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Strahlende Siegerin: Denise Schindler hat im Rennen über 3000 Meter die Goldmedaille gewonnen.

Paracycling-Weltmeisterschaft in Brasilien

Olchinger Radsport-Ass holt WM-Gold in Rio

Als hätte sie es mit ihrer Energie angezogen: Es ist genau das eingetreten, was Denise Schindler sich gewünscht hatte. Die Paracyclerin aus Olching hat am Donnerstagabend (Ortszeit Rio de Janeiro) die Goldmedaille bei den Para-Weltmeisterschaften in der brasilianischen Hauptstadt gewonnen.

Olching/Rio de Janeiro – „Also dieser Traum ist in Erfüllung gegangen“, sagt Schindler, die für den BPRSV Cottbus startet. Und das gelang ihr auf der Bahn im Velodrom im Olympischen Park von Barra da Tijuca, wo sie vor bald zwei Jahren bei den Paralympischen Spielen disqualifiziert worden war. Sie soll in der Einerverfolgung damals im August 2016 zu lange im Windschatten ihrer britischen Gegnerin gefahren sein.

Das Schicksal wollte es, dass Denise Schindler aus Olching im WM-Finale auf eben diese Gegnerin traf und sie in der elften, der vorletzten Runde einholte. Damit war es aus für ihre Konkurrentin und der Weg für Schindler war frei. Sie fuhr das Rennen über 3000 Meter, das aus zwölf Runden besteht, zu Ende. Aus dem Olympia-Albtraum von Rio wurde der WM-Traum von Rio. „Es ist das Schönste, was man sich vorstellen kann“, sagt Schindler. „Das ist so eine Belohnung für all das, was wir hier reingesteckt haben. Jetzt haben wir als Team es zurückbekommen.“

Ein doppeltes oder gar dreifaches

Sie meint auch ihren Trainer, der mit ihr gelitten hatte, als sie disqualifiziert wurde und wie ein Häufchen Elend auf der Bahn kauerte. Sie wusste sogar noch, an welcher Stelle sie geweint hatte. Es war nun – mit dem Gold, auf dieser Bahn gegen diese Gegnerin – ein doppeltes oder gar dreifaches Happy End.

Und dann hat sie noch einen weiteren Wettlauf gegen die Zeit gewonnen. Denn bei der Anreise von Olching nach Rio de Janeiro wurde ihr Flug von München nach Frankfurt, von wo aus es weiter nach Rio gehen sollte, gestrichen. Für die Strecke nahm sie kurzerhand ein Taxi. Und ihr Fahrrad kam erst am Donnerstagmorgen an – eineinhalb Stunden vor dem ersten Wettbewerb. „Das hat noch am Tag davor einen riesigen Stress verursacht“, sagt Denise Schindler. Als ob Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro und der Traum vom WM-Gold nicht schon aufregend genug wären. Aber Schindler ist Profi, sie hat die Nerven bewahrt. Und die Konzentration.

Auf die Frage, ob sie nun feiere oder sich vorbereite, sagte Denise Schindler: „Fokus auf die Rennen richten.“ Am Freitag standen zwei Rennen an, am Vormittag und am Nachmittag (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet, Anm. d. Red.). Schindler nennt den Wettbewerb über 500 Meter allerdings auch das Rennen um die goldene Himbeere: Denn im Gegensatz zu den 3000 Meter-Rennen ist es nicht unbedingt ihre beste Disziplin.

Im Scratch Race sah sie eher die Chance, noch eine Medaille zu gewinnen. Erst für dieses Wochenende sollte für Schindler Erholung und Entspannung angesagt sein, wie sie die berühmten Strände von Rio de Janeiro, etwa die Copacabana oder Ipanema, auch im Herbst auf der Südhalbkugel bieten können.

von Martina Farmbauer

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