Denise Schindler hat ihre Medaillensammlung in Manchester erweitert.

Radsport-Profi Denise Schindler

„Killerbiene“ auf WM-Kurs: Nach Hochzeit liegt Gold auf der Bahn

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Beim Sammeln von Goldmedaillen kennt Olchings Radsport-Königin keine Grenzen. In Frankfurt/Oder radelte sich Denise Schindler (Kampfname: „Killerbiene“) schon mal warm und holte sich die Goldmedaille bei den deutschen Meisterschaften. Derart motiviert ging die 34-Jährige dann beim Paracycling-Cup im britischen Manchester an den Start und brachte noch einen Sieg heim in die Amperstadt: Gold in der Drei-Kilometer Verfolgung. „Ich bin überglücklich. Vor allem, weil es harte Arbeit war,“ sagte sie bei ihrer Rückkehr.

Olching – Mit der DM im deutschen Olympia-Stützpunkt hatte Denise Schindler schon einen gelungenen Auftakt in die Wintersaison auf der Bahn hingelegt. In England ging die Medaillenjagd weiter. Dort war die Konkurrenz international und vor allem stark: Großbritannien, Schweden, Niederlande, Irland – aus ganz Europa kamen die besten Radsportlerinnen zusammen. Am Ende lief aber alles auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Denise Schindler und Anna Beck aus Schweden hinaus.

Bei der Qualifikation setzte sich Beck mit nur wenigen Millisekunden Vorsprung durch. Im Finale ging die deutsche Meisterin aber volles Risiko und wurde belohnt. Die drei Verfolgungskilometer legte die Olchingerin in 4:07.332 Minuten zurück und lag damit nur knapp mit 0.6 Sekunden vor ihrer Konkurrentin aus Schweden. „Bei einer so starken Konkurrenz musste ich alles aus mir herausholen – in jeder Sekunde des Rennens.

Mittlerweile laufen die Vorbereitungen für die Weltmeiterschaft im Januar in Milton (Kanada) auf Hochtouren. Bei einem Trainingslager in Südafrika will sich Schindler den letzten Schliff holen. Denn die WM ist ein entscheidender Faktor im Hinblick auf die Qualifikation für die Paralympics 2020 in Tokio.

Denise Schindler war als Zweijährige in Chemnitz bei Eis und Schnee unter eine Straßenbahn geraten. Ihr rechter Unterschenkel musste daraufhin amputiert werden. Seit 2011 ist die mittlerweile fest in Olching verwurzelte Schindler als Leistungsradsportlerin aktiv, wurde schon im Jahr darauf Weltmeisterin im Straßenrennen und entschied die Weltcup-Gesamtwertung für sich. 2012 gewann sie den Weltcup erneut und errang bei den Sommer-Paralympics in London die Silbermedaille im Straßenrennen. 2016 holte Schindler bei den Bahn-WM zwei Silbermedaillen. Zuletzt sicherte sie sich bei den Paralympischen Spielen in Rio Silber beim Zeitfahren auf der Straße und Bronze beim Straßenrennen. Gleiche Beute machte sie bei der Straßen-WM 2017 in Pietermaritzburg (Südafrika). Bei der Paracycling-WM 2018 in Rio de Janeiro gewann die 34-Jährige nicht nur die lange ersehnte Goldmedaille in ihrer Spitzendisziplin – in der 3000-Meter-Einerverfolgung ist sie auch amtierende Vize-Weltmeister –, sondern auch zweimal Silber im Scratch und im 500-Meter-Zeitfahren.

Seit knapp einem Monat ist Denise Schindler unter der Haube: Viele Promis standen auf der Gästeliste, als sie Sascha Rinne, den Manager von TV-Star Oliver Pocher, heiratete. PETER LODER

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