Pokale beim Parsberg Cup
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Die begehrten Trophäen des Parsberg-Cups. Wegen Corona mussten die Sieger sie selbst vom Tisch nehmen.

Tennis

Parsberg Cup: Nur ein Titel geht an einen Landkreis-Spieler

  • Thomas Benedikt
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Lange war unklar, ob der traditionsreiche Parsberg-Cup überhaupt stattfinden könne. Die Corona-Pandemie drohte das Ranglistenturnier für die Tennis-Jugend zu durchkreuzen. Doch der TC Kreuzlinger Forst hat es geschafft. Auf vier Anlagen wurde Tennis vom Feinsten geboten.

Germering – „Den Pokal musst du dir selber nehmen, den darf ich dir leider nicht geben.“ Diesen Satz hat Parsberg-Cup Organisator Dominik Hirsch am Mittwoch des öfteren sagen müssen. Wegen der Corona-Pandemie und den umfangreichen Hygiene-Regeln war bei dem Traditions-Turnier heuer vieles anders als sonst. Aller widrigen Umstände zum Trotz wurde an drei Tagen auf vier Anlagen teils überragendes Jugend-Tennis gespielt.

Seit der Auflösung des ursprünglichen Ausrichters Unitas Germering ist der größte verbliebene Tennisverein der Stadt die neue Heimat des Jugend-Wettkampfes. Von den Spielern wird das Turnier immer besser angenommen. „Unter meiner Leitung war es sogar eine Rekord-Teilnehmerzahl“, sagt Hirsch. Vor fünf Jahren hat er die Organisation übernommen. „Damals hatten wir um die 80 Spieler, heuer waren es über 200.“

Die Elite des Tennis-Nachwuchses gab sich die Ehre

Ins Straucheln geraten ist das Dachauer Nachwuchstalent Sydney Zick im Finale der U14-Konkurrenz. Dort unterlag er Ivan Melnik deutlich in zwei Sätzen.

Darunter waren einige der besten Nachwuchs-Talente Bayerns und sogar Deutschlands. Die Folge: Für die meisten Landkreis-Spieler war spätestens im Viertelfinale Schluss. Die einzige Ausnahme gab es ausgerechnet bei einer der niedrigsten Altersklassen. Bei den U10-Mädchen setzte sich die Puchheimerin Alexandra Röhr gegen Gegnerinnen aus Dresden, Lauffen und München durch und holte sich den Titel. Das topgesetzte Nachwuchs-Talent des TC Puchheim wurde seiner Favoritenstellung damit mehr als gerecht.

Hoffnung auf einen Heimsieg hatte es auch bei den U16-Mädchen gegeben. Dort hatte Sophia Jurina den Spitzenplatz der Setzliste inne. Die 16-Jährige schlägt zwar mittlerweile für den TC Blutenburg München auf. Bis vor zwei Jahren durchlief sie allerdings ihre gesamte Tennis-Ausbildung beim TC Kreuzlinger Forst. Ihre Titelambitionen waren aber im Viertelfinale zu Ende. Gegen die spätere Turnier-Siegerin Victoria Pohle (TC Weiss-Rot Stuttgart) hatte sie mit 1:6, 1:6 keine Chance. Der Auftritt der Stuttgarterin war umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass die gerade einmal 13-Jährige eigentlich noch bei der U14 antreten dürfte.

Der TC Aschheim ist der erfolgreichste Verein

Kurz vorm Finale gestoppt: Lucas Deliano zog nach zwei Marathon-Matches im Halbfinale den Kürzeren.

Die erfolgreichsten Teilnehmer kamen dieses Mal vom TC Aschheim. Der Verein aus dem Osten Münchens stellte mit Franziska Kremerskothen nicht nur die Zweitplatzierte bei den U16-Juniorinnen. Bei den U18-Junioren gab es sogar ein reines Aschheimer Finale. Dort setzte sich der hoch favorisierte Felix Reich gegen seinen drei Jahre jüngeren Kontrahenten Robin Trono durch. Über den Ausgang der Partie gab es nie Zweifel. Mit 6:0, 6:0 fegte Reich über seinen Gegner hinweg.

Das Finale war aber auch in anderer Hinsicht typisch für das Turnier. Weit mehr als die Hälfte der Teilnehmer kommt aus den Großräumen um München und Augsburg. Doch es gab auch zahlreiche Spieler, die wesentlich weitere Anreisen hinter sich gebracht haben. Stuttgart, Dresden oder Leipzig gehörten zu den Spitzenreitern für die längste Anfahrt.

Viele der Spieler des Parsberg-Cups werden sich auch in diesen Tagen noch einmal begegnen. Seit gestern läuft auf der Anlage des TC Sport Scheck München ein weiteres Ranglistenturnier für die Tennis-Jugend – mit ganz ähnlicher Spieler-Besetzung wie in Germering. Die perfekte Chance also, um sich für knappe Niederlagen zu revanchieren, oder die gute Form vom Parsberg-Cup mit nach München zu nehmen

Alle Sieger auf einen Blick

U18 männlich: 1. Felix Reich (TC Aschheim), 2. Robin Trono (TC Aschheim)

U18 weiblich: 1. Lea Aschenberger (TC Weiss-Blau Landshut), 2. Nastasija Nestrovic (Grunewald Tennis-Club)

U16 männlich: 1. Florian Walcher (TC Reit im Winkel), 2. Lukas Rieber (TC Friedberg)

U16 weiblich: 1. Victoria Pohle (TC Weiss-Rot Stuttgart), 2. Franziska Kremerskothen (TC Aschheim)

U14 männlich: 1. Ivan Melnik (TSV Neubiberg-Ottobrunn), 2. Sydney Zick (TC Dachau 1950)

U14 weiblich: 1. Sophia Ksandinov (SV Lohhof), 2. Daria Remetean (Leipziger TC 1990)

U12 männlich: 1. Lovis Bertermann (TC Großhesselohe), 2. Max Giessinger (MTTC Iphitos München)

U12 weiblich: 1. Mariella Thamm (TC Bernhausen), 2. Tatjana Topic (SV Gablingen)

U10 männlich: 1. Lorenzo Rauner (TSV Burgau), Filip Lazarevic (GW Luitpoldpark München)

U10 weiblich: 1. Alexandra Röhr (TC Puchheim), 2. Lisa Nothdurft (GW Luitpoldpark München)

U8 männlich: 1. Ben König (TC Wehen), 2. Vincent Aurnhammer (TC Ismaning)

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