Beim Germeringer Parsberg Cup: Turnier-Organisator Dominik Hirsch mit U14-Halbfinalistin Jeanne-Ardenne Taffo Simo
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Bälle, Bananen und Ergebnisse: Turnier-Organisator Dominik Hirsch (hier mit U14-Halbfinalistin Jeanne-Ardenne Taffo Simo) hatte alles im Griff.

Interview

Parsberg-Cup-Organisator Dominik Hirsch: „Kurzzeitig war ich mit den Nerven am Ende“

  • Thomas Benedikt
    vonThomas Benedikt
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Dominik Hirsch berichtet über die Schwierigkeiten, in Corona-Zeiten den Parsberg-Cup zu organisieren.

Germering – Dominik Hirsch ist ein alter Hase bei der Organisation von Tennis-Turnieren. Schon seit fünf Jahren ist der Vorsitzende des TC Kreuzlinger Forst für die Planung und Durchführung des Parsberg-Cups zuständig. Doch heuer war mit Corona alles anders. Wie es ihm dennoch gelang, ein Turnier für über 200 Spieler auf die Beine zu stellen erzählt der 32-Jährige im Tagblatt-Interview.

Herr Hirsch, wie froh sind Sie, dass der Parsberg-Cup jetzt vorüber ist?

Sehr. Montag und Dienstag hatte ich jeweils 14-Stunden-Tage. Am Montagabend war ich mit der Auslosung für die Nebenrunde erst gegen 22.45 Uhr fertig und auch am Dienstag bin ich von morgens bis 22 Uhr da gesessen. Das schlaucht schon. Aber es lohnt sich natürlich.

Normalerweise hat so ein Turnier eine lange Vorlaufzeit. Wegen der Corona-Pandemie stand aber lange nicht fest, ob der Parsberg-Cup überhaupt stattfinden kann.

Das war für uns auch nicht einfach. Ende Mai haben wir uns entscheiden, das Turnier durchzuziehen, wenn es die Corona-Regelungen irgendwie erlauben. Auch weil wir unserem Wirt, der von der Krise stark gebeutelt ist, etwas Gutes tun wollten. Von da an mussten wir ein Hygienekonzept erstellen, das ständig an die neuen Lockerungen angepasst wurde. Im Rückblick kann ich jetzt sagen, dass es die richtige Entscheidung war.

Hygienekonzept bereitete Kopfzerbrechen

Stichwort Hygienekonzept. War das das größte Problem, das Sie heuer lösen mussten?

Das größte Problem war eigentlich, dass wir keine Zuschauer zulassen durften. Das ist schade, weil auf den Plätzen wirklich herausragendes Tennis gezeigt wurde. Aber natürlich hat uns das Hygienekonzept am meisten Kopfzerbrechen bereitet.

Was genau?

Zuerst war da die Überlegung, ob es auf der gesamten Anlage eine Maskenpflicht geben sollte oder nicht. Wir haben uns letztlich dagegen entscheiden, weil es während des Punktspielbetriebs bei uns ohne Maskenpflicht auch sehr gut funktioniert hat. Nur in den Gastronomie- und Sanitärbereichen musste man einen Mund-Nase-Schutz tragen. Am schwierigsten war der Umgang mit den Duschen und Umkleiden. Die müssen regelmäßig gereinigt werden. Aber diese Möglichkeiten wollten wir den Teilnehmern unbedingt bieten. Darum hat sich dann dankenswerter Weise unser Wirt gekümmert.

Viele Spieler verbanden zwei Turniere in der region

Zum Parsberg-Cup kommen Spieler aus ganz Deutschland. Hat die Unterbringung reibungslos funktioniert?

Darum haben sich die Teilnehmer selbst gekümmert. Viele tingeln gerade von Turnier zu Turnier und sind mit dem Wohnwagen gekommen. Andere spielen direkt im Anschluss noch bei einem Wettbewerb in München mit und sind dann direkt in München untergekommen. Deswegen haben wir heuer eigentlich kaum Anfragen wegen Hotels bekommen.

Über 200 Spieler haben sich heuer für den Parsberg-Cup gemeldet. Ist so eine hohe Teilnehmerzahl derzeit Traum oder Albtraum?

Sowohl als auch. Es freut mich natürlich, dass das Turnier so gut angenommen wird und es spricht auch für die Arbeit, die wir über die vergangenen Jahre geleistet haben, dass Spieler aus ganz Deutschland zu uns kommen. Aber ich war mir lange nicht sicher, ob ich genügend Plätze für das Turnier finde. Zwei Wochen vor Turnierstart war ich kurzzeitig mit den Nerven am Ende, weil ich nicht wusste, ob ich genügend Plätze herbekomme. An dieser Stelle muss ich einen großen Dank an die Vereine aus Eichenau, Puchheim und Neuaubing aussprechen, die uns großartig unterstützt haben. Am Ende hat jetzt aber alles funktioniert und das klasse Tennis, das die Jugendlichen bieten, entschädigt für den großen Stress in der Vorbereitung.

Jeder war froh, dass überhaupt ein Turnier angeboten wird

Das klingt sehr positiv. Wie liefen dann die drei Turniertage?

Sehr erfreulich. Es hat eigentlich keine größeren Streitereien auf den Plätzen gegeben. Die Eltern waren alle sehr nett. Im Grunde waren alle einfach nur froh darüber, dass überhaupt ein Turnier stattfindet. Die allermeisten Teilnehmer kennen sich, sie sehen sich jedes Wochenende auf irgendeinem Wettkampf. Wenn das wie in der Corona-Krise wegfällt, fehlt einfach etwas.

Was war Ihr persönliches Turnier-Highlight?

Es ist natürlich immer schön, wenn jemand aus der Region gewinnt, so wie Alexandra Röhr (TC Puchheim) bei den U10 Mädchen. Aber das Schönste ist eigentlich, die Leute wieder zu sehen, die schon oft dabei waren und jedes Jahr wieder kommen. Viele von denen kenne ich, seit sie im Kleinfeld spielen. Das ist dann wie alte Freunde zu treffen.

Ist bei Ihnen nach den stressigen Turniertagen jetzt zumindest etwas Urlaub angesagt?

Leider nein. Am Donnerstag geht es für mich schon wieder in die Arbeit. Und am Samstag organisiere ich ein Kleinfeld-Turnier in Halbergmoos mit 30 Teilnehmern. Im September steht dann nochmal ein Leistungsklassen-Turnier bei uns beim Kreuzlinger Forst an. Danach ist die Tennis-Saison auch für mich beendet.

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