1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport
  4. Landkreis Fürstenfeldbruck

Bundesliga lockt WM-erprobte Schiedsrichter

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Ball, Pfeife und Spieler im Griff haben André Kolb (l.) und Markus Kauth.

André Kolb (23) und Markus Kauth (24) sind die beiden einzigen Handballer im Landkreis, die mehr oder weniger aktiv bei der laufenden Weltmeisterschaft im eigenen Land ins Geschehen eingegriffen haben.

Gröbenzell/Germering  Die beiden für die Bundesliga geplanten Jung-Schiedsrichter der HSG Gröbenzell/Olching und vom SC Unterpfaffenhofen betreuten in München die pfeifenden Kollegen während und nach deren Partien. Kolb: „Es ist schon interessant, sich neben dem Spielfeld mit Schiedsrichtern aus Argentinien oder Tunesien auszutauschen.“ Fern der WM, aber dafür selbst im Mittelpunkt standen die Landkreis-Referees zuletzt beim Testspiel der Brucker Drittliga-Handballer gegen die Bundesliga-Elften aus Erlangen.

Beide spielten in ihrer Jugend aktiv Handball (Kolb in Olching, Kauth bei der Gräfelfinger HSG Würm-Mitte) und beide fanden aber auch früh Gefallen an der Schiedsrichterei. 2010 machte Kauth den Lehrgang, Kolb ein Jahr später. Als Gespann auf dem Handballparkett sind sie aber erst seit 2014 aktiv. „Die Chemie zwischen uns hat sofort gestimmt. Wir hatten beide sehr ähnliche Ansichten,“ erinnert sich der in Taufkirchen lebende Kauth. Beim Bezirksoberliga-Match zwischen Herrsching und Brucks Reserve am 30. November 2014 stand das Gespann erstmals gemeinsam auf dem Feld. Seitdem geht’s auf der Karriereleiter nur in eine Richtung: aufwärts. Und das rasend schnell.

Zur Saison 2015/16 wurden sie in den B-Kader des Bayerischen Handballverbandes (BHV) aufgenommen und pfiffen Partien in der Landesliga. Nur wenige Wochen später stiegen sie in den BHV-Förderkader auf und wurden in der Bayernliga eingesetzt. Bei einem internationalen Turnier in Biberach, das dem Deutschen Handballbund (DHB) zur Sichtung von talentierten Schiedsrichtern diente, kam der Durchbruch: Kolb und Kauth leiteten das Finale zwischen Magdeburg und Potsdam vor 1500 Zuschauern und bekamen von den Beobachtern außerordentlich gute Bewertungen. Zur Saison 2016/17 wurden die zwei Jungspunde in den DHB-Perspektivkader A berufen. Das bedeutete Einsätze in 3. Liga und Jugend-Bundesliga. Doch auch dies war nur eine Zwischenstation.

Seit Herbst 2017 gehört das Duo zum DHB-Nachwuchskader. Nur knapp drei Jahre nach ihrem ersten gemeinsamen Spiel in Herrsching leiteten sie erstmals ein Zweitligaspiel (Konstanz gegen Wilhelmshaven). „Das war schon was ganz Besonderes“, erinnert sich Kolb gerne. Im Mai 2018 führten der Bankkaufmann und der angehende Wirtschaftsingenieur Kauth dann auch erstmals in der Frauen-Bundesliga Regie (Bensheim/Auerbach - Rödertal).

Beide sind handball-verrückt. Jeden Donnerstag schauen sie im Bezahlsender die Bundesliga. Dann wird nebenbei per Chat über die Entscheidungen der höherklassigen Kollegen diskutiert. „Wenn ich Handball im TV schaue, kann ich mich nicht rein aufs Spielerische konzentrieren“, sagt Kolb.

Für den letzten Schritt auf der Karriereleiter in Richtung 1. Bundesliga wollen sich die beiden aber Zeit lassen. „Das eilt nicht“, versichern sie unisono. Wobei Kauth ergänzt: „Wir wollen uns erst mal in der 2. Liga festigen.“ Dort sind sie die regionalen Nachfolger des vor einem Jahr freiwillig verabschiedeten Florian Drechsler vom TuS Früstenfeldbruck. Vor allem in der Persönlichkeit wollen Kolb und Kauth weiter reifen („Wir sind ja doch noch sehr jung“).

Ihre Einsätze führten das zweitjüngste Zweitliga-Gespann durch ganz Deutschland. „Teilweise verbringen wir das Wochenende öfter zusammen als mit unseren Freundinnen“, meint Kolb schmunzelnd. Von der jeweils besseren Hälfte bekommen sie aber volle Rückendeckung. Kolbs Freundin spielt selbst Handball bei den Dachauer Bayernliga-Damen. „Die Akzeptanz ist da.“ Auch die Partnerin von Kauth steht hinter ihm. „Sie hat mich ja so kennen gelernt.“

Auch interessant

Kommentare