Die TuS-Handballer um Julian Prause (r.) schnupperten gegen Ferndorf am ersten Punkt im Profihandball. Doch ein verschlafener Start in die zweite Hälfte brach dem Brucker Team das Genick.
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Die TuS-Handballer um Julian Prause (r.) schnupperten gegen Ferndorf am ersten Punkt im Profihandball. Doch ein verschlafener Start in die zweite Hälfte brach dem Brucker Team das Genick.

Handball

Der TuS Fürstenfeldbruck schrammt beim 29:30 in Ferndorf erneut knapp am Erfolg vorbei

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Es waren nicht einmal drei von insgesamt 60 Spielminuten. Aber die waren bei der 29:30 (14:15)-Niederlage der Panther in Ferndorf entscheidend.

Fürstenfeldbruck – Bei eigener Überzahl kassierten die Brucker TuS-Handballer kurz nach der Pause drei Gegentore. Coach Martin Wild sprach – wenig verwunderlich – von Horrorminuten. Mit einem denkbar knappen 14:15-Rückstand sind die Panther in die Pause gegangen. Zwei Sekunden vor dem Ende hatte Ferndorf noch eine Zeitstrafe kassiert. Das bedeutete fast zwei Minuten Überzahl für die Brucker zu Beginn der zweiten Halbzeit. Die Chance, dem Spiel die Wende zu geben. Doch was dann folgte, würde Wild am liebsten vergessen.

„Der Start in die zweite Halbzeit war wirklich ganz bitter“, konstatierte der Panther-Dompteur. Mit einem Mann mehr auf dem Feld leisteten sich die Brucker technische Fehler und liefen prompt in Tempogegenstöße der Ferndorfer. „Das darf natürlich nicht passieren“, sagte Wild. Nach Ablauf der Ferndorfer Strafe kassierten die Panther auch noch Gegentreffer Nummer vier in Folge. Und so stand es nur zwei Minuten und 35 Sekunden nach dem Wiederbeginn 14:19 aus Sicht der Panther.

Doch die Brucker zeigten Moral. „Der Schockmoment war natürlich zu spüren, aber die Jungs haben die Köpfe nicht hängen lassen“, sagte Wild. Der Coach setzte vermehrt aufs Tempospiel – im Glauben: „Dann werden wir unsere Chance schon noch bekommen.“ Und Wild sollte Recht behalten. Tatsächlich stabilisierte sich die Abwehr zusehends. Nur vier Gegentore in der Schluss-Viertelstunde sprechen eine deutliche Sprache.

Schon beim Stand von 26:27 aus Brucker Sicht waren die Panther nahe am Ausgleich dran. „Da haben wir uns dann aber wieder technische Fehler erlaubt“, sagte Wild. Dazu kamen eine Handvoll Schiedsrichter-Entscheidungen, die der Panther-Dompteur vorsichtig als „knifflig“ bezeichnete. Trotzdem war seine Mannschaft am Ende drauf und dran, den ersten Punkt im Profihandball einzufahren. Doch die Schlussphase der zweiten Halbzeit war dann ähnlich bitter wie der Beginn des Spielabschnitts.

Die entscheidenden Minuten im Zeitraffer: Spielzeit 58:41 – Max Horner bringt die Brucker auf 29:30 heran, Ferndorf nimmt eine Auszeit. Spielzeit 59:42 – Korbinian Lex blockt einen Wurf der Ferndorfer, der Ballbesitz wechselt. Spielzeit 59:48 – Martin Wild nimmt eine Auszeit. Per Blickkontakt mit Spielmacher Falk Kolodziej und Johannes Stumpf legt Wild den finalen Spielzug fest. Spielzeit 59:59 – Es ist ein Kempa-Trick: Kolodziej wirft den Ball hoch in den Kreis. Stumpf springt hinterher, bekommt den Ball unter Kontrolle, wirft – und scheitert an Ferndorfs Torhüter. Aus der Traum vom Punktgewinn.

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