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Para-Radprofi Denise Schindler bei ihrem letzten Südafrika-Urlaub im vergangenen Jahr.

Die Ferienfrage

Denise Schindler: Omas Essen und Radausflüge machten ihren ersten Urlaub unvergesslich

  • Thomas Benedikt
    vonThomas Benedikt
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In der Ferienfrage erzählen bekannte Persönlichkeiten aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck von ihrem ersten Urlaub. Heute: Para-Radprofi Denise Schindler.

Pfingstzeit ist Urlaubszeit. Doch das Coronavirus wirbelt die Pläne der Deutschen kräftig durcheinander. Bis wieder Auslandsreisen möglich sind, wird noch Zeit vergehen. Der ideale Zeitpunkt, um in Erinnerungen zu schwelgen. Para-Radprofi Denise Schindler erzählt im Interview von ihrem liebsten Urlaubsort, warum es für sie niemals an den gleichen Ort geht und weshalb es für diese Regel genau eine Ausnahme gibt.

Wann und wohin sind Sie das erste Mal in den Urlaub gefahren?

Mein erster Urlaub war an den Bodensee und zwar mit meinen Großeltern. Ich glaube, da war ich ungefähr sechs Jahre alt.

Warum haben Sie sich genau dieses Ziel ausgesucht?

Mit sechs Jahren bin ich eher mitgenommen worden als das Ziel selbst auszusuchen. Meine Oma hat immer vom Bodensee geschwärmt. Zum einen, weil die Natur dort spektakulär schön ist. Die Berge, der große See mit seinen Inseln, die Apfelplantagen, die Sonne. Das alles hatte einen fast italienischen Flair. Zum anderen wollte meine Oma auch ein bisschen das Mondäne der Region schnuppern.

Waren Sie im Hotel, auf dem Campingplatz oder hatten Sie eine andere Unterkunft?

Wir hatten auf der österreichischen Seite eine Ferienwohnung. Das war für mich toll, weil ich immer wunderbares Essen bekommen habe – egal, ob wir ausgegangen sind oder ob Oma gekocht hat.

Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Wir haben fast alle Ausflüge mit dem Fahrrad gemacht. Deswegen blieben mir wahrscheinlich auch die schönen Einkehren nach der Anstrengung so gut in Erinnerung. Wenn ich daran denke, habe ich den Geschmack sämtlicher Marillen-Kuchen, -Knödel und -Strudel im Mund. Ich habe alles geliebt, was Marille im Namen hatte. Bis auf den Schnaps, den gab es natürlich nicht. (lacht)

Haben Sie damals so eine Art „Anfängerfehler“ gemacht?

Als Sechsjährige hatte ich noch eine Art Welpenschutz und konnte glücklicherweise nicht in allzu viele Fettnäpfe treten. Was mir damals auffiel, und was ich auch heute noch als sehr wichtig empfinde, dass man im Ausland sensibel mit der eigenen Sprache umgeht. Auch wenn Österreicher, Schweizer oder Norditaliener deutsch sprechen, so ist es nicht das gleiche Deutsch wie unseres und es ist aus meiner Sicht unhöflich, sich über andere Ausdrücke oder Redewendungen lustig zu machen. Das habe ich oft bei deutschen Touristen gehört und mich geschämt.

Sind Sie später wieder an Ihrem ersten Urlaubsziel gewesen?

Am Bodensee war ich danach noch öfters. Das waren aber eher Trainingstopps. Ich liebe Berge, deswegen finde ich die Landschaft dort immer noch traumhaft. Aber: es gibt noch so viele andere Orte auf der Welt zu entdecken.

Haben Sie vor, Ihr erstes Ziel noch einmal aufzusuchen?

Momentan habe ich es nicht vor. Ich fahre selten zweimal an den gleichen Urlaubsort. Wobei es eine Ausnahme gibt: Nach Südafrika zieht es mich immer wieder. Vielleicht auch, weil mich dort die abwechslungsreiche Landschaft, das nebeneinander von Bergen und Wasser, immer wieder begeistert –wie damals am Bodensee.

Wie halten Sie es in Corona-Zeiten: Lieber Urlaub daheim, in Deutschland oder sind Sie in Lauerstellung, ob diesen Sommer doch noch eine Auslandsreise möglich ist?

Wir genießen es, dieses Jahr in Deutschland zu bleiben. Mein Mann und ich sind für gewöhnlich sehr viel unterwegs. Bei mir wechseln sich in einem normalen Sommer Trainingslager und internationale Wettkämpfe ab. Die Zwangspause schafft uns schöne Freiräume für einen kreativen Urlaub im eigenen Land. Aber: Wenn es wieder möglich ist, sicher zu reisen, dann zieht es uns wieder ins Ausland. Ich glaube, eine meiner ersten Reisen wird Südafrika sein.

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