Spielte bis zu einer Verletzung absolut überragend: Falk Kolodziej (in schwarz).
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Spielte bis zu einer Verletzung absolut überragend: Falk Kolodziej (in schwarz).

Handball 2. Bundesliga

Sensationeller Sieg - Panther erteilen Altmeister Gummersbach eine Lehrstunde

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Was für ein Abend! Die aus reinen Amateursportlern bestehenden TuS-Handballer feierten einen sensationellen 32:25 (17:12)-Erfolg gegen Altmeister Gummersbach.

Fürstenfeldbruck – Dabei schlugen die Panther ihren Gegner nicht nur einfach, sie verpassten ihm eine Lehrstunde – und das, obwohl die Brucker fast die gesamte zweiten Halbzeit ohne Spielmacher Falk Kolodziej auskommen mussten.

Es war die Schrecksekunde des Spiels, als Kolodziej relativ zu Beginn des zweiten Durchgangs nach einem Zusammenprall zunächst liegen blieb und dann humpelnd das Feld verließ. „Bauchmuskelzerrung“, so lautete die Diagnose von Trainer Martin Wild. Der Spielmacher konnte nur noch für Siebenmeterwürfe aufs Feld.

Falk Kolodziej liefert ein überragendes Spiel - dann muss er verletzt runter

Bis dahin hatte Kolodziej eine sensationelle Partie abgeliefert. Zehn tore und vier Vorlagen hatte er am Ende in seiner Statistik stehen. Wer weiß, wie oft „Kolo“ noch getroffen hätte, wenn er komplett hätte durchspielen können. Wer nun aber meinte, dass der Ausfall des Denkers und Lenkers zu einem Bruch im Brucker Spiel führen würde, der sah sich getäuscht.

Eigentlich verbietet es sich nach diesem Spiel sogar, einzelne Akteure herauszuheben. Zu stark agierte das Panther-Kollektiv „Wir waren bissig, haben Gummersbach genervt, eine unfassbare Abwehr gespielt und unfassbare Moral gezeigt“, übte sich Wild in verdienten Superlativen. Relativ schnell zeichnete sich ab, dass die Partie einen völlig anderen Stempel als das mit 25:40 verlorene Hinspiel bekommen würde.

Hatten sich die Panther in Gummersbach noch überrollen lassen, so gestalteten sie die Anfangsphase dieses Mal ausgeglichen – zumindest bis zum 7:7. Danach rieben sich die Fans an den Bildschirmen und die wackeren Schlachtenbummler, die das Geisterspiel durch die Hallenfenster verfolgten, wahrscheinlich verwundert die Augen.

Wild vertraut seinem Bauchgefühl für die Torhüter-Position

Die Panther übernahmen das Kommando und zogen bis zur Pause auf 17:12 davon. Und trotz der Mannschaftsleistung muss man am Ende doch noch einen Namen hervorheben: Stefan Hanemann. Im Grunde hatte Wild gar keinen Anlass für einen Torhüterwechsel. Michael Luderschmid hatte in den zurückliegenden Partien trotz der sechs Niederlagen in Folge bestechend gut gespielt. Dennoch schickte Wild gegen Gummersbach Hanemann zwischen die Pfosten.

Mit ein Grund war, dass sich Erik Wudtke in Begleitung von Wild in der Halle befand. Der Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft kennt Hanemann noch aus seiner Zeit als Jugendnationaltrainer. „Ich dachte mir schon, dass seine Anwesenheit ein paar Prozente mehr aus Stefan rauskitzeln könnte“, sagte Wild. Der Rest sei Bauchgefühl gewesen.

Elf Paraden standen nach den 60 Minuten auf Hanemanns Konto, darunter drei direkt gehaltene Siebenmeter. Bei einem weiteren Strafwurf war sein Gegenspieler schon so entnervt, dass er neben das Tor warf. Und weil die Panther auch nach vorne wie aus einem Guss agierten, geriet der Sieg gegen die zunehmend frustriert agierenden Gummersbacher nie in Gefahr. Wild: „Wir haben 100 Prozent verdient gewonnen.“

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