Er hat den Schwung raus: Michael Gallenberger, Referent für Breitensport im Bayerischen Pétanqueverband, zeigt wie es geht.
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Er hat den Schwung raus: Michael Gallenberger, Referent für Breitensport im Bayerischen Pétanqueverband, zeigt wie es geht.

Neu beim SC Olching

Französische Sportart Pétanque erobert den Landkreis Fürstenfeldbruck

  • VonHans Kürzl
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Pétanque kennt man aus dem Frankreich-Urlaub. Als Sport soll es sich im Landkreis etablieren. Germering hat den Anfang gemacht, der SC Olching will nachziehen.

Landkreis – Im Hintergrund läuft Fußball, ein Test der Landesligakicker des SC Olching. Doch das interessiert Bernhard Huppmann, seines Zeichens Vizepräsident des SCO, gerade wenig. Seine Konzentration gilt kleineren Kugeln, zwischen 650 und 850 Gramm schwer. Nicht nur weil eine neue Abteilung gegründet werden soll. Sondern auch, weil Huppmann diese Kugeln zum ersten Mal in der Hand hat. Er spielt zum ersten Mal in seinem Leben Pétanque.

Ein alter Hase in dem Sport ist Michael Gallenberger, Referent für Breitensport im Bayerischen Pétanqueverband. „Sie haben sehr schnell ein Erfolgserlebnis“, sagt er zu dem halben Dutzend Olchinger, das sich hinter der Werbebande des Amperstadions versammelt hat. Deren erste Würfe sehen noch etwas hölzern aus, der Schwung aus dem Handgelenk will geübt sein. Doch nach fünf bis zehn Minuten gelingt es, die Kugel zumindest annähernd so zu platzieren wie geplant.

Schnelle Erfolge sorgen für viel Spaß

Zwischen 650 und 850 Gramm wiegt eine Pétanque-Kugel.

Dem Gesichtsausdruck von Huppmann sieht man an, dass der Spaßfaktor nach oben klettert. Und Robert Toni Gross postet ein paar Tage später mit seiner Frau Tina auf der Homepage des SCO: „Es hat Spaß gemacht. Wir sind beim nächsten Mal wieder mit dabei.“

Beim nächsten Mal – das heißt, das Spiel soll beim SC Olching zu einer neuen Abteilung führen. Dazu braucht es nicht viel, wie Gallenberger ausführt: „Drei Leute müssen es sein, von denen einer Abteilungsleiter ist.“ Wie’s geht, das weiß der 64-Jährige aus eigener Erfahrung vom SV Germering. Dort gibt es seit Anfang des Jahres eine Pétanque-Abteilung. Unter den derzeit knapp 20 Olchingern sind auch mehrere ehemalige Spieler des BC Germering.

Michael Gallenberger setzt auf Wachstum

Ein Satz Pétanque-Kugeln kostet in der Regel um die 80 Euro.

Zwei Vereine für diesen Sport in einem Landkreis wie Fürstenfeldbruck, das ist Gallenberger zu wenig. „Das kann wachsen, das muss wachsen.“ Je mehr Menschen einen Sport betreiben und je kürzer die Wege zu Wettbewerben sind, um so attraktiver sei die Sportart. Gallenberger sieht Abteilungsgründungen auch als Mittel, Mitglieder an ihren Verein zu binden und neue zu gewinnen.

Mit zehn Jahren könne man anfangen, nach oben hin sei der Spaß unbegrenzt. In den Wettbewerbsligen würden sich die Mannschaften unabhängig von Geschlecht und Alter bilden. Ein weiteres Argument für diese Sportart sind für Gallenberger die eher niedrigen Kosten: Ein Satz der Kugeln, die offiziell für Turniere zugelassen sind, ist für rund 80 Euro zu haben. „Dazu noch ein Vereins-Shirt oder -Trikot“, so Gallenberger, mehr brauche es nicht.

Einen turniergerechten Platz anzulegen, sei bereits für 3000 Euro möglich. Das sind die Kosten für zehn Bahnen, die jeweils vier mal 15 Meter groß sind und auf einen Tennisplatz passen würden.

Michael Gallenberger kam über Umwege zu Pétanque

Gallenberger selbst hat die Begeisterung für Pétanque erst auf Umwegen gepackt. „Ich habe lange Tennis gespielt und ganz früher Fußball.“ Dann aber traf er auf eine Französischlehrerin in einer Volkshochschule, wo es einen Parallelkurs in Pétanque gab. „Ich hatte schnell ein Erfolgserlebnis, und die Begeisterung war geweckt“, erzählt Michael Gallenberger. Das will er jetzt an die Olchinger weitergeben. Und an viele andere Interessierte.

Pétanque in Bayern

Der Bayerische Pétanqueverband weist derzeit rund gemeldete 1700 Aktive auf. Angeboten wird der Sport aktuell in 70 Vereinen. In Franken ist Petanque etwas stärker vertreten. Im Südbayerischen findet man Aktive in München, Eching, Landsberg, Kaufbeuren, Kochel und Weilheim. Der Ligenbetrieb beginnt in der Kreisklasse. Er setzt sich fort über die Bezirksliga, Bezirksober- sowie Landesliga bis hin zur Bayern- und Bundesliga.

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