Lukas Frytz ist in starker Verfassung.
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Lukas Frytz ist in starker Verfassung.

Lukas Frytz legt die besten Zeiten aller Anschieber hin

Der Schnellste mit dem Eisenschwein: Puchheimer schaut auf Olympia

  • Peter Loder
    VonPeter Loder
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Der Puchheimer Bob-Anschieber Lukas Frytz (26) hat einen großen Schritt in Richtung Peking gemacht.

Puchheim – Der Bob-Anschieber aus Puchheim war beim ersten Härtetest in Oberhof (Thüringen) der Schnellste im Team von Pilot Christoph Hafer (Bad Feilnbach). Doch der Weg zu den am 4. Februar beginnenden olympischen Winterspielen in China ist noch weit.

In Oberhof hatte Bundestrainer René Spieß seine Elite zur ersten Bestandsaufnahme nach der Sommerpause versammelt und erste Eindrücke für die Olympia-Saison gesammelt. Drei Startplätze hat Deutschland in Peking. Fest steht schon, dass sowohl im Vierer- als auch Zweierbob Rekord-Weltmeister Francesco Friedrich und sein bayerischer Dauerrivale Johannes Lochner (Berchtesgaden) gesetzt sind. Der Erfurter Hans-Peter Hannighofer hat sich verletzt und ist aus dem Rennen.

Um den einzig noch freien Platz kämpfen Hafer und sein ewiger Konkurrent Richard Oelsner, der wie Friedrich aus der sächsischen Kleinstadt Pirna kommt. Just in dessen Viererbob feierte Frytz 2019 seinen bislang größten internationalen Erfolg als Junioren-Vizeweltmeister. Ein Jahr später gehörte der 26-jährige Puchheimer dann zu Hafers Team und wurde am Königssee deutscher Meister. Seine Hausbahn im Berchtesgadener Land ist aber nach der Flutkatastrophe schwer beschädigt und steht zumindest in dieser Saison nicht mehr zur Verfügung.

Nicht die Piloten, sondern die Anschieber standen zum Auftakt in Oberhof im Blickfeld des Trainerstabes. Dort mussten sie ein 110 Kilo schweres Monster, das im Fachjargon Eisenschwein heißt und den eigentlichen Bob ersetzt, auf einer 40 Meter langen Eiskanal-Strecke auf Touren bringen. In allen drei Variationen – Anschieben und Reinspringen als letzter Mann (Bremser) sowie links und rechts von der Seite – hatte Frytz die schnellsten Zeiten in Hafers fünfköpfiger Crew vorzuweisen.

Ab der kommenden Woche werden im Hochsauerland-Eiskanal von Winterberg (Nordrhein-Westfalen) innerdeutsche Selektions-Rennen ausgetragen. Danach reisen alle deutschen Bob-Teams nach Peking, wo im Oktober die ersten Testfahrten auf der Olympia-Strecke absolviert werden. Erst dann startet im November der Weltcup, wo René Spieß bis Januar die Entscheidung trifft, wer Friedrich und Lochner bei Olympia begleitet.

Sein tägliches Trainingsprogramm in der Sportschule FFB-Puch sowie am Olympia-Stützpunkt in München hat der Sportsoldat Frytz umgestellt und verstärkt auf die Disziplin gelegt, aus der er ursprünglich gekommen ist: Leichtathletik und speziell den Sprint mit seinen Lauftrainern Peter Rabenseifner und Korbinian Maier von LG Würm. Nun darf sich der Puchheimer nach seinen Glanzzeiten mit dem Eisenschwein in Oberhof schon mal etwas größere Hoffnungen darauf machen, als einziger Wintersportler aus dem Landkreis neben der Germeringerin Lena Dürr bei den Spielen in Peking dabei zu sein.  

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