Die Profikarriere fest im Blick. Der Olchinger Tim Wiedemeyer gehört zu den besten Nachwuchsgolfern in Deutschland.
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Die Profikarriere fest im Blick. Der Olchinger Tim Wiedemeyer gehört zu den besten Nachwuchsgolfern in Deutschland.

Serie: Bühne frei für den Nachwuchs

In den USA will er zum Golfprofi reifen: Tim Wiedemeyer (15) kämpft um ein Stipendium

Tim Wiedemeyer aus Olching ist einer der besten Nachwuchsgolfer Deutschlands. Sein Ziel: Profi werden.

Olching – „Es war nicht unser Plan, dass unser Sohn Golf spielt, aber er fand es toll“, erzählt Sabine Wiedemeyer. Ihr Sohn Tim begann mit nur sechs Jahren zu golfen, nachdem er seine Eltern einige Male auf den Platz begleitet hatte. „Ich hab einfach angefangen und es ging ganz gut. Also hab ich weiter gemacht“, sagt der 15-jährige Tim Wiedemeyer aus Olching schulterzuckend. Seitdem ist viel passiert. Mittlerweile ist er einer der besten jugendlichen Golfspieler Deutschlands.

Er ist Bayerischer Meister der Herren, Deutscher Meister der Altersklasse 16 sowie Sieger der deutschen Youth Challenge Rangliste der Altersklasse 18 und spielt seit Oktober in der Jugend-Nationalmannschaf. Aber das ist nur ein Ausschnitt der Erfolge, die Tim in seiner bisherigen Golfer-Karriere erzielt hat. „Wenn mich jemand fragt, welche Erfolge Tim schon hatte, frage ich immer, wie viel Zeit diejenige Person denn hat“, sagt Vater Torsten.

Volle Unterstützung durch die Eltern

Tim hofft auf auf eine Profi-Karriere. Seine Vorbilder? „Tiger Woods und Justin Thomas“, sagt der 15-Jährige wie aus der Pistole geschossen. Dabei bekommt Tim, der keine Geschwister hat, die volle Unterstützung seiner Eltern. Die kümmern sich um die gesamte Organisation – sowohl für das Training wie auch für die vielen Turniere, bei denen Tim an den Start geht.

Diese Unterstützung kann der 15-Jährige gut gebrauchen. Denn seine Über-48-Stunden-Woche ist anstrengend genug. Der junge Profi-Golfer ist fast zehn Stunden am Tag im Einsatz. Er geht auf das Isar Gymnasium, eine private Ganztagsschule in München. Schulschluss jeden Tag ist erst um 17 Uhr. Danach fährt ihn seine Mutter zum Golftraining in den Münchener Golfclub, wo er in der ersten Herrenmannschaft spielt. Gegen 21 Uhr kommt Tim zwar endlich zuhause an, aber sein Tag ist noch nicht vorbei, denn jetzt wird trainiert.

Fitnesstraining gehört auch zum Golf dazu

Die Fitness ist heutzutage ein wesentlicher Teil des Golfspielens. „Das Zimmer sieht ein bisschen aus wie ein Fitness-Studio“, sagt Vater Torsten. Fitness und Physio seien unglaublich wichtig, damit bei der Dauerbelastung keine Folgeschäden auftreten. Bei allem Training darf die Schule aber auch nicht vernachlässigt werden. Das ist den Eltern wichtig. „Keine Schule, kein Training,“ Das alles unter einen Hut zu bringen, kann stressig sein. Doch Tim sagt, dass er damit eigentlich kein Problem hat.

An Motivation mangelt es dem 15-Jährigen nicht, er hat schließlich ein klares Ziel vor Augen: Ein möglichst gut dotiertes Golfstipendium bekommen, um in drei Jahren auf ein College in den USA gehen zu können und dann vielleicht irgendwann zur weltberühmten PGA Tour eingeladen zu werden. Das ist das Ziel der meisten jungen Golf-Profis. Ab einer bestimmten Leistungsstärke bleibe einem gar nichts anderes übrig, als den Weg über den großen Teich zu gehen, sagt Tims Vater. Denn in den USA kann man im Gegensatz zu Deutschland das ganze Jahr über spielen.

Eltern wollen den Sohn auch in die USA begleiten

Die Eltern haben vor, ihren Sohn nach Amerika zu begleiten. Papa Torsten könne dort arbeiten. Zu sehr wollen sie sich in den College-Alltag ihres Sohnes aber nicht einmischen. „Tim soll das College-Leben genießen, wir wollen ihm keine Erfahrungen weg nehmen“, sagt der Vater

Noch kann Tim mit dem Golfen kein Geld verdienen, aber das soll sich in Zukunft ändern. Die mentale Stärke, die es braucht, um bei den Profis bestehen zu können, bringe er mit. Davon ist der 15-Jährige überzeugt. Vor Turnieren sei er überhaupt nicht aufgeregt, ganz im Gegenteil. Er lässt sich von Niederlagen nicht runterziehen, schaut nach vorne, gibt niemals auf – und ist dabei am Boden geblieben. Mutter Sabine bezeichnet ihren Sohn als Tiefstapler. „Wenn man sich am Tisch über Golf unterhält, dann kann es schon sein, dass alle sagen wie toll sie spielen und er sagt gar nichts, obwohl er das Turnier gewonnen hat.“ Tims Motto: „Man darf nicht so sehr aufs Ergebnis schauen.“

Der ganze Tagesablauf ist auf den Sport abgestimmt

Aber ohne die Unterstützung der Eltern wäre er niemals da, wo er gerade ist, sagt Tim. Denn in der Familie Wiedemeyer ist alles auf den Sport ausgerichtet, von der Tagesplanung bis zur Ernährung. „Wir haben einen Eiweißkonsum, der ist schon echt grenzwertig“, erzählt Vater Torsten und grinst. Doch bei allem Fokus auf den Sport ist der Familie wichtig, dass es niemals unter Zwang geschieht. „Es gab noch keinen Tag wo ich sagen musste, du musst jetzt“ sagt Mutter Sabine. Dafür ist Tim sehr dankbar und wegen des Rückhalts aus seinem Umfeld auch fest davon überzeugt, es einmal weit zu schaffen.

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Lena Stratz

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