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Mit Handicaps können die Panther umgehen. Trainer Martin Wild ist nach einem Leitersturz auch einarmig ein Vollblut-Handballer.

Handball

Panther-Plan: Wer bezahlt die 2. Bundesliga?

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Vor vier Jahren war die Aufstiegsmöglichkeit schon mal da. Damals scheiterte der Handball-Traum von der 2. Bundesliga am Geld. Das soll heuer anders werden.

Fürstenfeldbruck– Brucks TuS-Handballer hatten für 150 potenzielle Gönner ein Sponsoren-Event organisiert. Denn, so Trainer Martin Wild: „Momentan würde die Finanzierung noch nicht stehen.“ Er will eine ähnliche Situation wie vor vier Jahren vermeiden. „Es war unser zweites Jahr in der 3. Liga, wir waren noch nicht bereit.“ Wenn es nun nach dem Trainer geht, dessen Vertrag seit über zehn Jahren regelmäßig stillschweigend verlängert wird, wäre die Zukunft klar: „Ich habe so was von Bock auf 2. Liga.“

Was würde es kosten?

In der Saison 1991/92 war Bruck schon einmal Zweitligist. Damals hatte diese Klasse aber nicht den Stellenwert wie heute. Auch finanziell. 700 000 Euro sind das Minimum, was Zweitliga-Vereine momentan dafür aufbringen. Der TuS würde, so Manager Ben Gogger, mit 350 000 Euro auskommen – sofern der Verein auf teure Neuverpflichtungen verzichtet.

Wer steht dahinter?

An moralischer Unterstützung hapert es den Panthern nicht. Edelfan Dominik Klein – der Weltmeister von 2007 ist derzeit bei der Europameisterschaft als ARD-Experte aktiv – hat per Videobotschaft seine Grüße übermittelt. Verbunden mit Erfolgswünschen einiger Nationalspieler. Auch im Bayerischen Handball-Verband (BHV) ist man erpicht darauf, dass der TuS das Unmögliche möglich macht und mit einem der kleinsten Etats der 3. Liga aufsteigt. „In Südbayern sind wir nicht unbedingt gesegnet mit so tollem Handball, wie er in Fürstenfeldbruck gespielt wird“, sagte BHV-Präsident Georg Clarke beim Sponsoren-Event. „Wir lechzen alle nach hochklassigem Handball.“ Deshalb würde auch der Verband das Zweitliga-Projekt unterstützen.

Wie kommt das Geld rein?

Was der TuS in erster Linie braucht, ist Bares. Die Aktion Trikotsponsor läuft, was der Mannschaft ein kaltes Nacktbad im Pucher Meer eingebracht hat. Wetteinsatz eingelöst. Mehr als 160 Teilnehmer haben bislang mindestens 100 Euro gespendet, um ihren Namen auf dem künftigen Trikot klein gedruckt zu sehen. Bis zu 250 haben Platz darauf. Jens Reiche vom Hauptsponsor planR – ein Haustechnik-Unternehmen mit Sitz in Höhenkirchen im Münchner Süden – hat seine weitere Unterstützung zugesagt und will nun noch weitere Geldgeber dazu bewegen, beim TuS mit einzusteigen. Um Sponsoren anzulocken, hat sich beim TuS ein Projektteam mit den ehemaligen Spielern wie Stefan Lohde und Heiko Sasgen zusammen getan. „Wir müssen die Arbeit, die bislang wenige gemacht haben, auf viele Schultern verteilen“, sagt Sasgen. Die Finanzierung der 2. Bundesliga sei eine Mammutaufgabe.

Sind die Spieler bereit?

Die Spieler sind ohnehin bereit, die größeren Strapazen auf sich zu nehmen, die der Aufstieg mit sich brächte. Panther-Regisseur Falk Kolodziej kennt diese bereits aus seiner Zweitliga-Zeit in Saarlouis. „Es ist ein gewaltiger Unterschied“, sagt er. Es könnten Doppelspieltage an Freitag und Sonntag drohen. Auch an die weiten Auswärtsfahrten von einem Ende Deutschlands zum anderen müsse man sich erst gewöhnen. „Aber wenn man zum Beispiel beim Weihnachtsspiel in Hamburg vor 10 000 Zuschauern spielt, ist das einfach das große Los.“

Gibt es eine neue Halle?

Lange war es ruhig gewesen um die diskutierte gemeinsame Halle der Herrschinger Bundesliga-Volleyballer mit den Panthern. Doch wie Brucks Oberbürgermeister Erich Raff nun erklärte, wurde im Hintergrund fieberhaft gearbeitet. Die marode Wittelsbacher Halle ist laut Raff zwar Bundesliga-tauglich. Gleichwohl habe er sich im Vier- bis Fünf-Wochen-Turnus mit den Herrschinger Verantwortlichen zu Gesprächen getroffen, um eine neue Halle für 2500 bis 3000 Zuschauer zu besprechen, sagte der frühere TuS-Manager. Auch sei Kontakt zu möglichen Hallenbetreibern aufgenommen worden, die darin ein interessantes Objekt sehen würden. Das nächste Gespräch steht nun am 5. Februar auf der Agenda. Stand der Dinge? Raff: „Wir sind auf einem sehr guten Weg. Wenn alle mitziehen, steht die Halle bis 2022.“ Als Standort wurde bereits der Brucker Westen mit einem Areal an der Cerveteristraße gegenüber dem Baumarkt auserkoren.

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