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Insider berichtet: So umgehen Eishockey-Klubs die 2G-Regel

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Von: Andreas Daschner

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Trotz strenger Regeln kommt es beim Eishockey immer wieder zu Corona-Infektionen. (Symbolbild)
Trotz strenger Regeln kommt es beim Eishockey immer wieder zu Corona-Infektionen. (Symbolbild) © Andreas Mayr

Ärger in der Eishockey-Welt. Einige Vereine haben einen Weg gefunden, Spieler einzusetzen, die sich nicht an die geltende 2G-Regel halten müssen.

Landkreis – Seit die Corona-Ampel auf rot steht, gilt für Hallensport die 2G-Regel. Klingt eigentlich eindeutig. Ist es aber nicht. Denn Angestellte eines Vereins dürfen auch mit 3G-Plus tätig werden – also mit einem PCR-Test. Weil manche Klubs das ausnutzen, regt sich nun Ärger im Eishockey.

Punkt 5.7 in den Durchführungsbestimmungen des Bayerischen Eissportverbandes (BEV) regelt es eindeutig. Dort heißt es: „Demnach ist der Einsatz eines einzigen Berufsspielers im BEV-Senioren- und Frauenspielbetrieb eines jeden Vereins des BEV erlaubt.“ Eigentlich sollte also nur dieser eine Profi bei Spielen auf Verbandsebene nicht geimpft oder genesen sein.

Spieler werden als Hausmeister oder Putzhilfe angestellt

Bei vielen bayerischen Vereinen sind es zum Teil aber deutlich mehr, wie ein Insider berichtet, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Um die Nicht-Profis besser bezahlen zu können, werden sie auf 450-Euro-Basis beim Verein angestellt. „Die sind dann als Hausmeister oder Putzhilfe beschäftigt“, so der Insider.

Ob diese Spieler die besagten Tätigkeiten jemals ausüben, stehe in den Sternen. Unabhängig davon bedeutet das in der Pandemie jedoch: Für den Akteur gilt – im Gegensatz zu den tatsächlichen Amateurspielern – nicht 2G sondern 3G-Plus.

Was den Insider dabei besonders stört: Im Erwachsenenbereich, wo auch mehr Zuschauer in die Hallen kommen, gelten damit laxere Regeln als bei der Jugend. Der Nachwuchs muss sich nämlich sehrwohl an die 2G-Regel halten, die im Amateursportbereich eigentlich gilt. „Die Kinder und Jugendlichen dürfen ihren Sport nicht mehr ausüben, bei den Erwachsenen laufen Spieler auf, die womöglich den Virus verbreiten“ Die Gelackmeierten seien die Vereine, die sich vorbildlich an die Vorgaben hielten. „Die stecken sich dann mit Corona an.“

Wanderers nach Auswärtsspiel reihenweise mit Corona infiziert

Namen nennt der Tagblatt-Informant zwar keine. Allerdings hatte sich zuletzt im Landkreis genau ein solcher Fall ergeben: Bei den Germeringer Eishockey-Wanderers sind nahezu alle Spieler geimpft. Vermutlich beim Spiel bei der Spielgemeinschaft Schliersee/Miesbach hatte sich aber eine Reihe von Spielern mit Corona infiziert. An den beiden Wochenenden nach dieser Partie waren die Germeringer zum Zuschauen verdammt. Vier Spiele sind dadurch ausgefallen. Die Coronafälle sind immerhin mild verlaufen. Gestern waren die Wanderers wieder im Einsatz.

Der Insider glaubt, dass die Praxis der geringfügigen Beschäftigung für Spieler nicht nur im Eishockey angewendet wird. Auch in anderen Hallensportarten könnte somit die 2G-Regel umgangen werden – mit allen drohenden Konsequenzen.

Landratsamt verweist auf die Landesregierung

Eine Tagblatt-Anfrage beim Landratsamt, ob und wie mit derartigen Fällen umgegangen wird, brachte kaum Ergebnisse. In der Kreisbehörde verweist man die 14. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die grob besagt: „Für Kinder gilt 2G, für Beschäftigte und ehrenamtlich Tätige 3G-Plus“, so eine Sprecherin des Landratsamtes. Die Regeln würden von der Bayerischen Staatsregierung erlassen, seien somit Landesrecht.

Auf die Frage, wie das Landratsamt die Gefahr der Umgehung der 2G-Regel einschätzt und inwieweit man dagegen vorgehen könnte, heißt es: „Hierzu liegen uns keine Informationen vor.“

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