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Mit hässlichem Handball zu geilem Sieg - Panther trotzen der eigenen Verletztenmisere

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Von: Andreas Daschner

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Heimgeschaukelt: Youngster Philipp Hlawatsch (schwarzes Trikot) und Akteure aus der zweiten Reihe sicherten am Ende den Sieg der Panther gegen Oppenweiler.
Heimgeschaukelt: Youngster Philipp Hlawatsch (schwarzes Trikot) und Akteure aus der zweiten Reihe sicherten am Ende den Sieg der Panther gegen Oppenweiler. © Peter Weber

Dass auch richtig hässlicher Handball geil sein kann, haben die Panther bei ihrem 37:31 (18:16)-Sieg gegen Oppenweiler festgestellt.

Fürstenfeldbruck – Hässlichen Handball hatte nämlich Trainer Martin Wild seinen Brucker TuS-Handballern verordnet, nachdem gegen Ende der Partie drei Leistungsträger das Feld verlassen mussten. Angesichts von mehr als 500 lautstarken Fans sagte der Coach aber auch: „Wie geil ist eigentlich Handball wieder?“

Kreisläufer Julian Prause hatte die Phase zwischen der 40. und der 50. Minute mit Argwohn betrachtet. „Das war schon kritisch“, meinte er. Erst hatte Max Horner für ein übel aussehendes, so aber wohl nicht beabsichtigtes Foul die rote Karte gesehen. Kurz darauf folgte ihm Tobias Prestele mit seiner dritten Zeitstrafe zum Duschen. Und zu allem Übel musste Yannick Engelmann dann auch noch von Krämpfen gebeutelt raus.

„Aber wir haben das dann richtig clever gespielt“, sagt Prause. „Vor allem, wenn man anschaut, wer da noch auf dem Platz stand.“ Statt der beiden besten Panthertorjäger Horner und Engelmann mussten es Spieler aus der zweiten Reihe richten: Lasse Rehmeyer zum Beispiel. Oder Tobias Urban.

Youngster Hlawatsch mausert sich zum Engelmann-Ersatz

Als Spielmacher trumpfte dabei einmal mehr einer auf, der sich mit seinen gerade einmal 19 Jahren zum zuverlässigen Engelmann-Vertreter gemausert hat: Philipp Hlawatsch. Der gibt Einblicke in die Auszeit nach den drei Ausfällen: „Der Trainer hat gesagt, dass wir jetzt richtig hässlichen Handball spielen.“ Soll heißen: Tempo rausnehmen, nur noch langsam aufbauen, die Angriffe ausreizen, bis Zeitspiel angezeigt wird, und in der Abwehr so weit möglich alles wegverteidigen. „Und das hat am Ende auch geklappt“, sagt Hlawatsch.

Der junge Spielmacher steuerte selbst vier Treffer und die eine oder andere Vorlage zum Sieg bei. „Für mich könnte es zur Zeit nicht besser laufen“, freut er sich. Dass Coach Wild ihm das Vertrauen schenke, sei „einfach der Wahnsinn“. Dass die Panther dann auch noch mit acht Siegen in die Saison starten, habe wohl keiner erwartet.

Zwischenspurt nach der Pause bringt Panther auf Siegeskurs

Prause, der ebenfalls auf vier Treffer kam, sieht den Hauptgrund für den neuerlichen Sieg in der Phase nach der Pause. Da zogen die Panther in sechseinhalb Minuten von 18:16 auf 25:18 davon. „Dass es am Ende nicht mehr kippt, haben wir uns in dieser Phase erarbeitet“, sagt der Kreisläufer. Dabei waren die fünf Minuten nach der Pause in der vergangenen Spielzeit oft eine problematische Phase. „Das war eine Sache, die wir uns vorgenommen haben, besser zu machen“, sagt der Routinier.

Ein Sonderlob hatte Prause einmal mehr für Torhüter Louis Oberosler, der mit dem Pausenpfiff einen Siebenmeter hielt und in der zweiten Halbzeit zahlreiche freie Würfe der Gäste parierte. „Das ist natürlich wichtig in so einem Spiel“, sagt der Kreisläufer. Hlawatsch hob Rechtsaußen Gianni Huber hervor: „Er hat zuvor kaum gespielt, und dann macht er in der Schlussphase vier wichtige Tore in Folge.“

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