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Freudentaumel bei den Panthern: Auch wenn Jubelarien wie in Vor-Corona-Zeiten derzeit nicht möglich sind. Die Freude über den Aufstieg ist riesig.

Handball

Am Grünen Tisch: Zweitliga-Traum der Panther geht in Erfüllung

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Riesenjubel bei den Panthern: Die Brucker TuS-Handballer sind Meister der 3. Liga Süd und steigen in die 2. Bundesliga auf.

Fürstenfeldbruck – Dienstagmittag fällte der Deutsche Handballbund (DHB) den Beschluss – mit dem mehrheitlichen Okay der Vereine. Gegen 13 Uhr erfuhr Panthercoach Martin Wild davon: „Ich habe es selbst erst auf Facebook gelesen“, sagt der Übungsleiter. Da war nicht nur vom Meistertitel die Rede, sondern auch von vier Aufsteigern in die 2. Bundesliga. „Namentlich waren wir da noch nicht genannt“, sagt Wild. Doch nur wenige später kam dann die offizielle Bestätigung vom DHB: Die Panther dürfen rauf in Liga zwei.

Nach 27 Jahren beenden die Brucker damit eine Diaspora im Münchner Raum. 1993 war der TSV Milbertshofen pleite gegangen. Seitdem spielte sich Bundesliga-Handball nur noch fernab von der bayerischen Landeshauptstadt ab. Künftig halten aber die Panther wieder die oberbayerische Fahne im Profibereich hoch. Auch wenn die Brucker Titel und Aufstieg lieber auf sportlichem Wege geschafft und mit den Fans in der Halle gefeiert hätten, sagt Wild: „Ich freue mich gerade wie ein kleines Kind.“

Die Corona-Krise verhindert eine große Feier

Eine große Feier wird es aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht geben. Allerdings tauschte sich die Mannschaft kurz nach der DHB-Bekanntgabe über ihre teaminterne WhatsApp-Gruppe aus. Am Abend folgte dann eine Video-Konferenz mit Trainerstab und Spielern. Schon zuvor war sich Wild sicher: „Die wird wohl feucht-fröhlich ausfallen, auch wenn jeder in seinen eigenen vier Wänden sitzt.“

Dass die Brucker nun den Titel feiern können, verdanken sie der sogenannten Quotientenregelung. Die Panther haben in den bisherigen Spielen in ihrer Südstaffel die meisten Zähler pro absolvierter Partie geholt. Acht Punkte betrug der Tabellenvorsprung bei fünf noch ausstehenden Spielen, die nun dem Coronavirus zum Opfer fallen. Angesichts dieser Dominanz der Panther bis zum Abbruch der Saison dürfte es kaum jemanden geben, der ihnen den Titel neidet. Die befragten Vereine stimmten letztlich mit der nötigen Dreiviertel-Mehrheit dem Vorschlag des Verbandes zu.

Wann die neue Saison startet, ist noch ungewiss

Bei der Aufstiegsfrage kommt dem TuS zugute, dass es durch Aufsteiger in die erste Liga, fehlende Absteiger aus dieser und den Krefelder Lizenzentzug ohnehin drei freie Plätze in der 2. Bundesliga gab. Der Verband ließ sich nicht lumpen und lässt nun die Meister aller vier Drittliga-Staffeln aufsteigen. Damit spielt die 2. Bundesliga in der kommenden Saison mit 19 Klubs. Wie und wann es wieder losgeht, steht angesichts der Coronapandemie aber in den Sternen.

Finanziell wird der Sprung in die zweithöchste deutsche Spielklasse für den TuS eine Herausforderung. Die bestehenden Sponsoren hätten auf die Corona-Krise laut Wild zwar „überragend reagiert und ihre weitere Unterstützung zugesagt“. Bei der Suche nach weiteren Geldgebern muss nun aber auch mit möglichen wirtschaftlichen Problemen potenzieller Geldgeber gerechnet werden. Und auch die Panther müssen laut Wild durch die nun abgesagten Heimspiele Einbußen im mittleren fünfstelligen Bereich verkraften. Sollte die neue Saison mit Geisterspielen beginnen, würde das den TuS zusätzlich treffen.

Doch darüber wollte sich Wild gestern noch keine Gedanken machen. „Wir freuen uns jetzt erst einmal, dass wir etwas Einmaliges erreicht haben und nach fast drei Jahrzehnten wieder Bundesligahandball in die Region bringen.“

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