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Voller geht’s nimmer. Die Wittelsbacher Halle ist an die Kapazitätsgrenzen gekommen. Ausgerechnet jetzt sind aber die Gespräche mit den Herrschinger Bundesliga-Volleyballern über eine neue Halle im Brucker Westen offenbar ins Stocken geraten.

Brucks Trainer spricht erstmals von Meisterschaft und Aufstieg in die 2. Bundesliga

Handball-Wahnsinn in der Hölle des Südens

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Die Wahnsinns-Saison der Brucker Panther geht ungebremst weiter. Nach dem 37:31 (20:18)-Topspielsieg vor fast 1000 Zuschauern in der restlos ausverkauften Wittelsbacher Halle gegen Balingens Bundesliga-Reserve geht TuS-Trainer Martin Wild in die Offensive. Zum ersten Mal spricht der langjährige Erfolgstrainer von Meisterschaft und Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Fürstenfeldbruck – 

Richard Ostermir

Seit 40 Jahren ist Betreuer Richard Ostermeir mittlerweile beim TuS. Auf die Frage, ob er so etwas schon einmal erlebt hat, kann er nur mit dem Kopf schütteln. In der Tat wäre es vielleicht das Verrückteste, was ganz Handball-Deutschland jemals gesehen hat: Wenn die Panther mit ihrem 100 000-Euro-Etat als graue Maus der Liga Meister würden. Doch Wild schreckt vor verrückten Ideen nicht zurück.

Bislang hatte der Übungsleiter die Worte Meisterschaft und Aufstieg zwar gemieden, wie der Teufel das Weihwasser. Doch das hat sich nun geändert. „Ich kann mich hier nicht mehr hinstellen und sagen, dass es superschön wäre, wenn wir am Ende Fünfter würden“, sagte Wild bei der Pressekonferenz nach der neuerlichen Demonstration Brucker Stärke gegen Balingen. Und weiter: „Natürlich wollen wir oben bleiben, und natürlich wollen wir Meister werden.“ Und dann ist auch der Sprung in die 2. Liga machbar – zumindest sportlich.

Benjamin Gogger

Finanziell ist das freilich noch eine völlig andere Sache. „Die 2. Liga ist nach jetzigem Stand nicht machbar“, erklären Wild und Benjamin Gogger vom TuS-Management unisono. Wild will sich aber nicht damit abfinden, dass ein möglicher Aufstieg – wie vor drei Jahren – aus finanziellen Gründen wieder abgelehnt werden muss: „Wir müssen alle an einem Strang ziehen und einen Weg finden, um vielleicht das ganz Verrückte zu schaffen.“ Und auch Gogger sagt: „Wir haben da ein paar Sachen am Laufen.“

Was das konkret heißt, wird aber noch streng unter Verschluss gehalten. Klar ist, dass der TuS seinen Etat mindestens verdreifachen muss, um überhaupt in Deutschlands zweithöchster Klasse antreten zu können. „Alleine die Fahrtkosten würden explodieren“, sagt Wild. Von Auswärtsspielen unter der Woche, die eigentlich nur mit einem Profi-Kader zu bewerkstelligen ist, ganz zu schweigen. Verstärkungen sind dabei gar nicht eingeplant. „Das wären nur die Kosten mit der bestehenden Mannschaft“, so Wild.

Geklärt werden muss auch die Hallenfrage. Gogger glaubt jedoch, dass die Wittelsbacher Arena vom Verband akzeptiert würde – zumindest als Übergangslösung. Obwohl nur eine Tribüne vorhanden ist. „Doppelseitig wäre wohl gewünscht, aber kein Muss.“ Allerdings müsste der Landkreis als Hallenbesitzer wohl wegen des in die Jahre gekommenen Bodens tätig werden. Zumal die Verhandlungen der Stadt mit den Herrschinger Bundesliga-Volleyballern über den Bau einer Halle im Brucker Westen offenbar ins Stocken geraten sind.

Noch ist das alles Zukunftsmusik. Denn selbst als Meister stünden die Panther nicht als Aufsteiger fest. Der Modus sieht heuer sogar bis zu drei Relegationsspiele für den Süd-Titelträger vor. Wild verspricht: „Wir werden sportlich alles daransetzen, um es möglich zu machen.“ Aus der einstigen Vision 2. Bundesliga ist ein erfüllbarer Traum, ein konkretes Ziel geworden.

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