Nicht obszön gemeint war das Siegerfoto, mit dem die Panther ihren nach einer Ellenbogen-Blesur in der Klinik genesenden Trainer grüßten.

Handball 3. Bundesliga

Der Panther-Traum - eine ellenlange Erfolgsstory

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Die Panther können auch ohne ihren Rudelführer gewinnen. Während sich Trainer Martin Wild im Krankenhaus von seiner gut verlaufenen Ellenbogen-Operation erholte, fegten Brucks TuS-Handballer in Oppenweiler die dortigen Hausherren mit 37:27 (17:13) regelrecht aus deren Halle und festigten die Tabellenführung in der 3. Bundesliga.

Fürstenfeldbruck – Auf ihrer Facebook-Seite feierten die Panther den neunten Sieg in Folge mit dem obligatorischen Kabinenfoto. Allerdings ein wenig anders als sonst. Während die Brucker meist mit erhobener Faust in die Kamera jubeln, halten sie sich diesmal zusätzlich den Ellbogen. Keine obzöne Geste, sondern eine Anspielung auf ihren Trainer. Der hatte sich dieses Körperteil ausgekugelt und weilte zum Zeitpunkt der Aufnahme im Münchner Klinikum Rechts der Isar statt in Oppenweiler.

Marco Müller, der Wild auf der Trainerbank vertrat, fand für die Leistung der Panther zwei Worte: „Erste Sahne.“ Allerdings war sich der TeamManager bei der Abfahrt noch nicht so recht sicher, dass die Partie im Stadtteil von Backnang so problemlos laufen würde. „Wir haben ein eingespieltes Team und es läuft. Aber ein Restgedanke bleibt.“ Und zwar der, wie es ohne Wild laufen wird. „Es war immerhin das erste Mal seit vier oder fünf Jahren, dass er nicht mit dabei war.“ Aber alle Sorgen waren unbegründet.

Obwohl die Panther nur mit zehn Mann starteten – Cedric Riesner kam etwas später direkt von einem Spiel seiner Allacher Jugend-Bundesligisten nach – übernahmen die Brucker gleich das Kommando. 1:1 und 3:3 – näher durfte Oppenweiler nie mehr an einen Punktgewinn hin schnuppern. Denn danach war der TuS-Sieg nur noch Formsache – und das, obwohl Wild vom Krankenbett aus noch ein „echtes Spitzenspiel“ erwartet hatte. Spitze waren am Ende aber nur seine Panther.

„Die Mannschaft hat eine große Emotionalität und großen Willen gezeigt“, sagt Müller. Vor allem die Abwehr mit Kapitän Korbinian Lex und Sebastian Meinzer kassierte ein Sonderlob: „Wahnsinn, da war kein Durchkommen für Oppenweiler.“ Lex fand darüber hinaus noch die Zeit, im Angriff sechs Tore einzustreuen. Bester Schütze war aber einer, der erst seit der Weihnachtspause wieder in der Halle steht: Yannick Engelmann schwang sich im erst zweiten Spiel nach seiner Verletzungspause mit sieben Toren zum treffsichersten Panther auf. Unterstützung erhielt er neben Lex auch von Benedikt Hack. Der Einsatz des Flügelspielers war vor dem Wochenende noch fraglich. Letztlich reichte es für sechs Treffer.

Der Kantersieg war dennoch letztlich ein Mannschaftserfolg. Das wird auch beim Blick auf die Torschützenliste deutlich: Bis auf den einmal nur knapp gescheiterten Gianni Huber trugen sich alle Brucker ein. Nachdem nun auch die Frage geklärt ist, ob die Panther auch mal ohne ihren Anführer bestehen können, steht für Müller fest: „Wenn wir so weiter spielen, sind wir in der 3. Liga von von niemanden mehr zu schlagen.“

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