Seit 45 Jahren spielt Wolfgang Hahn Tennis.

Fürstenfeldbruck

Tennis ist für ihn ein wahrer Jungbrunnen

Sport kennt keine Altersgrenze: Immer mehr Menschen wollen auch jenseits der 70 nicht auf körperliche Betätigung verzichten. Auf Rekorde kommt es dabei nicht mehr an. Spaß, fit bleiben und Geselligkeit steht bei den Senior-Sportlern im Vordergrund.

Fürstenfeldbruck – Er gehört zu den Besten in Bayern: Wolfgang Hahn spielt seit 45 Jahren Tennis und gewinnt in seiner Altersklasse eine Meisterschaft nach der anderen. Und auch der 80. Geburtstag ist kein Grund aufzuhören.

Am Vormittag trifft man Wolfgang Hahn gewöhnlich auf dem Golfplatz in Rottbach, nachmittags spielt er Tennis auf dem Platz am Fliegerhorst – eine jahrelange Routine, die in Corona-Zeiten etwas pausieren musste, aber hoffentlich bald wieder Alltag für den Sport-Enthusiasten wird. Denn, das ist ihm wichtig, gesportelt wird an jedem Tag.

Auch mit 80 Jahren ist Wolfgang Hahn ein erfolgreicher Tennisspieler. Erst im vergangenen Jahr hat er einen Pokal nach dem anderen nach Hause gebracht: Er wurde Bayerischer Vizemeister, Zweiter beim Seniorenturnier in Weilheim, Sieger des Turniers in Karlsfeld. In der Ü80-Rangliste 2020 steht er auf Platz 24. „Sport war für mich schon immer ein notwendiger Ausgleich zum Bürojob“, erzählt er.

Im Dienst bei der Bundeswehr an unterschiedlichen Standorten hat er sich immer vom jeweiligen Angebot inspirieren lassen: „Ich habe Fußball gespielt, Handball, Faustball, je nachdem, was es gerade gab.“ Er hat in verschiedenen Mannschaften gespielt, an Turnieren teilgenommen. Als die Offiziersschule der Luftwaffe, wo Hahn tätig war, von Neubiberg nach Fürstenfeldbruck verlegt worden war, hat ihn ein Kollege dort zum Tennisspielen eingeladen. So kam Wolfgang Hahn 1977 zum Tennis. Zunächst spielte er beim TuS Fürstenfeldbruck, etwa zehn Jahre später wechselte er zum SC Gröbenzell, wo er heute noch „mit fast derselben Truppe von damals“ spielt.

An diesem Mittwoch wird Wolfgang Hahn 80 Jahre alt. Und auch das neue Jahrzehnt ist für ihn kein Grund, sportlich kürzer zu treten: „Nur, wer dranbleibt, hält sich fit und hat die nötige Kondition.“ Und so macht er sonntags auch keine Pause, sondern geht laufen – am liebsten im Wald: „Auf Waldwegen muss man aufpassen und sich konzentrieren.“

Seine Motivation ist der Erfolg: „Erfolge haben, sich messen können“, das treibe ihn an. Das erste Mal wurde er mit 55 Jahren Bayerischer Meister, das zweite und dritte Mal jeweils mit 70 und 75 Jahren. „Oberbayerischer Meister war ich zehn Mal“, erzählt er. Es sind aber nicht nur die Siege, auch die Gemeinschaft im Team gehört dazu. Die Senioren treffen sich am Nachmittag auf dem Tennisplatz, spielen eine Runde und tauschen sich im Anschluss aus. Von der ehemaligen Mannschaft aus den 1980er-Jahren sind fast alle geblieben, man kennt sich gut, und so ist Tennis mehr als ein Hobby.

Seine Leidenschaft für den Tennissport gibt Wolfgang Hahn auch gerne weiter. Er hat seiner Frau das Tennisspielen beigebracht. Und auch mit seinem zweijährigen Urenkel spielt er schon Softball im Garten.

Mit dem Golfen hat Wolfgang Hahn vor 20 Jahren angefangen. Für diesen Sport hat er eine ganz besondere Faszination. Denn, so sagt er, „Beim Golf ist jeder Tag anders“. Ob er sich Sport auch im Fernsehen anschaut? Aber natürlich, im Wohnzimmer steht ein großer Fernseher, auf dem er Tennis- und Golfturniere gut verfolgen kann. Vormachen kann ihm dort aber keiner was: „Ich bin mein eigenes Idol.“

Sport kennt kein Alter

In der Serie stellt das Tagblatt in den kommenden Wochen Sportler vor, die auch im fortgeschrittenen Alter fit wie der sprichwörtliche Turnschuh sind.

Verena Schmöller

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare