Zu Gold geschoben: Lukas Frytz präsentiert die Siegermedaille in seinem Wohnzimmer in Puchheim. Den Pokal nahm Teamchef Christoph Hafer nach Hause.
+
Zu Gold geschoben: Lukas Frytz präsentiert die Siegermedaille in seinem Wohnzimmer in Puchheim. Den Pokal nahm Teamchef Christoph Hafer nach Hause.

Wintersport

Er schiebt Deutschlands besten Vierer-Bob - Lukas Frytz siegt bei den Nationalen Titelkämpfen

  • Peter Loder
    vonPeter Loder
    schließen

Mit einer Bilderbuchfahrt durch den Eiskanal am Königssee ist der Puchheimer Lukas Frytz als Schlussanschieber und Bremser im Vierer-Bob von Christoph Hafer deutscher Meister geworden.

Puchheim – Für den amtierenden Junioren-Vizeweltmeister ist das der erste Titel in der Männer-Königsklasse auf nationaler Ebene. Der 25-Jährige sprang am Start als Schlussmann in den Hightech-Bob. Als er ihn nach 1640 Metern und zwölf Kurven im Ziel abbremste, jubelten seine Vorderleute Christian Hammers und Kevin Korona bereits mit Pilot Hafer. Mit einer Gesamtzeit von 1:39,07 Minuten hatten sie in der Gesamtabrechnung nach zwei Durchgängen 46 Hundertstelsekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten Max Illmann (Chemnitz).

Die deutschen Top-Fahrer Francesco Friedrich (Pirna) und Johannes Lochner (Berchtesgaden) wollten eine Woche vor Beginn der Weltcup-Saison kein Risiko eingehen. Sie gingen am Königssee nur als Spurfahrer und damit außer Konkurrenz an den Start. Frytz hatte dafür Verständnis: „Sie gehören zur Weltspitze und betrachten die Saison in einem anderen Fokus.“ Anders als Richard Oelsner, der Hauptkonkurrent von Frytz und Hafer im Kampf um den dritten deutschen Weltcup-Startplatz. Der Altenberger verletzte sich und fällt nun für längere Zeit aus.

Schon im Training deutete sich der Sieg an

Bei null Grad und idealen äußeren Bedingungen war der Vierer-Bob von Christoph Hafer nach den schon im Training vorgelegten Zeiten seiner Favoritenrolle gerecht geworden. „Alles ist perfekt gelaufen“, freute sich Frytz nach zwei Bilderbuchfahrten durch den Eiskanal. Nun schmückt die deutsche Meistermedaille das Wohnzimmer des Puchheimers. Den Pokal nahm Teamchef Hafer mit nach Hause. Der war tags zuvor mit seinem Co-Piloten Christian Hammers bereits deutscher Zweier-Bob-Meister geworden.

Nächste Woche sind beide beim Weltcup-Auftakt in Sigulda (Lettland) am Start. Frytz muss dann zu Hause bleiben, denn die Bahn eignet sich nur für Zweier-Bob-Wettbewerbe. Und in dieser Disziplin ist Christian Hammers der bevorzugte Partner von Hafer. Ob Anfang Dezember der Weltcup in Innsbruck ausgetragen werden kann, ist angesichts der Corona-Beschränkungen in Österreich noch unklar. Für den Puchheimer geht es deshalb wohl erst wieder nach Weihnachten weiter. Dann wird im Dauerduell mit dem bis dahin wahrscheinlich wieder genesenen Oelsner ein weiteres Selektionsrennen im Kampf um die deutsche Nummer drei ausgetragen. Bis dahin trainiert der 25-Jährige im Münchner Leistungszentrum, nachdem die sonst bevorzugte Sportschule FFB-Puch geschlossen ist.

Auch interessant

Kommentare