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Der Olchinger Tobias Schwarz feiert Weltmeister-Titel im Minigolf

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Von: Andreas Mayr

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Reich dekoriert: Gold mit dem Team und zweimal Silber als Einzelspieler gewann Tobias Schwarz (2.v.l) bei der WM in Murnau.
Reich dekoriert: Gold mit dem Team und zweimal Silber als Einzelspieler gewann Tobias Schwarz (2.v.l) bei der WM in Murnau. © Andreas Mayr

Gleich drei Medaillen hat der Olchinger Tobias Schwarz bei der Minigolf-Weltmeisterschaft der Jugend in Murnau gewonnen.

Olching/Murnau – Ein Minigolf-Weltmeister kommt aus Olching: Der 17-jährige Tobias Schwarz hat bei der Jugend-WM in Murnau mit dem deutschen Team die Goldmedaille gewonnen. In den Einzelwertungen musste er sich zwei Mal mit Silber begnügen. Aber nicht nur wegen seiner Medaillen-Ausbeute hinterließ der junge Olchinger einen bleibenden Eindruck beim Ausrichterverein. Nur zu gerne hätten die Murnauer Minigolfer den Gymnasiasten verpflichtet, weil er so sympathisch und bodenständig geblieben ist, sagen sie. Doch bei ihren Abwerbungsversuchen bissen die Murnauer auf Granit.

Denn auch in Olching gibt es einen Verein mit großer Anlage, noch größerer Tradition und dazu noch familiären Banden für Tobias Schwarz. Seine Oma und Opa haben den MSK mit aufgebaut. In Deutschland zählt Olching zu den Schwergewichten. Allerdings gibt es in dieser kleinen Szene keine Feindschaften. „Das läuft freundschaftlich ab“, sagt Tobias Schwarz.

Und so freuten sich die Murnauer für und mit Schwarz, als dieser mit der Mannschaft die erste von acht Goldmedaillen für Team Deutschland einfuhr. „Das Team zählt für mich am meisten“, sagt Tobias Schwarz. „Wenn ich wo hinfahre, will ich das Bestmögliche mit dem Team. Es ist das schönste Gefühl, mit ihm zu feiern.“

Innerdeutsches Duell um die Einzel-Titel

Zur Geschichte dieser Turnierwoche am Staffelsee gehört aber auch ein innerdeutsche Duell. In beiden Einzelwertungen, sowohl im Zählspiel als auch im Matchplay, waren die Titel für den Olchinger zum Greifen nahe. Im Mann-gegen-Mann-Minigolf schaffte es Schwarz ins Finale. Beim Zählspiel fehlte ein einziger Schlag nach 216 Löchern zum Titel. Im Ergebnis steht: Schwarz 283 Schläge, Schmeckenbecher 282. Seinem Teamkollegen und Freund, Kenny Marc Schmeckenbecher, gönne er es von ganzen Herzen, sagt der Olchinger. „Ein bisschen enttäuscht“ sei er schon, wo doch weitere Goldmedaillen in Reichweite waren. Aber zwei Vize-Weltmeistertitel seien trotzdem „was Großes, das ich erreicht habe“.

Der Heimvorteil war das bestimmende Thema dieser Minigolffestspiele. Die Deutschen waren früher als alle anderen angereist, hatten ausgiebig trainiert, jeden Tag an die zehn Stunden. Der Olchinger Mitfavorit berichtet von privaten Touren nach Murnau im Vorfeld, um sich auf die Betonbahn einzustellen, eine der tückischsten im Land.

Schwarz erfuhr das selbst auf die schmerzvollste Art. In der letzten Runde erwischte es ihn an Bahn vier – der Bahn mit dem 90-Grad-Winkel. Drei Schläge schenkte er her, weil er mehrmals das Anspiel nicht traf „Die entscheidenden“, klagt er. In diesem Moment entglitt ihm Gold.

Viel Medienpräsenz für Tobias Schwarz

Das änderte aber nichts daran, dass Schwarz zu einem neuen Markenbotschafter seines Sports aufstieg. In Radio und Fernsehen war der Olchinger zu sehen wie zu hören. Er erklärte unter anderem dem Murnauer BR-Reporter Martin Breitkopf, warum jeder Minigolfer zwei Hosen und einen Socken trägt – um die Bälle unterschiedlich zu temperieren. Wobei Tobias Schwarz an sich gar nicht zu den Tausend-Bälle-Tüftlern der Szene gehört. Mit rund 250 Bällen gehört sein Repertoire eher zu den kleineren in der Szene. Wichtiger sei, das Material richtig einzusetzen.

Ein Jahr bleibt Tobias Schwarz noch in der Jugendklasse, dann ist er zu alt. Europameisterschaft und Abitur stehen 2023 an. „Enorm fokussieren“ möchte er sich. Sport und Schule ergänzen sich gut. Nur für die Deutsche Meisterschaft hat er eine Woche schulfrei beantragt. Sein Direktor René Horak, selbst Sportlehrer, genehmigte das gerne.

Wie es danach weitergeht, kann der Olchinger nicht sagen. Das Ende der Jugendkarriere bringt oft einen Bruch mit sich. Den Sprung zu den Männern auf das höchste Level schaffen die wenigsten. Schwarz will es dennoch versuchen. Im Drittligateam der Olchinger ist er längst fester Bestandteil. Und wer einmal der Magie des Minigolf verfallen ist, den lässt sie so schnell nicht los. Tobias Schwarz hat das ganz gut erklärt, was ihn so magnetisiert hat – damals mit fünf, sechs Jahren auf den ersten Runden mit den Großeltern. „Das Geilste ist, sich an den Abschlag zu stellen, konzentrieren und ein Ass zu schlagen. Das reizt mich.“ (Andreas Mayr)

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