Tischtennis und Golf sind die beiden großen Leidenschaften von Günther Paul.
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Tischtennis und Golf sind die beiden großen Leidenschaften von Günther Paul.

Fit im Alter

Mit 75 Jahren ärgert Günther Paul noch 18-Jährige an der Tischtennisplatte

  • vonDieter Metzler
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 „Sport begleitet mein Leben wie Essen und Trinken“, sagt der topfitte 75-jährige Günther Paul aus Emmering. 

Emmering – Dabei frönt der Gründer eines in Olching beheimateten und weltweit agierenden Laser-Unternehmens noch zahlreichen anderen Leidenschaften. „Natürlich braucht man dazu auch eine Frau, die dafür Verständnis hat“, sagt Paul, der erst vor zwei Jahren die Geschäftsführung seines Familienunternehmens aufgab und die Leitung seinem ältesten Sohn Patrick übertrug.

„Langweilig wird mir in meiner Freizeit nicht“, erzählt Paul von seinen vielen, dabei auch noch so sehr unterschiedlichen Aktivitäten, denen er sich im Seniorenalter nun voll widmen kann. Neben Tischtennis und Golf spielen zählt ein fast schon vergessenes Steckenpferd, das Briefmarken sammeln, zu seinen Hobbys. Und nicht zu vergessen, der Garten rund um sein Haus in Emmering, den er ganz nach seinen Vorstellungen liebevoll gestaltet hat.

„Ohne den Sport hätte ich auch den beruflichen Erfolg nicht gehabt“, sagt Paul. Er ist überzeugt, dass die lebenslange sportliche Betätigung, ganz nach dem lateinischen Zitat „mens sana in corpore sano“ des römischen Dichters Juvenal, viel zu seinem bisher rundum zufriedenen Lebensverlauf beigetragen habe. Das Zitat bedeutet so viel wie „ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“

„Beim Nachbarn im Garten stand eine Tischtennisplatte“, erzählt Paul, wie er erstmals mit dem „Pingpong“ beim Rundlauf um die Platte damals in Berührung kam. Als Zwölfjähriger schloss er sich dann in seiner Heimatstadt Bad Mergentheim einem Verein an.

„Ich gestehe, dass ich nicht das größte Talent bin, aber ich liebe heute noch die sportliche Herausforderung Mann gegen Mann“, sagt Paul, der in den Siebziger Jahren nach Bruck kam, beim SC Gröbenzell und beim SCF Tischtennis spielte. „Heute spiele ich noch in der dritten Mannschaft des TuS. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass ich gegen 18- bis 20-Jährige antrete.“ Er sei ein Defensivspieler, während heutzutage mehr auf Angriff trainiert werde. „Mit meiner Spielweise kann ich da schon auch die Jüngeren in Verlegenheit bringen.“

Günther Paul, der über Jahre hinweg der größte Hauptsponsor der Tischtennis-Abteilung war, wurde 2014 zum größten Kritiker des SCF, was die Finanzpolitik des Sportclubs betraf. Mit seiner Ankündigung, er würde sich als Sponsor komplett zurückzuziehen, wenn die Tischtennisabteilung, dem SCF nicht den Rücken kehren würde, hatte er maßgeblichen Anteil daran, dass sich die Tischtennis-Abteilung letztlich dem TuS in der Kreisstadt anschloss.

Doch nicht nur an der Tischtennisplatte geht Paul seiner Sport-Leidenschaft nach. „Der Schwung beim Golf spielen ist im Sport das Zweitschwierigste nach dem Stabhochsprung“, behauptet Paul. Er bedauert, dass er viel zu spät, nämlich erst mit 54 Jahren zu der inzwischen längst zum Volkssport avancierten Sportart gestoßen sei. Beim Tischtennis spielen müsse man sich 20 bis 30 Minuten lang voll konzentrieren, während man bei einem 18-Loch-Golfspiel vier Stunden unterwegs sei, zehn Kilometer zurücklege und dabei versuche, immer locker zu bleiben, erklärt Paul den Unterschied zwischen den beiden Sportarten.

In Olching begann Paul seine Karriere als Golfer. Dort gelang ihm auch bei einem Turnier sein bisher einziges „Hole-in-one“ bei einem Schlag über 135 Meter, dabei auch noch über einen Teich. „Das hat natürlich ein Fassl Bier und eine Lokalrunde gekostet. Doch das zahlt man gerne.“ Gern erinnert sich Paul auch an den Erfolg im vergangenen Jahr in Portugal zurück, als ihm auf der Golfanlage Monte Rei beim ersten Loch ein Eagle (zwei unter Par) über 165 Meter gelang. „Das sind Glücksmomente, die man nicht vergisst.“

Seit 15 Jahren gehört Paul dem Golfclub Wörthsee an. Mit der Mannschaft AK 65 errang er 2016 die Bayerische Vizemeisterschaft. In den über 20 Jahren, in denen er sich auf den Golfplätzen der Welt tummelt, erlag er einer weiteren Leidenschaft, der er nicht widerstehen konnte.

Von jedem Platz nahm er einen Golfball mit. Inzwischen zieren seine Wände über 500 Golfbälle mit den jeweiligen Logos der Clubs. Nachdem dem Hobbygärtner neben dem Sport die Natur naheliegt, widmet sich Paul im Verwaltungsrat des Golfclubs mit großem Engagement dem Thema „Golf und Natur“. Dieses Programm hat sich den Schutz und Erhalt der Natur auf Golfplätzen auf die Fahnen geschrieben.

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