So hoch wie er springt in seiner Altersgruppe keiner in Deutschland: Jakob Zimmer vom SV Germering.
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So hoch wie er springt in seiner Altersgruppe keiner in Deutschland: Jakob Zimmer vom SV Germering.

15-Jähriger der Beste seines Alters

Junger Germeringer knackt bayerischen Rekord im Stabhochspringen

  • VonLudwig Stuffer
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Der junge Stabhochspringer Jakob Zimmer vom SV Germering sorgte beim Ländervergleichskampf am letzten Samstag in Aichach für eine riesige Überraschung. Er erreichte mit 4,60 Meter einen neuen bayerischen Rekord.

Germering - Die Leichtathletik wird oft im Volksmund milde mit „geradeauslaufen, hüpfen und werfen“ bezeichnet – aber dies ist ohne Technik auch nicht optimal möglich. Noch schwieriger erweist sich die Spezialisierung auf eine Disziplin wie dem Stabhochsprung. Diese Athleten sind bekannt dafür, dass sie am höchsten durch die Lüfte fliegen und werden entsprechend als Höhenjäger oder gar Stabartisten bezeichnet.

Stabhochspringen erfordert nämlich längst nicht nur ein gutes Talent, sondern erfordert Körperbeherrschung, Schnell- und Sprungkraft, eine gute Umsetzungsfähigkeit schwieriger Bewegungsabläufe, Gleichgewichtssinn, hohe Konzentrationsfähigkeit und nicht nur enorme körperliche Beweglichkeit, sondern turnerisches Können.

Einer, der dies alles vereint ist Jakob Zimmer. In der Saison 2019 ist er erstmals mit dem Stab gesprungen. Er meisterte bei seiner Premiere 2,50 Meter. Anschließend ging es immer weiter nach oben. Der Germeringer wurde noch im Vorjahr Landesmeister in der Jugend M14. Heuer sorgte er für eine Leistungsexplosion als süddeutscher Vize-Meister und gewann bei den deutschen Titelkämpfen die Bronzemedaille.

Deshalb war er nun auch als bayerischer Ranglisten-Erster heiß begehrt für die Auswahl-Mannschaft des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes (BLV). Längst ist der Ländervergleich der Jugend U16 zwischen Bayern, Hessen und Württemberg ein Klassiker im Herbst – und am Wochenende wurde nun auch Jakob Zimmer für dieses Ereignis im Stabhochsprung nominiert. Bayern dominierte diesen Länderkampf in Aichach nach Belieben und gewann hoch.

Für den 15-jährigen Jakob Zimmer bedeutete die Teilnahme einen so nicht erwarteten Durchbruch. Seine Gegner waren bereits ausgeschieden, als er bei 3,80 Meter erst einstieg. Er überquerte diese Höhe im dritten Versuch und hätte damit eigentlich schon gewonnen. Das war ihm aber nicht genug. Der SVG-Athlet steigerte anschließend drei Mal seine persönliche Bestleistung. Nach 4,20 Meter folgten 4,30 Meter im jeweils zweiten Versuch.

Dann ließ er kühn die stolze Höhe von 4,40 Meter auflegen und schaffte im dritten Versuch die Sensation. Mit dem Überspringen erzielte Jakob Zimmer nicht nur einen neuen persönlichen Rekord. Er holte sich auch überlegen den Sieg vor dem süddeutschen M14-Meister Michael Schwarz vom TSV Wasserburg (2./3,50 Meter).

Es kommt noch besser. Die 4,40 Meter bedeuten auch einen neuen bayerischen Rekord. Die bisherige Bestmarke von Artur Wollert vom LAZ Kreis Würzburg von 4,35 Meter aus dem Jahr 2009 steigerte er um fünf Zentimeter.

Damit schraubte Zimmer seine Leistung vom Mai mit 3,60 Meter kontinuierlich um nunmehr 80 Zentimeter nach oben. Neben seiner neuen persönlichen Bestleistung und dem Bayern-Rekord steigerte er damit weitere Bestmarken. So ist er nun auch neuer Rekordinhaber in Oberbayern, im Kreis Oberbayern-Südwest, im alten Leichtathletik-Kreis Isar-Amper und natürlich auch beim SV Germering.

Dass diese Leistung in einem absoluten Top-Niveau schwebt, ist auch in den Bestenlisten stark bemerkbar: Die aktuelle deutsche Jahresbestenliste der Jugend M15 führt der SVG-Athlet nun fast uneinholbar deutlich vor dem amtierenden nationalen Meister Luca Brill vom TSV Bayer Leverkusen mit 4,20 Meter an. Hinzu kommen auch noch die Ranglisten-Plätze eins in Bayern und Oberbayern.

Bemerkenswert, dass Jakob Zimmer in der nationalen Rangliste der 16- und 17-jährigen U18-Jugendlichen sogar auf dem zwölften Platz gelandet ist und auch in Bayern damit sogar zu den besten Männern zählt. Zum Saisonende kann Jakob Zimmer zufrieden, aber auch zielstrebig in das nächste Wettkampfjahr blicken. Es wäre keine sonderliche Überraschung mehr, wenn in den nächsten Wochen eine Nominierung für einen der begehrten Nachwuchs-Nationalkader bei ihm per Post eintreffen würde.

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