Ein Doppelsieg gelang Johannes Hillebrand.
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Ein Doppelsieg gelang Johannes Hillebrand.

Laufsport

Landkreis-Athleten holen Spitzenzeiten in Kempten

Die Läufer aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck haben beim Wettkampf in Kempten gleich in mehreren Konkurrenzen den Sprung aufs Siegertreppchen geschafft.

Landkreis – „Endlich wieder so etwas wie Wettkampffeeling“, freute sich die Allingerin Anja Kobs. „Das fühlte sich fast wie echte Rennen an“, pflichtete der Luttenwanger Johannes Hillebrand bei. Die beiden gingen bei den Kemptener Laufwochen an den Start, ebenso wie die Jesenwanger Jonas Bilinski und Holger Pirzl sowie der Puchheimer Georg Kinadeter. Zusammen mit rund 1800 weiteren Aktiven.

Das klingt nach einer Massenveranstaltung. Noch dazu in einer Stadt, deren Sieben-Tage-Inzidenzen sich meist um die 200 bewegten. Aber die Organisatoren des Sporthauses Saukel hatten sich ein cleveres virtuelles Konzept ausgedacht. Zum einen war der Zeitraum der Rennen auf 15 Tage verteilt. Zum anderen hatten die Kemptener drei Distanzen angeboten: ein Fünf-Kilometer-Wettbewerb, einen Viertel-Marathon (10,5 Kilometer) und einen Halbmarathon (21,1 Kilometer). Deren Start und Ziel lag zwar immer im Iller-Stadion, doch die Wendepunkte unterschieden sich erheblich.

Hillebrand siegt über fünf und zehn Kilometer

Nun wurden die endgültigen Ergebnislisten veröffentlicht, sehr zur Freude der fünf Aktiven aus dem Landkreis: Hillebrand wurde Zweiter über den Viertel-Marathon in 34:15 Minuten, trotz eiskalter Temperaturen und gefühltem Gegenwind sowohl beim Hinweg wie beim Rückweg. Vielleicht war es aber auch nur sein eigener Fahrtwind, den der lange Luttenwanger dabei verspürte – denn seine Zehn-Kilometer-Zwischenzeit lag bei einer 32-Minuten-Zeit. „Mit Gegnern wäre sogar eine Zeit unter 32 Minuten möglich gewesen“, mutmaßte Hillebrand nach dem Rennen. Schneller war nur der 13 Jahre jüngere Fabian Eisenlauer in 33:19 Minuten. Hillebrand konnte sich mit dem M40-Sieg trösten. Als Achtschnellster lief Jonas Bilinski ein, in 37:31 Minuten. Sein Dorfkollege Holger Pirzl gewann als Gesamt-45. aber immerhin die M45-Wertung in 39:57 Minuten.

Hillebrand und Bilinski waren eine Woche zuvor schon über fünf Kilometer angetreten: Der Luttenwanger konnte sich über eine gute Zeit von 15:30 Minuten sowie den M40-Sieg freuen. Einen Platz auf dem Gesamt-Podest verwehrte Hillebrand ausgerechnet einer seiner Schützlinge: der Immenstädter Simon Pulver wurde Dritter in 15:25 Minuten. Den Gesamtsieg schnappte sich ein semiprofessioneller Triathlet, der Lokalmatador René Höchenberger in 15:11 Minuten. Zeitgleich war der Immenstädter Triathlet Yannik Baier unterwegs. Der Puchheimer Georg Kinadeter gewann M50-Gold in glatten 17 Minuten.

Anja Kobs feiert neue Bestzeit

Anja Kobs ging über zwei Distanzen an den Start. Erst über die fünf Kilometer, eine Woche später dann über 10,5 Kilometer. 5000 Meter sind für die Ultraläuferin so etwas wie ein „Sprintrennen“. Zum Vergleich: Bei ihrem 50-Kilometer-Landkreis-Lauf Ende März war Kobs rund 4:25 Minuten pro Kilometer unterwegs. Für die Kurzstrecke hatte sie sich eine Kilometer-Geschwindigkeit von 3:45 Minuten vorgenommen. Drei Kilometer ging die Sache gut, auf dem vierten Kilometer ließ sie aber sechs Sekunden liegen. Was die ambitionierte Sportlerin offenbar so sehr ärgerte, dass sie den Schluss-Kilometer in 3:44 Minuten durchsprintete. Der Lohn: eine neue Bestzeit von 18:46 Minuten, Gold in der W45-Klasse und Platz fünf in der Gesamtwertung.

Allingerin setzt sich ehrgeiziges Ziel

Schon wieder eine Großtat hat sich Anja Kobs vorgenommen: Am 9. Mai will die Allingerin am weltweiten „Wings for Life“-Charity-Event eines Brauseherstellers teilnehmen. Die Startgelder der Teilnehmer gehen zu einhundert Prozent in die Rückenmarksforschung, heißt es auf der Internetseite der Veranstaltung.
Kobs hat sich eine Distanz von 47 Kilometern vorgenommen, in einer Zeit von weniger als 3:20 Stunden. Ihr heimliches Ziel: In die weltweiten Top Ten des Rennens zu laufen. Vermutlich wird sie die Aufgabe wieder auf dem Rundkurs um die Oberschleißheimer Ruderregatta-Strecke angehen. Mit dabei: ihr bewährtes Unterstützer-Team mit Andreas Brünnert und Manja Kunz auf dem Rad.
Ebenfalls vor Ort wird ihr ehemaliger Schulkamerad Andrej Heilig sein – der Triathlet war 2013 beim Training in den USA von einem Auto angefahren und lebensgefährlich verletzt worden. Seitdem sitzt er im Rollstuhl. Die Organisatoren haben angekündigt, sich mehrfach während des Laufs beim Kobs-Team zu melden und Video-Ausschnitte auf ihre Plattform zu stellen. „Das motiviert mich natürlich zusätzlich“, freut sich die Dauerläuferin.

Beste war die 27 Jahre alte Theresa Ortenreiter in 17:21 Minuten. Im Viertel-Marathon-Klassement belegte Kobs Platz vier in 40:24 Minuten. Hinter Carola Dörries in 38:37 Minuten, der früheren Olympionikin Corinna Harrer in 39:27 Minuten und der Altusriederin Charlotte Heim, eine weitere Hillebrand-Schülerin.

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Horst Kramer

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