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Nach desaströsem zweiten Lauf in Sigulda: Olympia-Aus für Puchheimer Lukas Frytz wohl besiegelt

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Von: Peter Loder

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Die Gesichter sprechen Bände: Im zweiten Durchgang sind Christoph Hafer (rechts) und sein Puchheimer Anschieber Lukas Frytz beim Weltcup in Sigulda abgeschmiert.
Die Gesichter sprechen Bände: Im zweiten Durchgang sind Christoph Hafer (rechts) und sein Puchheimer Anschieber Lukas Frytz beim Weltcup in Sigulda abgeschmiert. © Privat

Der Olympia-Express ist abgefahren – ohne Lukas Frytz. Der 26-jährige Puchheimer wird die Winterspielee in Peking nur vor dem Fernseher verfolgen können.

Puchheim – Die letzte Quali-Chance hat Lukas Frytz beim Weltcup in Sigulda (Lettland) verpasst, als er als Anschieber im Zweierbob mit seinem Piloten Christoph Hafer (Bad Feilnbach) nur Zehnter wurde. Doch Bundestrainer René Spies macht Frytz große Hoffnungen für die Zukunft. Denn wenn es im Bobsport nur einen Durchgang geben würde, wäre Hafer mit seinem Puchheimer Anschieber sogar in Richtung Siegertreppchen gerast.

Doch im berüchtigten, schwer zu befahrenen und für Viererbobs ungeeigneten Eiskanal von Sigulda rutschten die beiden Oberbayern noch vom sechsten auf den zehnten Platz ab. Weshalb der 26-jährige Frytz seinen Startplatz für Olympia abgeschrieben hat: „Das wird nichts mehr.“ Was Bundestrainer René Spies gegenüber dem Tagblatt auch bestätigte: „Stand heute gehe ich nicht davon aus, dass Lukas sich qualifiziert.“

Wohl keine Chance mehr für Frytz, um sich zu präsentieren

Bis Olympia gibt es nur noch zwei Weltcup-Rennen in Winterberg und St. Moritz. Fürs deutsche Heimspiel im Hochsauerland ist der Puchheimer schon nicht mehr nominiert – weder im Zweier- noch im Viererbob. Und das Rennen auf der legendären Naturbahn in der Schweiz hat der Bundestrainer bereits als Generalprobe für die in Peking startenden Olympia-Formationen reserviert.

Pilot Hafer hat das Ticket für Peking ebenso schon in der Tasche wie Rekordsieger Francesco Friedrich (Pirna) und Christian Lochner (Berchtesgaden). Für Frytz, der 2020 Junioren-Vizeweltmeister im Viererbob von Richard Oelsner (Pirna) war, ist in Peking auf den Anschieber-Positionen kein Platz mehr frei.

Nach starkem ersten Durchgang wird das Duo doch nur Zehnter

Zum Auftakt des Doppel-Weltcups in Sigulda hatte Hafer mit seinem zunächst eingesetzten Wiesbadener Anschieber Issam Ammour nur Platz zehn belegt. Auch bei diesem Rennen lag er zunächst in aussichtsreicher Position und hatte im ersten Durchgang sogar Olympiasieger und Weltmeister Francesco Friedrich hinter sich gelassen. Doch ebenso wie 24 Stunden später fiel der diesmal von Frytz angeschobene Pilot aus Bad Feilnbach im zweiten Durchgang zurück. Obwohl selbst Experten bei der Fahrt keine gravierenden Fehler gesehen haben. Frytz rätselte auch lange nach der Zieldurchfahrt noch: „Wir wissen einfach nicht, an was es gelegen hat.“

Dabei hatte der für den BC Ohlstadt startende ehemalige Leichtathlet der LG Würm nach dem furiosen Auftritt im ersten Durchgang sogar sein bestes Weltcup-Ergebnis im Visier: „Wir haben mit einem Stockerlplatz geliebäugelt“, gestand er hinterher. Doch dann verpasste Frytz nicht nur sein erstes Podium bei einem Weltcup-Rennen, sondern wohl auch das Olympia-Ticket. Denn im Vergleich bei den für die Anschieber wichtigen Startzeiten auf den ersten 50 Metern hatte Ammour tags zuvor die besseren Papiere: Mit dessen 4,98 und 4,00 Sekunden konnte Frytz 24 Stunden später nicht mithalten (5,09 und 5,05 Sekunden). Dabei spielten auch die unterschiedlichen Eisverhältnisse auf der Bahn eine Rolle.

Bundestrainer plant in der Zukunft verstärkt mit dem Puchheimer

Schwacher Trost für den am Montag aus Lettland zurückgekehrten Puchheimer: Den futuristischen Eiskanal von Peking hat er lange vor den Olympioniken durchfahren, als er im Oktober drei Wochen für Testrennen auf der längsten Bobbahn der Welt unterwegs war.

Und für die Zukunft stehen dem Bundeswehr-Sportsoldaten alle Türen offen. „Wir haben großes Interesse an ihm“, sagte Bundestrainer René Spies noch vor dem Abflug aus Riga in Richtung Heimat dem Tagblatt. „Die Leistungstests in diesem Jahr waren sehr positiv. Lukas wird auch künftig Mitglied unserer Nationalmannschaft sein und ist für mich ein ganz wichtiger Mann in Richtung Olympia 2026 in Turin. Für ihn stehen in den nächsten vier Jahren alle Zeichen auf Grün.“

Weshalb Frytz bereits am Mittwoch wieder seine gewohnten Trainingseinheiten in der Sportschule FFB-Puch abspult. In Peking aber wird Germerings Ski-Ass Lena Dürr die einzige Olympia-Teilnehmerin aus dem Landkreis sein. (Peter Loder)

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