Falk Kolodziej (M.) war im Spiel gegen Gummersbach einer der besten auf Seiten des TuS.
+
Falk Kolodziej (M.) war im Spiel gegen Gummersbach einer der besten auf Seiten des TuS.

Handball 2. Bundesliga

Seine Assists helfen dem ganzen Team - TuS-Angreifer Falk Kodziej ist der beste Zuspieler der Liga

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
    schließen

Er ist der vielleicht wichtigste Spieler der Panther: Falk Kolodziej ist der Denker und Lenker im Team der Fürstenfeldbrucker TuS-Handballer.

Fürstenfeldbruck – Er ist der vielleicht wichtigste Spieler der Panther: Falk Kolodziej ist der Denker und Lenker im Team der Fürstenfeldbrucker TuS-Handballer. Dass er einige Mitspieler schon aus Jugendzeiten kennt, kommt ihm dabei zugute.

Kolodziej wirft den Ball hoch Richtung Gummersbacher Torraum. Dort steigt Johannes Stumpf hoch, schnappt sich den Ball in der Luft und verwandelt den so genannten Kempa-Trick sicher. Assist: Koldziej. Einer von insgesamt bereits 92 in dieser Spielzeit. Damit ist der 27-Jährige mit himmelweitem Abstand Führender in der 2. Bundesliga. Wilhelmshavens Bartosz Konitz auf Rang zwei hat erst 62 Zuspiele zu verzeichnen, die zu einem Tor führten.

„Das war schon mein Ziel, dass ich in der Statistik, vorne mitspiele“, sagt Kolodziej, der die Assists als eine seiner Stärken sieht. „Bislang hat das mit Julian Prause am Kreis ganz gut geklappt.“ Und auch der Kempa-Trick mit Stumpf gegen Gummersbach war nicht der erste seiner Art.

Falk Kolodziej: Seine Mitspieler kennt er teilweise noch aus der Jugend

Dass gerade das Zusammenspiel mit Prause und Stumpf so gut klappt, verwundert bei einem Blick in die Vergangenheit nicht. Beide Panther-Mitspieler kennt „Kolo“, wie er von allen genannt wird, schon lange. Auch mit Urgestein Tobias Prestele hat er bereits vor einigen Jahren zusammengespielt. Während Kolodziej mit Prause und Stumpf in der Offensive harmoniert, bildet er mit Prestele einen Kernpunkt des defensiven Bollwerks, das gegen Gummersbach wie eine Maschine funktionierte.

Das Geheimnis dahinter ist ein recht einfaches: „Es hilft ungemein, wenn man weiß, was der Nebenmann macht“, sagt Kolodziej. Blindes Verständnis eben. Dazu bringt der Spielmacher schon Zweitliga-Erfahung in den ansonsten im Profihandball ziemlich unbewanderten Panther-Kader. Nach seiner Zeit beim TuS, wo er bereits in der Jugend aktiv war, ging Kolodziej drei Jahre auf Wanderschaft. Bad Neustadt, Balingen und dann Zweitligist Saarlouis waren seine Stationen. Die dort gewonnenen Erfahrungen kommen ihm nun auch bei den Brucker TuS-Handballern zugute.

Panther wurden in den ersten Spielen überrannt

„Der größte Unterschied zwischen 3. und 2. Liga ist das Torhüterspiel und der schnelle Gegenstoß“, berichtet Kolodziej. Das habe man auch in den ersten Partien der Panther in der 2. Bundesliga gesehen, als sich die Truppe von Trainer Martin Wild überrennen ließ. „Diese Erfahrung habe ich auch schon in Saarlouis gemacht“, sagt der Spielmacher.

Dass er sich ans Profisystem gewöhnt hat, zeigen nicht nur seine 92 Assists. Daneben war Kolodziej bislang auch 108 Mal selbst erfolgreich, wobei er seine Abschlussqualitäten selbst gar nicht so sehr überbewerten will. „Da sind schließlich auch die Siebenmeter dabei“, sagt er. 41 Strafwürfe hat der Student der Sportwissenschaften, der ursprünglich Groß- und Außenhandelskaufmann gelernt hat, in dieser Saison schon verwandelt.

Seinen Saisonhöhepunkt hatte er beim 32:25-Sensationssieg gegen Gummersbach. Zehn Tore standen nach einer grandiosen Leistung gegen den Altmeister in seiner Statistik. Dabei konnte er wegen einer Bauchmuskelzerrung fast die gesamte zweite Halbzeit nur noch Siebenmeter werfen und saß ansonsten auf der Bank.

Gegen Gummersbach kann das Team Kolodziejs Ausfall kompensieren

Dass es trotz seines Fast-Komplettausfalls keinen Bruch im Spiel gab, liegt am guten Zusammenhalt im Team, wie Kolodziej berichtet. Der sei im Aufstiegsjahr in der 3. Liga sogar noch besser gewesen, weil man mehr miteinander unternehmen konnte.

„Dass wir uns jetzt außerhalb der Spiele nicht treffen oder mal auf ein Bier zusammensetzen können, geht uns schon ab“, sagt Kolo. Trotzdem sei der Spirit in der Amateurtruppe groß: „Weil es keiner fürs Geld macht, sondern weil jeder sich verbessern will.“ Als Spielmacher hat Falk Kolodziej dabei einen großen Anteil an der Entwicklung seiner oft jungen Nebenleute.

Weitere Nachrichten aus der Welt des Sports im Landkreis Fürstenfeldbruck finden Sie hier.

Der Amateurfußball in der Region ist hier zuhause.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare