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Marathon-Frau siegt an einem Tag in zwei Orten

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Ob in Eichenau (Foto) oder Pfaffenhofen: Andreas Brünnert lief stets an der Seite von Anja Kobs. Beide Male war die Allingerin als schnellste Frau im Ziel. © Peter Weber

Ob in Eichenau oder Pfaffenhofen: Andreas Brünnert trabte bei den Silvesterläufen stets an der Seite von Anja Kobs. Beide Male war die Allingerin als schnellste Frau im Ziel.

VON HORST KRAMER UND HANS KÜRZL

Pfaffenhofen/Eichenau – Anja Kobs traf schon bestens gelaunt in der kleinen Glonntalgemeinde ein. Kein Wunder, hatte die Allingerin doch gerade den Silvesterlauf in Eichenau gewonnen und war dann zusammen mit ihrem Freund und Laufpartner Andreas Brünnert gleich kurz hinter die nördliche Landkreisgrenze mit Dachau nach Pfaffenhofen gedüst. Knapp eine Stunde später strahlte Kobs noch mehr, nachdem sie auch dort das große und sehr stark besetzte Frauenfeld dominiert hatte. „Die Siege habe ich euch zu verdanken“, erklärte die Allingerin dem Tagblatt-Reporter mit einem Augenzwinkern. „Eure Redaktion hat mich erst auf die Veranstaltungen hier aufmerksam gemacht.“

Schnell gelaufen ist Kobs freilich selbst – mit Brünnerts Unterstützung. Der Münchner Spitzenathlet, der 2016 noch deutscher Ü35-Meister über 10 000 Meter war, wirkte nach den Rennen indes etwas erschöpft. „Mir liegen Steigungen nicht besonders“, gab Brünnert zu. Im Gegensatz zu Kobs. „Am Berg habe ich richtig angezogen, bergab habe ich es dann laufen lassen.“ Die Duathlon-Vizeweltmeisterin von 2017 hatte den Zehn-Kilometer-Parcours mit seinen rund 90 Höhenmetern in 40:05 Minuten durcheilt, leichtfüßig und ohne Zeichen der Anstrengung.

Bis Kilometer zwei war ihr noch Kerstin Hartig vom Brucker TuS auf den Fersen gewesen. „Doch ich wusste, dass Anja stärker ist und bin dann mein eigenes Rennen gelaufen“, berichtete die Dreikampf-Spezialistin im Ziel, nachdem sich mit 42:07 Minuten durch die Zeitmessung gejoggt war. Auf dem dritten Platz folgte Vorjahressiegerin Nicole Bretting vom ausrichtenden MTV Pfaffenhofen (42:58). Sie war 2014 die Ü40-Weltmeisterin beim legendären Ironman von Hawaii.

Die Konkurrenz der Männer gestaltete sich ähnlich. Der Vorjahresschnellste Benjamin Dillitz (LG Stadtwerke München) legte wie Kobs mit 32:41 Minuten ebenfalls einen Start-Ziel-Sieg hin. Hinter ihm bildeten der Puchheimer Fabian Schaffert und Jan Lettenmaier (LG Stadtwerke München) eine Art Arbeitsgemeinschaft. „Wir haben uns schnell darauf geeinigt, dass wir gemeinsam laufen“, erklärte der 49-jährige Lettenmaier hinterher. Der Aubinger und der 23 Jahre jüngere Schaffert kennen sich aus vielen Rennen. Nicht zuletzt vom Pfaffenhofener Silvesterlauf 2018, als Lettenmaier Zweiter und der Puchheimer Dritter wurde. Diesmal entschied Schaffert den Zielspurt in 35:05 Minuten für sich, Lettenmaier folgte mit fünf Sekunden Rückstand.

Rund 730 Aktive hatten am vierten Pfaffenhofener Silvesterlauf teilgenommen – ein absoluter Rekord. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es etwas mehr als 550. „Den Leuten scheint es bei uns zu gefallen“, freute sich Pfaffenhofens Bürgermeister Helmut Zech.. Die Gemeinde fungiert als Organisator der Veranstaltung, die seinerzeit von den Nachbarn aus Egenhofen übernommen wurde. „Offensichtlich machen wir irgend etwas richtig.“ Dann relativierte der Bürgermeister etwas und gestand: „Das gute Wetter hat uns sicherlich in die Karten gespielt.“

In Eichenau schwebten die Organisatoren auch auf Wolke sieben. Obwohl erst zum dritten Mal ausgetragen, entwickelt sich der dortige Silvesterlauf zu einer festen Größe im sportlichen Veranstaltungskalender. Rund 80 Teilnehmer – mehr als doppelt so viel wie in den vergangenen beiden Jahren – haben die 5555 Meter lange Strecke rund um Badesee und Hoflacher Kirche genossen. Am schnellsten bewältigten Daniel Eitler (20:01 Minuten) und Fast-Lokalmatadorin Anja Kobs aus dem benachbarten Alling (21:14) den Parcour. Kobs nutzte den Lauf in Eichenau quasi zum Warmmachen für die späteren Runden in Pfaffenhofen. Stillstand kannte sie am letzten Tag des Jahres 2019 nicht. 

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Zwischenstopp mit Vierbeinern. © Peter Weber

Kaum hatte Kobs die Ziellinie durchquert und ein paar Mal durchgeatmet, ging es im Trab weiter zu Auto und nächstem Lauf. Da befand sich die optisch auffälligste Gruppe noch auf der Strecke. Acht Frauchen und Herrchen hatten sich mitsamt vierbeinigem Anhang ebenfalls auf den Weg gemacht. Für Bernd Kraus, Organisator des Eichenauer Silvesterlaufs, kein Problem: „Die haben sich korrekt angemeldet und sich mit ihren Hunden angekündigt.“ Gleichzeitig sagten deren Mitglieder, die aus verschiedenen Orten des Landkreises kommen, zu, dass sie ein wenig Abstand zu den restlichen Teilnehmern halten würden. Ein wenig gespannt, ob das gelingen würde, war die Hundelaufgruppe allerdings schon. „Es ist das erste Mal, dass wir an einem solch regulären Lauf teilnehmen“, erklärte Petra Dechant aus Eichenau. Sonst würde man sich zu reinen Hundelauftreffs zusammentun. Daher gehörte auch Schaufel und Beutel zum sofortigen Beseitigen von Hinterlassenschaften wie selbstverständlich zur Ausstattung. Am Ende waren die acht laufbegeisterten Hundefreunde 38 Minuten unterwegs. „So wie es gelaufen ist, war es ein tolles Erlebnis“, freute sich Dechant. Man habe es im Team genossen, fügte sie noch hinzu und deutete auf die Vierbeiner.

Die Zeiten waren ohnehin eher Nebensache. Die Freude an der Bewegung herrschte vor. So konnte auch Kraus zufrieden sein Fazit ziehen, besonders zur größeren Teilnehmerzahl. „Es hat sich gelohnt, mehr Werbung dafür zu machen.“ Ein Argument für den Eichenauer Silvesterlauf sei, dass er in einem eher beschaulichen und überschaubaren Rahmen stattfinde. „Deshalb wird er an Silvester 2020 wieder stattfinden“, kündigte Kraus an, der sich der Unterstützung des Eichenauer SV sicher sein konnte. Seine Begeisterung für das Laufen hatte der 49-Jährige bereits in der Jugendzeit in seiner badischen Heimat entwickelt und sie nach Eichenau mitgenommen. Irgendwann sei es dann an der Zeit gewesen, so einen Lauf auch hier stattfinden zu lassen. Die Zufriedenheit der Teilnehmer sei Bestätigung dafür, dass die sportliche Silvester-Idee angekommen sei – bei Ausdauerspezialisten wie Kobs ebenso wie bei Spaßläufern.

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