glück“ hatte – und sich auf eine herausragende Katharina Filter im Tor verlassen konnte.

Deutschland pflügt durch die Vor- und Hauptrunde

Die deutsche Auswahl war von Turnierbeginn an auf Betriebstemperatur und hielt sich in ihrer prominent besetzten Vorrunden-Gruppe schadlos. Dem Auftaktsieg gegen Titelverteidiger Brasilien (26:14, 16:4) folgten Erfolge über Ungarn (18:14, 20:17) und Norwegen (19:14, 27:20), in der Hauptrunde waren dann Uruguay (22:12, 24:14), Argentinien (18:16, 19:15) und die Niederlande (23:14, 26:14) unterlegen.

„Das einzige Spiel, an dem wir nicht an unsere Leistung herangekommen sind, war das Viertelfinale gegen Portugal“, sagte Novakovic, der genau aus dieser so schwierigen Partie (20:12, 10:8) die Gewissheit mitnahm, dass seine Schützlinge noch Großes schaffen können auf Kreta. „Da hat die Mannschaft Charakter gezeigt, da war Vertrauen gefragt, und wir sind zurückgekommen.“

So skandierten die deutschen Spielerinnen denn auch jenen Song, der sie durch das ganze Turnier begleitet hatte und so treffend ist: „Der Zug, der Zug, der Zug hat keine Bremse!“ Belen Gettwart (HCD Gröbenzell/Beach Bazis Schleißheim) brachte es auf den Punkt: „Wir haben nie aufgehört und immer alles gegeben. Wir sind einfach ein geiles Team!“ Mit dem Halbfinalsieg gegen die Niederlande (18:10, 25:16) gelang der Einzug ins Endspiel.

Videoanalyse der Gegner bringt den Erfolg

„Wir hatten vor diesem Turnier ein paar mehr Fragezeichen als vor der EM, aber es ist bemerkenswert, wie die Mannschaft gereift ist und innerhalb unseres Matchplans eigenständig entscheidet“, analysierte Novakovic am Montag das Turnier. Der „Matchplan“ ist das, was aufgrund der akribischen Videoanalysen von Co-Trainer Hendrik Sander im Diskurs mit Novakovic entsteht. „Hendrik spielt selbst aktiv, er hat noch einmal eine andere Perspektive“, lobte der Chefcoach seinen Assistenten.

HCD-Trio mittendrin: Die Gröbenzellerinnen Kirsten Walter (r.), Belen Gettwart (2.v.l.) und Isabel Kattner (Mitte) kommen goldbehangen nach Hause.
HCD-Trio mittendrin: Die Gröbenzellerinnen Kirsten Walter (r.), Belen Gettwart (2.v.l.) und Isabel Kattner (Mitte) kommen goldbehangen nach Hause. © Julia Nikoleit

Nach dem größten Erfolg in der Geschichte des deutschen Beachhandballs wartet bereits das nächste Highlight auf die Weltmeister-Mannschaft: die World Games in Birmingham/USA (7. bis 17. Juli). (Guido Verstegen)

Auch interessant

Kommentare