Treue Anhängerschaft (v.l.): Thomas Weber und die Vanessa-Hinz-Fanclub-Mitglieder Axel Helwing, Andre Baumgartner, Ralf Simm und Markus Schüller mit zwei Trophäen von der WM in Antholz, die Vanessa Hinz ihren Anhängern geschenkt hat. Das Anfeuern gestaltet sich heuer wegen Corona allerdings schwierig.
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Treue Anhängerschaft (v.l.): Thomas Weber und die Vanessa-Hinz-Fanclub-Mitglieder Axel Helwing, Andre Baumgartner, Ralf Simm und Markus Schüller mit zwei Trophäen von der WM in Antholz, die Vanessa Hinz ihren Anhängern geschenkt hat. Das Anfeuern gestaltet sich heuer wegen Corona allerdings schwierig.

Wintersport

Fanklub von Biathletin Vanessa Hinz: Daumen drücken geht nur vor dem Fernseher

Die Biathletin Vanessa Hinz muss bei den ersten Rennen der Saison auf lautstarke Unterstützung verzichten. Ihr Fanklub um den Wenigmünchener Thomas Weber ist coronabedingt ausgebremst.

Wenigmünchen – Am Wochenende sind die internationalen Biathletinnen in ihre neue Weltcup-Saison gestartet. Darunter natürlich auch die WM-Zweite vom vergangenen Februar, Vanessa Hinz. Klar, dass sich ihr Fanklub um den Wenigmünchner Thomas Weber für diesen Winter einige besondere Aktionen ausgedacht hatte. Doch dann kam im März der berüchtigte Virus und ist jetzt immer noch da. Mit gravierenden Folgen für die Aktiven und die Anhänger des Wintersports.

„Nach derzeitigem Stand der Dinge werden zumindest die ersten Veranstaltungen ohne Zuschauer über die Bühne gehen“, berichtet Weber. Ins finnische Kontiolahti wäre er freilich sowieso nicht geflogen: Dort kämpften am Samstag und Sonntag die Frauen um erste Punkte. Eine Woche später findet auf demselben Kurs das zweite Wettkampfwochenende statt, diesmal sind auch die Männer dabei. Ursprünglich war das schwedische Östersund als Austragungsort vorgesehen, doch die Schweden haben die Veranstaltung wegen der Pandemie gestrichen.

Das Rennen in Hochfilzen findet heuer ohne Publikum statt

Am 11., 12. und 13. Dezember wäre es für die Hinz-Anhänger richtig ernst geworden. Denn dann stehen die Rennen im Tiroler Biathlon-Mekka Hochfilzen auf dem Programm. Allerdings ohne Publikum. „Das ist ausgesprochen schade. Denn dort sind wir schon seit vielen Jahren Stammgäste und kennen praktisch jeden Baum an der Strecke“, erzählt Weber mit einem Augenzwinkern. Er liebte den Schieß- und Loipensport schon zu Zeiten, als noch kein Mensch Vanessa Hinz kannte.

Zur Erinnerung: der „harte Kern“ der organisierten Vanessa-Hinz-Anhängerschaft hatte früher der zigfachen Weltmeisterin und Olympiasiegerin Andrea Henkel die Daumen gedrückt. Dass die sympathische Schlierseerin Vanessa Hinz das Zeug hat, eine der ganz Großen im Biathlon zu werden, das war Weber und seinen Mitstreitern schon früh klar. Obwohl lange Zeit alle Welt ausschließlich über Laura Dahlmeier redete. Dennoch oder gerade deswegen gründeten die ehemaligen Henkel-Anhänger im Jahr 2017 ihren Vanessa-Hinz-Fanklub.

Zu Hinz‘ Silber-Erfolg konnte Thomas Weber nicht fahren

Sie hatten den richtigen Riecher: Am Dienstag, 18. Februar 2020, ergatterte Hinz in dem hochdramatischen WM-Rennen über 15 Kilometer Silber, nur winzige 2,2 Sekunden fehlten zu Gold. Hinz war dennoch überglücklich, ebenso ihre Fans. Weber war damals zu seinem größten Bedauern nicht vor Ort in Antholz (Südtirol): „Für mich war es ein ganz normaler Arbeitstag.“

Einige Fanklub-Mitglieder verfolgten das Rennen an der Strecke und hatten Gelegenheit, der Vizeweltmeisterin zu gratulieren. Als Dankeschön für die Unterstützung erhielten sie von ihr einige Beigaben der Siegerehrung, darunter ein Tannenzweig-Gesteck und ein Erinnerungs-Schnitzwerk. Weber schickte seine Glückwünsche per E-Mail. Wenige Tage später wurde klar, dass sich der Virus vom nahen Kitzbühel aus gen Deutschland aufmachte und in ganz Europa verbreitete. „Wer weiß, wozu es gut war, dass ich damals nicht mitfeiern konnte“, erklärt der Wenigmünchner nachdenklich.

Den ganzen Sommer über standen Weber und seine Kameraden mit Hinz in Kontakt, auch als sie sich im August ein Außenband riss. „Jetzt ist sie aber wieder topfit“, erzählt Weber. Bei den Auftaktrennen reichte es allerdings nur zu den Plätzen 37 und 32.

Die Wettkämpfe von Ruhpolding sollen nach Thüringen verlegt werden

Ein weiterer Pflichttermin neben Hochfilzen wären für Weber und seine Leute natürlich die Wettkämpfe in Ruhpolding gewesen, die für Anfang Januar angesetzt waren. Doch die Oberbayern haben ebenfalls schon zurückgezogen. Kein Wunder bei den hohen Inzidenzzahlen, die seit Wochen im Landkreis Traunstein herrschen. Die Ruhpoldinger Rennen sollen nun im thüringischen Oberhof ausgetragen werden. Ob mit oder ohne Publikum ist offen. „Wir müssen abwarten, wie sich die Corona-Situation entwickelt, dann sehen wir weiter“, sagt der Wenigmünchner. Er hofft auf die Wettbewerbe in Antholz (Januar) oder auf die WM im slowenischen Poklijuka (Februar).

Selbstverständlich werden er und seine Kumpel ab Ende November alle Rennen im Fernsehen verfolgen. „Wir drücken Vanessa virtuell die Daumen“, sagt Weber. Bei den Übertragungen wird er Ausschau nach dem nagelneuen Vanessa-Hinz-Fanklub-Banner halten, das an der Strecke angebracht sein sollte. Der Klubchef nutzte seine Kontakte zu den Betreuern der DLV-Läuferin und gab ihnen Banner und Beachflags mit. Deren klare Botschaft lautet: „Auf geht’s Vanessa!“

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Horst Kramer

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