In den Eiskanälen Europas ist er daheim: Dennis Pihale steuert den Bob Deutschland 1.

Wintersport

Europacup: Allinger steuert Bob Deutschland 1

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Alling ist nicht gerade als Wintersportort bekannt. Trotzdem: Mit Dennis Pihale steuert ein junger Starzelbacher nun im Europacup den Bob Deutschland 1.

Alling – Dennis Pihale hatte im vergangenen Winter viel Zeit. Die innerdeutsche Selektion im Eiskanal war nicht so gelaufen, wie sich der 25-jährige Bobpilot aus Alling das gewünscht hatte. Für den Europacup reichte es nicht. Sein Anschieber Florian Bauer wechselte. Pihale machte das Beste daraus. Er trainierte, trainierte und trainierte. 

Dennis Pihale

„Ich habe so viele Fahrten gemacht wie es nur ging“, sagt er. „Ich denke, es waren an die 300.“ Ein unheimlicher Wert für einen jungen Piloten. Doch in seinem Sport gibt es einen Grundsatz: „Bobfahren lernst du nur, wenn du auch fährst.“ So viele Wettbewerbe im Deutschlandpokal hatte er nicht. Also belagerte er die Bahnen mit seinem Team für Übungszwecke. Der Aufwand trägt nun Früchte. Bei den Ausscheidungsrennen in diesem Herbst fiel Pihale nicht durchs Raster. Ganz im Gegenteil: Das Team des Bob- und Rodelclubs Ohlstadt preschte mit Wucht durch den Qualifikationsprozess. Das Ende vom Lied: Pihale und Co. starten im Europacup sogar als Bob Deutschland I.

Am Donnerstag startet die zweithöchste Serie mit drei Rennen in Altenberg. Gleich die tückische Bahn im Osterzgebirge also. Pihale aber jagt sich keinen zu großen Respekt mehr ein. Er hat viele Fahrten auf ihr absolviert. Unter anderem bei der Selektion in diesem Jahr. Zweiter und Dritter war er dort in der Junioren-Wertung mit dem Vierer und Zweier. „Es trauen sich immer noch einige nicht so wirklich drauf auf die Bahn“, sagt er. Daher rechnet er nicht mit einem so vollen Feld beim Europacup-Auftakt. Im Normalfall können das schon mal 40 Schlitten werden. In Altenberg sicher ein paar weniger.

Pihale und Co. waren in der Ausscheidung konstant gut unterwegs. Den Auftakt hatte die Deutsche Meisterschaft in Winterberg gemacht – mit den Weltcup-Mannschaften von Nico Walther und Johannes Lochner. Die Ränge fünf und sechs belegte das Team dort im Gesamtfeld. Zum Abschluss am Königssee schlugen die Bayern dann richtig zu. Zweimal Bestzeit. „Damit haben wir die Selektion in beiden Schlitten gewonnen.“

Im Zweier sitzt BRC-Vereinskollege Lukas Frytz nun als Stammkraft hinter ihm. „Er hat sich richtig stark entwickelt.“ Pihale hofft beim kleinen Schlitten noch auf besseres Material in diesem Winter. „Wir sollen einen neuen Bob kriegen.“ Im Vierer sieht er sich in dieser Beziehung deutlich stärker aufgestellt. Peter Adjayi und Niklas Scherer vervollständigen die Mannschaft. Der große Schlitten ist es auch, der Pihale mehr reizt. „Er macht einfach mehr Spaß, du liegst ganz anders in der Kurve, bist schneller.“ Und noch eines kommt dazu. „Er ist einfach die Königsklasse, die Formel 1 im Bobsport.“

Ab Donnerstag muss sich Pihale dennoch in beiden Disziplinen beweisen. Insgesamt stehen im Europacup 16 Rennen an, jeweils acht in beiden Schlitten. Neben drei deutschen Stationen geht’s auch nach Innsbruck und Sigulda in Lettland. Auf eine echte Zielsetzung verzichtet Pihale. „Ich kann’s zum jetzigen Zeitpunkt einfach überhaupt nicht einschätzen“, gibt er zu. „Wir schnuppern in Altenberg einfach mal rein, gehen da ganz offen rein.“ Dass er hinterherfahren wird, davon geht er nicht aus. „Wir Deutschen haben dort immer ganz gut abgeschnitten, das liegt einfach auch an der starken Konkurrenz im eigenen Land.“ Mehr Hoffnungen macht er sich dann für die zweite Station am Königssee. „Das ist unsere Heimbahn.“ Dort kennt Pihale jede Kurve noch besser als in anderen Eiskanälen. „Das ist schon ein Vorteil.“

Den würde er dann gerne auch im Februar nutzen. Denn in der Eisarena von Schönau findet nicht nur die Junioren-DM statt, sondern direkt im Vorfeld auch die Weltmeisterschaft der größten Talente. Trifft sich gut, denn für Pihale ist es seine letzte Saison bei den Junioren. Bei den Bobfahrern geht diese Klasse bis U26. Hört sich lang an, doch er relativiert sofort: „Bobfahren darfst du erst ab 18 Jahre. Wir haben also maximal acht Jahre im Nachwuchs, das ist viel weniger als in allen anderen Sportarten.“

Druck macht sich Pihale keinen. Dazu ist alles noch viel zu frisch. „Wir haben viel dafür getan, dahin zu kommen, wo wir hinwollten. Jetzt genießen wir das erst einmal und packen es mit großer Vorfreude an.“

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