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Wie Profis sich vermarkten

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Von: Peter Loder

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Lebende Litfaßfsäulen: So spülen Martin Smolinski und Anja Kobs Geld in die Kassen

Einmal Profi werden und von seinem Hobby leben können – für viele Sportler ist das ein Traum. Doch nur für ganz wenige erfüllt er sich. Zwei, die es geschafft haben, sind Olchings Speedway-Weltmeister Martin Smolinski und Allings Triathletin Anja Kobs. Beide haben nun ihre Verträge mit Sponsoren und Vereinen um ein Jahr verlängert.

Olching/Alling – Was sie genau verdienen, darüber machen Martin Smolinski und Anja Kobs keine Angaben. Allerdings lägen die weit unter den weitläufig vermuteten Dimensionen, die aus der Fußball-, Tennis- oder Golf-Szene bekannt sind: „Von sechsstelligen Beträgen kann ich nur träumen.“ Doch während der Olchinger PS-Star seinen Lebensunterhalt ausschließlich auf den Sandbahnpisten bestreitet, hat die Allingerin noch andere Einkunftsquellen.

„Als semi-professionelle Triathletin verdiene ich natürlich kein Geld mit meinen Sport, bin aber nach jahrelanger, teilweise internationaler Knechterei in der Finanzdienstleistungsbranche am Ziel meiner Work-Life-Balance angekommen“, erläutert Anja Kobs, nachdem sie geraderechtzeitig zu ihrem gestrigen 42. Geburtstag den Vertrag mit dem Team „Erdinger Alkoholfrei“ verlängert hat („Zu besseren Konditionen“). Namhafte Kollegen kommen aus der Biathlon-Szene und werden ebenfalls von der Weißbier-Brauerei gesponsort. 30 Stunden pro Woche arbeitet Kobs in Teilzeit als Managerin für ein Diabetesbedarf-Unternehmen in Germering und ist für die Caritas Fürstenfeldbruck als Hospizbegleiterin tätig. Ausschlaggebend für die Vertragsverlängerung seien zum einen die sportlichen Leistungen im ablaufenden Jahr gewesen, erläutert Kobs. Zum anderen aber auch ihre Öffentlichkeitsarbeit.

Sportlich befindet sich die Allinger Ausdauer-Athletin schon „in Arbeit“ für das erste Großprojekt, den Zürich Marathon am 28. April, mit einer anvisierten Laufzeit von unter drei Stunden. Das soll auch ihr neuer Trainer bewerkstelligen: Joseph Spindler war Coach der amtierenden zweimaligen Weltmeisterin Danila Ryf.

Auch Martin Smolinski hat seine Planungen fürs neue Jahr vorerst abgeschlossen. Der Olchinger Langbahn-Weltmeister verlängerte nicht nur seinen Bundesliga-Vertrag mit den deutschen Rekordmeistern aus Landshut, sondern unterschrieb auch bei Vereinen in der polnischen und schwedischen Liga. „Die Zusammenarbeit zwischen mir und dem AC Landshut ist eine recht erfolgreiche und ich freue mich schon darauf, dass wir diese Geschichte auch in Zukunft weiter schreiben werden.“ Allerdings muss er in Niederbayern künftig ohne Leon Madsen, der dem Grand Prix den Vorrang gibt, und Erik Riss auskommen. Trotzdem ist der Kapitän der Meistermannschaft zuversichtlich: „Wir haben schon manchen Abgang verkraftet und es immer ins Finale geschafft.“

Neben dem Engagement in Deutschland hat Smolinski auch in der schwedischen Liga Fakten geschaffen. Der Olchinger hat sich Masarna Avesta in der Eliteserien, der höchsten schwedischen Liga, angeschlossen. „Ich habe ein gutes Angebot erhalten, die Logistik für mich stimmt. In der schwedischen Liga werde ich Woche für Woche Rennen auf höchstem internationalen Niveau bestreiten.“ Ab April wird Smolinski jeden Dienstag in Skandinavien am Start sein. An seiner Seite ist auch der mehrfache Weltmeister Tony Rickardsson.

Auch in Polens erster Liga wird der Olchinger wieder zu sehen für den Verein Zielona Gora zu sehen sein. In diesem Jahr wurde der Klassenerhalt gerade noch geschafft. Im deutschen Paar-Cup hat Smolinski sein Wort erneut dem MSC Cloppenburg gegeben. „Mit Burkhard Timme, dem Vorsitzenden, verbindet mich neben seinem Sponsoring mit seinen McDonalds-Filialen eine gute Freundschaft. Und da ist es für mich eine Ehrensache für Cloppenburg an den Start zu gehen“, so Smolinski zur Verbindung in den hohen Norden.

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