Darauf müssen die Kinder derzeit verzichten: Zweikämpfe im Training oder gar Spielen sind momentan untersagt. Der DFB fordert nun, dass Kinder zumindest wieder trainieren dürfen.
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Darauf müssen die Kinder derzeit verzichten: Zweikämpfe im Training oder gar Spielen sind momentan untersagt. Der DFB fordert nun, dass Kinder zumindest wieder trainieren dürfen.

Corona-Lockdown

Sollen Jugendliche trotz Corona trainieren dürfen?

  • vonHans Kürzl
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Sport ist Gemeinschaftserlebnis – für die Spitzenfunktionäre des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Grund, eine Freigabe zumindest des Trainingsbetriebs im Amateur- und Jugendsport zu fordern. Verantwortliche im Landkreis begegnen dem Vorstoß mit Vorsicht und Sorge.

Landkreis – Einig ist man sich sportübergreifend, dass regelmäßige Bewegung für die Kinder wichtig ist. „Das tun sie am besten im Mannschaftssport“, sagt Thomas Hartl. Er trainiert eine Fußball-Jugendmannschaft des VSST Günzlhofen. Und dort im ländlichen Bereich ist der Fußball oft die einzige Möglichkeit, in Form eines Mannschaftssports raus an die frische Luft zu kommen.

Trainer: „Fußball mit Abstand ist nicht das Wahre.“

Doch Hartl sieht auch das Infektionsgeschehen. „Fußball mit eineinhalb Metern Abstand ist nicht das Wahre.“ Zumal man angesichts der Temperaturen „eigentlich in die Halle müsste“. Eine Vorstellung, wie man da trainieren könne, habe er noch nicht, räumt Hartl ein.

Beim FC Landsberied hat man zudem das Problem, dass die Halle dort relativ klein ist und zum Beispiel auch die Turnabteilung des Vereins Platz und Raum und Zeit für ihren Trainingsbetrieb braucht. „Solange es keinen Frost hat, könnten wir schon nach draußen“, meint Markus Kreitner, der Jugendleiter des FCL. Aber selbst wenn Politik und Verbände das Training erlauben würden, würde man es den Eltern überlassen: „Wir haben ihnen gesagt, dass es keine Pflicht ist.“

Betreuer haben Angst, dass die Spieler aufhören

„Wenn die Unterbrechungen zu lange dauern oder zu oft kommen, kann es sein, dass Dir die Mannschaft auseinanderbricht.“, sagt Hans Kettl, U13-Teammanager bei den Fursty Razorbacks.

Zumindest kein Problem, genügend Spieler auf den Platz zu bekommen, hätte Erik Metzkow, der beim SV Mammendorf eine E-Jugend betreut: „Wenn sie dürften, würden sie“, sagt der Nachwuchs-Coach. Seine Jungs seien schon ganz scharf darauf, zumindest trainingsweise wieder ein wenig kicken zu dürfen.

In Mammendorf wäre das in der Halle ebenso wenig ein Problem. „Es gibt einen Winterplan der Gemeinde“, erklärt der Jugendbetreuer. Und Training in der Halle wäre für ihn immer noch besser als Online-Übungen. „Man darf nicht erwarten, dass jeder technisch so gut ausgestattet ist, um da mitmachen zu können.“ Einige wären ausgeschlossen.

Genau da setzt die Sorge von Hans Kettl an, dem U13-Teammanager der Fursty Razorbacks. „Wenn die Unterbrechungen zu lange dauern oder zu oft kommen, kann es sein, dass Dir die Mannschaft auseinanderbricht.“ Kettl gibt sehr deutlich zu erkennen, dass er mit dem Verbot im Jugend- und Amateursport nicht einverstanden ist: „Unsere Hygienekonzepte haben funktioniert.“

Das würde auch in der Halle am Brucker Theresianumweg der Fall sein. 18 Spieler habe er in seinem Team, 40 seien in der Halle zugelassen. „Es wäre kein Problem“, sagt Kettl. Er räumt aber ein, dass die derzeitige Zwangspause „nicht so reinhaut“. Bis zum Hallentraining, das ab Mitte November vorgesehen war, hätte es sowieso eine Unterbrechung gegeben.

Langfristige Pläne sind derzeit nicht sinnvoll

„Lieber sind wir ein paar Wochen vorsichtig“, sagt Helmut Schreiner, Handball-Abteilungsleiter beim SC Unterpfaffenhofen.

Eher defensiv geht Helmut Schreiner, Handball-Abteilungsleiter des SC Unterpfaffenhofen, an die aktuelle Lage heran. „Lieber sind wir ein paar Wochen vorsichtig“, erklärt er auf Nachfrage. Es sei ja überhaupt für alle sehr schwierig, die Lage einzuschätzen und daraus Schlüsse oder Entscheidungen zu ziehen. „Wir wissen also auch nicht, wie es weitergeht“, beschreibt er die Situation in der Abteilung. Daher sei es derzeit wenig sinnvoll, langfristig zu denken. Online Trainings-Anregungen zu geben, sei sicher ein Weg. Sich in Kleingruppen zusammen zu bewegen, hält er ebenso für machbar. „Aber wir dürfen eben nicht trainieren. Punkt.“

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