Da wussten sie ihre Platzierungen noch nicht: Maria und Johannes Hillebrand nach ihren Läufen.
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Da wussten sie ihre Platzierungen noch nicht: Maria und Johannes Hillebrand nach ihren Läufen.

Laufsport

Luttenwanger Johannes Hillebrand triumphiert in Kempten

Laufveranstaltungen in Corona-Zeiten funktionieren etwas anders als sonst, Sieger werden aber trotzdem gekürt.

Kempten/Luttenwang – So konnte sich Johannes Hillebrand über einen ersten Platz freuen, den er am Wochenende bei einem Fünf-Kilometer-Rennen in Kempten errungen hat. Die Strecke legte er in 15:38 Minuten zurück. Und obwohl sich Hillebrand nur virtuell mit seinen Gegner maß, war er nicht alleine auf der Strecke.

Der Luttenwanger hatte seine Schwester Maria Hillebrand mit ins Allgäu genommen und die Hobbyläuferin wurde prompt 15. der U 30-Frauenwertung. Sie brauchte 24:15 Minuten für die fünf Kilometer.

Da Laufveranstaltungen unter den üblichen Bedingungen – Massenstart mit Gedrängel, viele Zuschauer im Start- und Zielbereich – zu Corona-Zeiten nicht möglich sind, hatte sich der Veranstalter, das Kemptener Sportgeschäft Saukel, eine besondere Form von „virtuellen Wettbewerben“ ausgedacht. Vorgegeben waren drei Wendepunkt-Streckenlängen, die entlang der Iller ausgemessen waren: ein Halbmarathon (21 Kilometer), ein Viertelmarathon (10,5 Kilometer) sowie ein Fünf-Kilometer-Kurs.

Das Kemptener Sportgeschäft hatte die zweite Augusthälfte zu „Sportwochen“ deklariert. In diesem Zeitraum konnten die Läufer ihr Rennen bestreiten. Tag und Uhrzeit blieben ihnen selber überlassen. Die einzige Bedingung, um in die Wertung zu kommen, war der Erwerb einer Startnummer (mit integriertem Chip). Der Clou an dem Konzept: Wer mit seiner Zeit nicht zufrieden war, konnte das Rennen wiederholen, maximal viermal. Die Zeitmessung und Auswertung erfolgte durch eine lokale Fachfirma.

Johannes und Maria Hillebrand hatten sich einen regnerischen Tag für ihren Lauf ausgesucht. Der Luttenwanger berichtet von Matsch und Pfützen auf der Strecke. Insofern war er mit seiner Zeit mehr als zufrieden. Zumal er am ziemlich rutschigen Wendepunkt Zeit einbüßte.

Der kleine Haken an diesem virtuellen Rennen: Im Ziel hatten Maria und Johannes Hillebrand keine Ahnung, wo sie im Ranking gelandet waren. Sie mussten bis Montag warten, denn die Zeitmessanlage wurde erst Sonntag um 24 Uhr abgeschaltet. Am heimischen Computer entdeckten die Geschwister ihre Platzierungen und freuten sich über ihre Erfolge.

Die Teilnehmerzahlen sind durchaus beeindruckend und regen zur Nachahmung an: Allein an dem Fünf-Kilometer-Bewerb nahmen 290 Aktive teil, am Halbmarathon 68 sowie am Viertelmarathon 210. Einige Läufer sind sogar auf allen drei Ergebnislisten zu finden.

Horst Kramer

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