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Beim einzigen Fechtverein im Landkreis

Gröbenzells kleine Fechter mit großem Talent

Die Jugendarbeit der Gröbenzeller Fechter trägt Früchte. Bis zu 20 Buben und Mädchen trainieren regelmäßig ihre Fähigkeiten. Die Trainer gehen mit großen Engagement an ihre Aufgabe. Den Nachwuchs zu halten, ist aber nicht einfach.

VON ERIC NESTLER

Gröbenzell „Am besten gefällt mir am Fechten, dass es nicht eine bestimmte Abfolge an Bewegungen gibt, sondern dass man sich immer selbst aussuchen kann, was man macht, um den Gegner zu besiegen.“ Florian Schlickenrieder ist erst elf Jahre alt, weiß aber genau, was ihm am besten beim Fechten gefällt. Der Elfjährige schwingt bereits seit anderthalb Jahren den Degen und trainiert regelmäßig im Fechtclub Gröbenzell unter Leitung von Trainerin Katharina Neuschaefer.

Ohne Fleiß kein Preis – das gilt auch beim FCG. Durchschnittlich 15 bis 20 Mädchen und Buben trainieren zweimal wöchentlich ihre Fechtkünste in der Wildmooshalle in Gröbenzell. Zusätzlich dazu werden weitere Trainingsschichten in Gröbenzell an Sonntagen und in Freitagseinheiten in Augsburg angeboten. Auch in den Ferien stoppt der Trainingsbetrieb des FCG nicht.

Nach dem Aufwärmen folgen in jeder Einheit Übungen, um die beim Fechten essentielle Beinarbeit zu trainieren. Immer wieder werden einzelne Jugendliche von Übungsleiterin Katharina Neuschaefer beiseite genommen, um im Einzeltraining an ihrer Technik zu feilen. Doch auch der restliche Teil der Gruppe kommt nicht zu kurz. Denn neben erfahrenen und auch international erfolgreichen Fechtern wie Martin Pichlmeier geben auch Nachwuchstalente wie Josefine Wallner ihre Erfahrungen an die jüngeren Fechter weiter. So ist es in Gröbenzell durchaus keine Seltenheit, dass auf vier oder fünf Jugendliche im Schnitt ein Trainer kommt. So können sich die Jugendlichen stetig verbessern.

Doch auch wenn sie die Jugendlichen des FCG trainiert, ficht Wallner auch noch selbst. Ihre Fähigkeiten konnte sie beim alljährlichen Max-Geuther-Marathon-Turnier zeigen. Unter 34 Fechtern setzte sich das Gröbenzeller Nachwuchstalent durch und wiederholte seinen Vorjahreserfolg. In der Alterskategorie U17 stand Wallner am Ende ganz oben auf dem Treppchen und konnte die Trophäe in die Luft strecken.

Für die Fechter aus Gröbenzell hat das Heimturnier einen besonderen Stellenwert, denn der Wettkampf wird jedes Jahr zu Ehren des 2018 verstorbenen Ehrenvorsitzenden des Fecht-Clubs ausgetragen. Der dreimalige Olympiateilnehmer Max Geuther gründete 1979 den Fecht-Club Gröbenzell und führte diesen für die darauf folgenden 30 Jahre.

Ebenso wie Trainerin Katharina Neuschaefer ist Abteilungsleiter Dominik Nagel sehr zufrieden mit der Leistung seiner Fechter beim ersten Turnier des Jahres. Obwohl es für viele Jugendliche der erste Wettbewerb ihrer Fechter-Laufbahn war, ließen sich die Ergebnisse durchaus sehen. Der 13-jährige Christopher Quast erreichte bei seinem Einstandsturnier einen hervorragenden achten Platz. Obwohl Quast direkt nach dem Nachmittagsunterricht in die Halle muss, versucht er, zweimal wöchentlich ins Training zu kommen.

Dass die Jugendlichen mit solch einem Enthusiasmus den Fechtsport betreiben, liegt nicht zuletzt an der guten Arbeit der Trainer des FCG. Doch trotzdem ist es nicht einfach, die Talente längerfristig beim Fechten zu halten. Denn nicht selten kommt es vor, dass die Jugendlichen andere Wege einschlagen und den Fechtsport verlassen. Außerdem muss man es mögen, dem anderen eine Falle zu stellen. „Denn so ist dieser Sport“, sagt Abteilungsleiter Nagel.

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