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Das Meister-Shirt lag für Puchheims Titelträgerinnen schon griffbereit.

Puchheims Sport-Exotinnen und ihr Floorball-Hobby

Deutsche Meisterinnen bekommen eine Stunde schulfrei

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Wovon die Fußballer der drei Stadtvereine nur träumen können, haben die U15-Juniorinnen der Sportfreunde (SF) Puchheim gleich im ersten Anlauf geschafft. Sie wurden in der heimischen Laurenzer-Halle deutsche Floorball-Meisterinnen.

Puchheim-Ort – Seit drei Jahren besteht die Mädchenmannschaft der SF Puchheim, die sich dem Trendsport widmet. Floorball ist eine Mischung aus Eis- und Feldhockey. Zwei Jahre haben sie in der „Jungs-Liga“ mitgespielt, wie sie es ausdrücken. In der gerade abgelaufenen Runde ging das Team von Trainerin Marina Münster und Betreuerin Kerstin Schmidt erstmals in der bayernweit ausgetragenen U15-Juniorinnen-Liga an den Start.

Was nun folgte, sei wie Ostern, Weihnachten und Mega-Geburtstagsparty in einem. Anders konnte es DM-Organisatorin Anita Wagner nicht beschreiben. Erstmals hatten sich die SF mit ihrer U15 für die Endrunde qualifiziert und in der Laurenzer-Halle auch gleich die Ausrichtung der Endrunde übertragen bekommen – zusammen mit dem FC Stern München, dem die Sportfreunde in Freundschaft und sportlicher Konkurrenz gleichermaßen verbunden sind. Dazu stellten die Puchheimerinnen mit durchschnittlich 13,3 Jahren das jüngste aller sechs Endrundenteams. „Und dann werden wir auch gleich noch deutsche Meister“, jubelte Wagner.

Bereits im Halbfinale – ausgerechnet gegen den FC Stern – hatten die Puchheimerinnen einen emotionalen Höhepunkt abgeliefert. Nach den zweimal 20 Minuten regulärer Spielzeit hatte man den vermeintlich erfahreneren und damit favorisierten Münchnerinnen ein 2:2 abgerungen. „Die Verlängerung war dann für alle aufregend“, erlebte Wagner das erst einmal torlose Geschehen nach. Erst die zweite Verlängerung mit Sudden Death brachte die Entscheidung.

Nicht minder spannend verlief das Finale gegen UHC Weißenfels. Gegen die Mädchen aus Sachsen-Anhalt mussten die Puchheimerinnen eine ganze Weile einem Rückstand hinterherjagen, ehe die Aufholjagd in einem 7:5-Sieg endete. Zudem wurden im Laufe des Turniers Lilly Pertack, Christina Schmidt und Amelie Wagner je einmal als beste Spielerinnen gekürt. Ebenso wie die überragende Torhüterin Lotta Herrmann.

Lohn der Mühen wird eine besondere Ehrung im Rahmen des Sommerfestes des Vereins am 6. Juli sein. Außerdem bekamen zumindest die Gymnasiastinnnen des Teams gestern die erste Schulstunde frei. „Das hat eine Mutter organisiert, damit die Mädels ein bissschen feiern können“, so Wagner.

Als Mitglied des Organisationsteams war sie auch mit dem gesamten Ablauf zufrieden. „Gut, dass wir den FC Stern als Partner hatten.“ Nur so habe man die zwei Tage stemmen können. Dazu gehörten eigens für die Meisterschaft angefertigte T-Shirts und auch eine Players Lounge für die Spielerinnen, die zudem mit einem eigenen Cateringservice versorgt wurden. Anders habe man knapp 70 Spielerinnen mitsamt ihren Betreuern nicht sportgerecht versorgen können.

Wagner freute sich auch über die Stimmung unter den Fans aus München, Kaufering, Weißenfels, Bonn und Dessau. Bemerkenswert war der Anhang der SG Bonn-Ennepetal. Selbst trotz aussichtslosem 0:17-Rückstand behielten sie ihre gute Laune und bejubelten den Ehrentreffer wie einen Finalsieg.

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