Egal ob bei Kälte und Schnee oder bei frühlingshaften Temperaturen: Regeneration nach einem anstrengenden Lauf ist immer wichtig.
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Egal ob bei Kälte und Schnee oder bei frühlingshaften Temperaturen: Regeneration nach einem anstrengenden Lauf ist immer wichtig.

Serie: Die Wintertipps der Laufprofis

„Wer sich ständig stresst, verliert den Spaß“ - Anja Kobs gibt Ratschläge zum Thema Regeneration

Bewegung ist in Corona-Zeiten wichtiger denn je. Trotz Kälte, Eis und Schnee kann Laufen auch jetzt Spaß machen. Vorausgesetzt man weiß, worauf zu achten ist.

Landkreis – In der vierten Folge unserer Serie befragt das Tagblatt die Ausdauer-Königin Anja Kobs (44) zu den Besonderheiten des Laufens bei bitterkalten Temperaturen, der Nutzung von Laufuhren beim Training und zu Ernährungsthemen.

Man muss sich den Wetter-Bedingungen anpassen

Grüß Gott, Frau Kobs! Wie haben Sie die Rückkehr des Winters mit seinen fast schon sibirischen Temperaturen überstanden?

Die Temperaturen sind das eine, die eiskalten Ostwinde waren das andere. Auf derartige Bedingungen muss man reagieren und nicht stur sein Programm durchziehen.

Heißt das, Sie sind zu Hause geblieben und haben die Füße hochgelegt?

(lacht) Nein, natürlich nicht! Wo denken Sie hin! Nein, ich habe meine Performance angepasst.

Also keine 15 Kilometer in einem Schnitt von 4:15 Minuten, sondern weniger oder langsamer?

Ich trainiere eigentlich nie nach der Uhr, sondern achte auf meinen Puls. Ob der wegen meines Tempos hochgeht oder weil ich gegen den Wind ankämpfen muss, spielt dann keine Rolle.

Anja Kobs schwört auf die Kombination Pulsuhr plus Brustgurt

Sie nutzen vermutlich eine Laufuhr mit Pulsmessfunktion?

Zusammen mit einem Brustgurt zur Messung der Herzfrequenz. Diese Kombination liefert – zumindest mir – verlässliche Daten. Auf das eigene Herz zu hören, halte ich für sehr wichtig.

Werten Sie nach dem Training Ihre Daten immer ausführlich aus?

(schüttelt energisch den Kopf) Überhaupt nicht. Dafür ist mir die Zeit zu schade! Klar helfen eine Laufuhr oder eine App für die Dokumentation des Trainings und der eigenen Leistungen, doch viele der Daten brauche ich einfach nicht. Da lege ich mich lieber in die Badewanne oder gehe in die Sauna.

So klappt es mit der Regeneration

Stichwort Regeneration: Sie bestreiten ja jedes Jahr mindestens ein Dutzend Wettkämpfe, von Trail-Bergläufen über Marathons bis Langdistanz-Triathlons. Wie erholen Sie sich von den Strapazen?

Regeneration ist extrem wichtig, gleichzusetzen mit dem Training selbst! Neben Bad, Sauna, Massagen und Osteopathie gehört ausreichender Schlaf dazu – so schlafe ich zum Beispiel locker acht bis neun Stunden pro Nacht.

Das klappt?

Na klar, die Zeit muss man sich nehmen, wie für alles Wichtige im Leben. Wer sich ständig stresst und zwischendrin nicht alle Viere von sich strecken kann, verliert den Spaß am Sport und wird verletzungsanfällig.

Na so was. Eine derartige Aussage hätten wir von einer sportlich ambitionierten Athletin nicht erwartet!

Ambitionierte Zielsetzungen und eine gewisse Lockerheit schließen sich nicht aus. Im Gegenteil. Viele Verletzungen bauen sich über Monate auf, weil man seinem Körper nicht die nötige Ruhe gönnt. Ich spreche aus Erfahrung…

Die richtige Ernährung ist wichtig - Ausnahmen aber erlaubt

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Eine große. Ich ernähre mich nach dem gesunden Grundprinzip: Bio, regional, saisonal. Mit zwei größeren Mahlzeiten am Tag, abends schon um 18 Uhr, gerade jetzt im Winter.

Wie sieht’s zwischendrin mit Schweinsbraten oder mit einer Pizza aus?

Das ist alles okay. Nach einem anstrengenden Wettkampf liebe ich Pizza ganz besonders (lacht). Wenn der Körper danach etwas süchtelt, muss man nachgeben, darf das aber nicht als Freifahrtschein zum „Fressen“ nutzen.

Im Winter ist das Abnehmen beim Laufen einfacher

Sie sind so rank und schlank. Dürfen wir Sie nach Abnehm-Tipps für übergewichtige Laufnovizen fragen?

(schmunzelt) Kein Problem. Vor zwei Jahrzehnten habe ich auch schon mal deutlich mehr gewogen. Die einfachste Regel lautet: Weniger Kalorien zu sich nehmen, als man verbrennt. Wer im Winter mit dem Laufen anfängt, ist dabei übrigens klar im Vorteil.

Warum?

Menschen haben eine Körperkerntemperatur von rund 37 Grad. Wenn die Außentemperatur unter null Grad liegt, muss der Körper deutlich mehr Kalorien verbrennen, um diese Wärme herzustellen, als bei plus 10 oder 20 Grad. Dazu kommen noch die schwerere Kleidung und die robusteren Schuhe – alles Faktoren, die mehr Kraft benötigen. Im Winter schmelzen die Pfunde nur so dahin.

Aber die Kälte… müssen Sie da nicht den berüchtigten inneren Schweinehund überwinden, um Laufen zu gehen statt ein Gläschen Wein im warmen Wohnzimmer zu genießen?

Ja, das muss ich auch manchmal. Deswegen überliste ich mich oft selber und lege mir morgens schon die Laufsachen hin, wenn ich weiß, dass ich abends laufen will.

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Horst Kramer

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