Im Frühjahr besonders erfolgreich: Johannes Hillebrand, hier bei einem seiner Siege beim Lohhofer Osterlauf.
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Im Frühjahr besonders erfolgreich: Johannes Hillebrand, hier bei einem seiner Siege beim Lohhofer Osterlauf.

Serienabschluss: „Die Wintertipps der Laufprofis“

Laufprofis verraten: So kann man sportlich den Frühling genießen

Im letzten Teil der Interview-Serie „Die Wintertipps der Laufprofis“ geben Anja Kobs und Johannes Hillebrand einen Ausblick auf den Frühling.

Landkreis – Der Winter scheint sich endgültig verabschiedet zu haben. Die Temperaturen steigen, die Stimmung ebenfalls. Auch bei den Landkreis-Lauf-Vorbildern Anja Kobs aus Alling und Johannes Hillebrand aus Luttenwang. Die beiden erklären, wie man erfolgreich und mit Spaß ins Lauf-Frühjahr startet.

Für Hobbyläufer kommt es jetzt erst einmal darauf an, die Winterroutinen abzuschütteln

Frau Kobs, Herr Hillebrand, konnten Sie die warmen Tage schon auskosten?

Anja Kobs: Klar! Am ersten sonnigen Wochenende habe ich gleich mal eine neue Halbmarathon-Bestzeit aufgestellt.
Johannes Hillebrand: Selbstverständlich. Bei uns auf dem Land habe ich beim Joggen sogar schon die ersten Lerchen gehört.

Über Bestzeiten hatten wir natürlich berichtet. Sonne und Vogelgezwitscher – beschwingt das beim Laufen?

Hillebrand: Natürlich. Jetzt kann man wieder mit kürzeren Laufhosen unterwegs sein und sich die winddichte Laufjacke sparen. Da wird der Schritt automatisch länger und lockerer.
Kobs: Ja, den Frühling muss man einfach genießen.

Aber ich vermute mal, dass Sie beide nun ins Tempotraining einsteigen?

Kobs: Ich streue eigentlich das ganze Jahr über Tempoeinheiten ein. Aber für Freizeit- und Hobbyläufer kommt es jetzt erst einmal darauf an, die Winterroutinen abzuschütteln.
Hillebrand: Stimmt. Am besten nicht jetzt sofort auf die Tempotube drücken.

Was empfehlen Sie stattdessen?

Hillebrand: Spielerische Einheiten einlegen, zum Beispiel mal einige Meter im Hopserlauf hinter sich bringen. Oder die Knie beim Laufen hochziehen oder seitlich laufen.
Kobs: Oder auch mal einige Meter rückwärts joggen. Dann umdrehen und lossprinten. Das mache ich mit meiner Brucker Laufgruppe ganz gerne.

Es geht darum, sich auf der Laufstrecke auch mal überraschen zu lassen

Sie beide sprechen offenbar vom so genannten „Lauf-ABC“.

Kobs: Genau. Dazu gibt es zahlreiche YouTube-Videos, mit den unterschiedlichsten Übungen.

Und was ist deren Zweck?

Hillebrand: Die Muskeln und Sehnen werden in anderer Art und Weise beansprucht als beim reinen Geradeaus-Laufen. Das ist schon mal gut. Außerdem verbessert sich dabei der Laufstil.
Kobs: Generell geht es darum, aus dem Wintertrott zu kommen. Nicht nur körperlich, auch mental. Etwa indem man an einer Kreuzung, an der man immer rechts abbiegt, einfach mal nach links abzweigt und sich überraschen lässt.

Und wenn man sich verläuft?

Kobs: Mit ein bisschen Ortsgefühl geschieht das eher selten. Zumal die Sonne ja jetzt länger scheint. Aber sollte man doch irgendwo landen, wo man sich nicht mehr zurechtfindet, dann ist es das Einfachste umzudrehen. Wenn man weiß, dass die eigene Kondition für maximal acht Kilometer reicht, dann ist es ratsam, nach vier Kilometern dieselbe Strecke zurückzulaufen.
Hillebrand: Zum Thema Abwechslung noch eine Anmerkung: Wer in den harten Winterwochen mit Spikes durch den Schnee stapfte, hat jetzt die Möglichkeit, mit leichteren Schuhen die höhere Geschwindigkeit auf Asphalt zu genießen. Auf Bürgersteigen, Radwegen oder auf wenig befahrenen Landstraßen. Oder auch auf einer 400-Meter-Bahn im Stadion, sofern man dazu Gelegenheit hat.

Diese Wettkampftipps haben die Laufprofis für die anstehenden Frühlingsläufe

Im Frühling besonders schnell: Anja Kobs, hier bei ihrer Marathon-Bestzeit im vergangenen Jahr.

Irgendwann werden Volksläufe wieder möglich sein, eventuell mit Hygienekonzepten. Welche Wettkampftipps können Sie Hobbysportlerinnen und -sportlern mitgeben, die während der Pandemie zum Laufen gefunden, aber noch nie einen Wettkampf bestritten haben?

Hillebrand: Wettkämpfe machen Spaß – freut Euch darauf! Mit vielen anderen Sportlerinnen und Sportlern an der Startlinie zu stehen und auf den Schuss zu warten, ist einfach ein geiles Gefühl.
Kobs (lacht): Und als Erste die Ziellinie zu überqueren, auch.
Hillebrand (schmunzelt): Stimmt. Wichtig ist, dass man schon am Vorabend seine Sachen gepackt hat und genau weiß, auf welchen Wegen man den Start sicher erreichen kann und wie viel Zeit man dafür braucht.
Kobs: Und wo man die Startnummer abholen muss. Wichtig ist auch, rechtzeitig vor Ort zu sein, um sich in Ruhe umziehen und einlaufen zu können.

Wann sollte man ankommen? 30 Minuten, 60 Minuten oder 90 Minuten vor dem Start des Wettkampfs?

Kobs: Mindestens eine Stunde vor dem Start.

Wie sieht es mit der Ernährung aus? Ein dicker Teller Pasta zum Kohlehydrate tanken?

Kobs: Das ist bei Volksläufen über fünf, zehn oder auch 21,1 Kilometer nie nötig. Die Grundregel lautet: Keine Experimente mit Speisen und Getränken in den letzten Tagen vor dem Wettkampf.
Hillebrand: Und keine neuen Kleidungsstücke und schon gar keine neuen Laufschuhe. Alles muss vertraut und ausgetestet sein. So ein Rennen ist eh schon spannend genug.

Schnell oder langsam angehen?

Kobs: Am besten nimmt man sich eine bestimmte Geschwindigkeit vor und hält sich strikt daran.
Hillebrand: Viele Neulinge lassen sich am Anfang gerne von der allgemeinen Euphorie mitreißen und gehen zu schnell an. Meistens führt das zu Problemen am Ende.
Kobs: Aber das gehört dazu, die Routine kommt mit der Zeit.

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Horst Kramer

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