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Die Abwehr um und Torwart Michael Luderschmid verhinderten mit vereinten Kräften einen Konstanzer Favoritensieg.

Handball

Kurioser Glücksmoment zum Ligastart

Die Sensation ist perfekt: Die Drittliga-Handballer des TuS Fürstenfeldbruck haben das Auftaktspiel gegen den großen Favoriten Konstanz mit 24:23 (13:11) gewonnen – in einem Krimi mit einem Höhepunkt, wie man ihn wohl nie wieder sieht.

Fürstenfeldbruck – Es steht 24:23 für die Panther. Mit dem Schlusspfiff wird der Konstanzer Werfer gefoult. Direkter Freiwurf. Der Schütze zirkelt den Ball an der Brucker Mauer vorbei, an Torhüter Michael Luderschmid vorbei, der Ball steigt hoch – und bleibt zwischen Pfosten und Latte im Kreuzeck stecken. Kein Tor. Die Hölle des Südens kocht über.

„So etwas passiert nicht einmal im Training“, sagt Luderschmid. Panthercoach Martin Wild spricht von „der perfekten Schlusspointe für ein geiles Handballspiel“. Ein geiles Handballspiel, das den knapp 700 Fans in der Wittelsbacher Halle Nerven aus Drahtseilen abforderte.

Die Panther dominierten den großen Favoriten über weite Strecken zwar überraschend deutlich. Trotzdem steuerten sie am Ende auf das beschriebene Herzschlagfinale zu. 21:16 stand es gut zehn Minuten vor Schluss, als die Panther plötzlich Angst vor der eigenen Courage zu bekommen schienen. Die Konstanzer holten Tor um Tor auf. Drei Minuten vor Schluss hieß es plötzlich 22:22. Alles wieder offen.

Den Weg zum Sieg bereitete ein Notnagel: Christian Haller wurde kurzfristig aus der Reserve hoch beordert, weil Neuzugang Alex Horner verletzt ausfiel. Mit einem Treffer ins leere Tor – Konstanz hatte beim Stand von 23:22 für den TuS mit sieben Feldspielern angegriffen und den Ball verloren – erhöhte Haller auf 24:22. Und das sollte am Ende reichen – dank zweier Aluminiumstangen und klebrigem Harz am Ball.

Den Sieg auf diesen glücklichen Umstand zu reduzieren, würde der Leistung der Panther aber nicht gerecht. Eigentlich wolle er nicht in Superlativen sprechen, sagt Wild. Dann tut er es doch: Luderschmid im Tor sei „überragend“ gewesen, matthias Hild in der Abwehr gegen den Konstanzer Kreisläufer Fabian Wiederstein – der war 2014 immerhin Junioren-Europameister – „sensationell“.

Überhaupt zeigte die Abwehr ein Top-Spiel. „Unter 25 Toren zu bleiben, ist immer unser Ziel“, sagt Luderschmid. Dass es gegen Konstanz klappt, habe man vor dem Spiel nicht gedacht. Wohl aber, dass man nicht chancenlos ist. „Die Spieler haben von Anfang an daran geglaubt, dass sie gewinnen können“, hatte Wild beobachtet. Die Mannschaft sei emotional und kämpferisch auf den Punkt fit gewesen.

So gelang ein Traumstart, der nach den Verletzungsschocks von Sebastian Meinzer und Korbinian Lex während der Vorbereitung vieles leichter mache, so Wild: „Wir wissen jetzt, dass wir trotzdem konkurrenzfähig sind.“

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