Nach der Schlusssirene kannte der Jubel bei den Außenseitern des TuS Fürstenfeldbruck keine Grenzen.
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Nach der Schlusssirene kannte der Jubel bei den Außenseitern des TuS Fürstenfeldbruck keine Grenzen.

Handball 2. Bundesliga

Sensationssieg: Der TuS Fürstenfeldbruck bezwingt den Spitzenreiter aus Hamburg

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Dem TuS Fürstenfeldbruck gelingt die Sensation und er schlägt den HSV Hamburg - Spitzenreiter der 2. Handball-Bundesliga - mit 29:27.

Fürstenfeldbruck – Die Sensation ist perfekt: Die Panther haben den HSV Hamburg geschlagen. Mit 29:27 (14:14) rissen die Brucker TuS-Handballer den Spitzenreiter aus allen Träumen – und geben damit auch die rote Laterne in der 2. Bundesliga wieder an Ferndorf ab. Unmittelbar nach der Schlusssirene klang Panthercoach Martin Wild beinahe noch etwas verhalten. „Erstaunlich“ sei die Leistung seiner Spieler gewesen. Und: „Bewundernswert.“ Dann fiel es doch noch, das S-Wort – wenn auch nur ein wenig relativiert: „Vielleicht ist es sogar eine Sensation.“ Doch die Frage nach dem Konjunktiv stellt sich eigentlich nicht. Denn wenn nicht für solche Spiele, für welche dann wurde das Wort Sensation erfunden?

Der HSV ging als klarer Favorit ins Spiel, lag bei Anpfiff in der Tabelle noch 28 Punkte vor den Panthern. Die Tordifferenz für die Hamburger betrug +77, die der Panther hingegen -75. Die Hansestädter schielen in Richtung Aufstieg, der TuS kämpft gegen den Abstieg. Die Männer von der Alster sind Vollprofis, die Männer von der Amper reine Amateure.

Früher Vorsprung schmilzt kurz vor der Pause dahin

Und trotzdem ließen sich die Panther nicht den Schneid abkaufen. und zeigten von Beginn an, dass sie nicht vorhatten, wie das Kaninchen vor der Schlange in Ehrfurcht zu erstarren. Im Gegenteil. Für die Defensivarbeit seiner Truppe vor allem in der ersten Viertelstunde bemühte Wild das Wort, das er zuvor so zaghaft umschifft hatte, dann doch ohne Einschränkung: „Die Abwehr stand sensationell.“ Dabei mussten die Brucker neidlos anerkennen, dass Ex-Bundesliga-Torhüter Jens Vortmann seinen guten Ruf nicht umsonst genießt. Immer wieder parierte er vor allem die Würfe von den Flügelpositionen. Und trotzdem durften sich die Schlachtenbummler, die das Spiel an den Hallenfenstern beobachteten, verwundert die Augen reiben.

Keine 14 Minuten waren gespielt, da leuchtete eine zuvor nicht für möglich gehaltene 7:3-Führung für den TuS von der Anzeigetafel. Hamburgs Coach Torsten Jansen blieb nichts anderes übrig, als eine Auszeit zu nehmen, um seine Spieler wieder etwas einzunorden. Das gelang zunächst auch. Zwar stemmten sich die Brucker weiter mit aller Macht gegen den Spitzenreiter, doch der Vorsprung schmolz erst einmal dahin. Richtig bitter: Den Ausgleich zum 14:14-Pausenstand kassierten die Panther mit dem Pausenpfiff durch einen Siebenmeter.

Nach der Pause kam es noch dicker. Zweimal ging der HSV in Führung – mit 15:14 und danach noch einmal mit 16:15. Wer nun dachte, dass der Tabellenführer mit seiner Routine das Spiel drehen würde, erlebte eine faustdicke Überraschung. Denn die beiden Führungen sollten die letzten für Hamburg in diesem Spiel sein.

Falk Koldziej war einmal mehr Brucks bester Werfer

Falk Kolodziej (rechts) stellte seine Gegner einmal mehr vor schier unlösbare Probleme.

Was die Panther an diesem Abend so stark machte, beschreibt Wild: „Wir haben heute viele Eins-gegen-eins-Situationen gewonnen.“ Ein ums andere Mal zwangen die Panther ihre Gegner in direkte Duelle und gewannen sie. Vor allem Johannes Stumpf war bei diesen Duellen kaum zu stoppen. Und auch Falk Kolodziej, der mit neun Toren bester Schütze des Spiels wurde, und Yannick Engelmann gaben ihren Gegnern immer wieder Nüsse, die diese nicht knacken konnten. Wild trocken: „Da waren wir einfach besser heute.“

Am Ende war es dann Michael Luderschmid im Panther-Tor, der mit seiner achten Parade an diesem Abend eine 28:26-Führung festhielt und am Ende mit 38 Prozent Abwehrquote sogar Vortmann in den Schatten stellte. Im Gegenzug erhöhte Seitz auf 29:26. Dass Hamburg danach auch noch einmal traf? Geschenkt. Der Rest war nur noch Jubel über – und das darf man klar so nennen – die Sensation.

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