Noch ist der Pantherkäfig leer beim Gespräch zwischen Panthercoach Martin Wild und Tagblatt-Reporter Andreas Daschner. Doch am Samstag startet die Saison mit der Partie gegen Willstätt – mit Zuschauern.
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Noch ist der Pantherkäfig leer beim Gespräch zwischen Panthercoach Martin Wild und Tagblatt-Reporter Andreas Daschner. Doch am Samstag startet die Saison mit der Partie gegen Willstätt – mit Zuschauern.

Handball

„Wir müssen erstmal wieder kleinere Brötchen backen“ - Panther-Trainer Martin Wild vor dem Drittliga-Start

  • Andreas Daschner
    VonAndreas Daschner
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Die Handballer des TuS Fürstenfeldbruck starten am Samstag in die neue Saison. Trainer Martin Wild stellte sich vor dem ersten Spiel dem Tagblatt-Interview.

Fürstenfeldbruck – Das Abenteuer 2. Bundesliga ist vorbei. Ab Samstag spielen die Panther wieder in der 3. Liga. Als Absteiger zählt Coach Martin Wild seine Brucker TuS-Handballer nicht gleich wieder zu den Aufstiegsfavoriten. Der Panthercoach sprach im Interview über finanzielle Einschnitte, neue Rollen im Team und dennoch ambitionierte Ziele.

Panther-Coach Martin Wild: „Das sind Erlebnisse für das ganze Leben“

Mit etwas Abstand betrachtet: Wie wertvoll war das Jahr 2. Bundesliga?

Das sind Erlebnisse für das ganze Leben. Wir werden in vielen Jahren noch Anekdoten erzählen können, wie wir an einem Mittwochabend in Hamburg gespielt haben, mit dem Zug direkt in die Arbeit gefahren sind oder zuhause Gummersbach und den HSV geschlagen haben. Handballerisch haben wir natürlich auch viel gelernt. Aber jetzt warten neue Aufgaben auf uns.

Wenn man sich die Ergebnisse in der Vorbereitung ansieht, scheint es kein Problem gewesen zu sein, die Spieler für diese Aufgaben zu motivieren.

Das kann ich tatsächlich so nicht ganz unterschreiben. Die Anfangsphase der Vorbereitung war problematisch. Man muss bedenken, dass wir eine Mammutsaison hinter uns hatten und mit nur zweieinhalb Wochen Pause in die Vorbereitung für die neue Saison gestartet sind. Da ist es völlig klar, dass weder der Körper noch der Kopf vollends regeneriert sind. Dazu kam der Umstand, dass wir unseren Kader erheblich verkleinern mussten und wir zu Beginn nur mit acht, neun Feldspielern trainiert haben. Die Vorbereitung hat dann aber eine erstaunliche und erfreuliche Wende genommen. Die jüngsten Testspiele mit sehr guten Leistungen und Ergebnissen haben den Jungs die Zuversicht zurückgebracht. Und jetzt ist auch die Motivation und die Vorfreude auf die neue Saison da.

Panther-Coach Martin Wild: „Wir werden sehr behutsam steuern müssen“

Wird sich die kurze Pause im Verlauf der Saison noch bemerkbar machen?

Die verkürzte Pause ist der eine Punkt. Die andere Seite ist der deutlich kleinere Kader. Wir werden sehr behutsam steuern müssen. Es wird von größter Bedeutung sein, dass wir mit möglichst wenig Verletzungen durch die Saison gehen. Für uns wird der Drahtseilakt sein, am Limit zu spielen und uns gut zu regenerieren.

Hängt die Kaderverkleinerung auch mit den fehlenden Zuschauereinnahmen der vergangenen Saison zusammen?

Ja, de facto spielt das natürlich eine Rolle. Unser Ziel war es, uns noch mit einem oder zwei Rückraumspielern zu verstärken. Wir müssen dabei aber immer auf unseren Geldbeutel schauen und konnten erst zu einem relativ späten Zeitpunkt aktiv werden. Es hat sich aber nichts ergeben, das finanzierbar gewesen wäre und uns sofort weitergeholfen hätte. Wir vertrauen jetzt dem bestehenden Kader, halten aber trotzdem Augen und Ohren offen für den Fall, dass sich irgendwo noch was auftut.

Panther-Coach Martin Wild: „Wir werden unserem Spielsystem treu bleiben“

Eine der größten Lücken ist durch den Abgang von Falk Kolodziej und das Karriereende von Johannes Stumpf entstanden. Wer wird der neue Spielgestalter?

Wir werden unserem Spielsystem mit einer offensiven Abwehr und mit Tempospiel treu bleiben, aber wir haben in den vergangenen Wochen die Rollen im Team neu verteilt. Im Rückraum Mitte wächst Yannick Engelmann in die Spielmacherrolle. Er hat Riesenschritte nach vorne gemacht. Er nimmt die Spielgestalterrolle unglaublich gut an. Sein Backup wird der junge Neuzugang Philipp Hlawatsch aus Allach sein. Er ist schneller zu einem Faktor in der Mannschaft geworden, als wir gedacht haben. Auf Rückraum links spielen Sebastian Meinzer und Korbinian Lex, die im Angriff zuletzt ins zweite oder dritte Glied gerutscht waren.

Die Mannschaft ist eingespielt. Oder ist das durch die neue Rollenverteilung nicht mehr gegeben?

Die Jungs kennen sich, spielen aber teilweise jetzt auf neuen Positionen, haben teilweise wieder ein neues Rollenverständnis in der Mannschaft. Auch ich bin kein Prophet. Es wird spannend zu beobachten sein, wie die Jungs ihre neuen Rollen annehmen werden. Die vergangenen zwei Wochen mit herausragenden Testspielen lassen aber hoffen.

Welche Rolle spielt der Unterbau bei den Planungen?

Wir haben Lasse Rehmeyer, Tobias Urban und Ole Schwagerus aus der zweiten Mannschaft in den erweiterten Kader aufgenommen. Wir haben da schon unsere Perspektivspieler. Eins zu eins würden wir Stammspieler aber nicht ersetzen können.

Panther-Coach Martin Wild: „Letztes Jahr war es ohne Zuschauer auf Dauer doch zäh“

Es dürfen auch wieder Zuschauer in die Halle. Das dürfte die Mannschaft sicher antreiben.

Letztes Jahr war es ohne Zuschauer auf Dauer doch zäh. Man kann sich schon auch eine Zeit lang ohne Zuschauer motivieren. Aber wir sind natürlich froh, dass wieder Zuschauer in der Halle zugelassen werden.

Die 3. Liga hat einen neuen Modus mit sechs kleineren Gruppen und vielen Absteigern.

Wir können uns mit diesem neuen Modus ganz gut arrangieren. Gerade nach so einer Mammutsaison, die wir hatten, kommt uns eine kleinere Staffel mit nur zwölf Mannschaften und etwas kürzeren Fahrten ganz gelegen.

Panther-Coach Martin Wild: „Die Zielsetzung ist Platz eins bis vier“

Was ist das Ziel in der kommenden Saison?

Wie schon angesprochen, wird viel davon abhängen, wie sich die Verletzungssituation bei uns entwickelt. Ein kleiner Kader kann auch von großem Vorteil sein. Wenn die Jungs zufrieden mit ihren Spielanteilen sind, kann das auch einen positiven Effekt haben. Im Trainingslager sollten die Spieler ihre eigene Zielsetzung erarbeiten und dem Trainerteam mit mir und Hendrik Pleines vorstellen. Unsere Meinungen haben sich ziemlich gedeckt, dass es realistisch ist, dass wir irgendwo zwischen Platz drei und sieben ankommen könnten. Da wir uns aber auch ambitionierte Ziele stecken wollen, ist die Zielsetzung Platz eins bis vier.

Platz sieben würde die Abstiegsrunde bedeuten.

Es ist tatsächlich so, dass wir auf keinen Fall in dieser Abstiegsrunde landen wollen. Lass in der Phase dann mal Verletzungen kommen... das wollen wir auf jeden Fall vermeiden.

Wer werden die Konkurrenten um die ersten sechs Plätze?

Ich sehe Konstanz und Pfullingen schon ein Stück vorne weg. Dann kommen die ambitionierten Mannschaften mit dem mittelfristigem Ziel 2. Bundesliga: Willstätt, Oppenweiler, Kornwestheim, Balingen. Man spricht schon von der stärksten Staffel in der 3. Liga. Wir wissen, zu was wir in der Lage sein können und dass wir oben angreifen können. Es muss aber auch jedem bewusst sein, dass wir ein Stück weit erst einmal wieder kleinere Brötchen backen müssen.

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