Willi und die „Trainingsgruppe Sonnenschein“ (v.l.): Natalie Geisenberger, Felix Loch, Gerhard „Willi“ Willmann, Tobias Wendl und Tobias Arlt.

Wintersport

Ein Estinger wird die Stimme der Rodel-WM

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Er wird die Stimme der WM, wenn vom 25. bis 27. Januar die deutschen Wintersport-Stars gegen den Rest der Rodel-Welt im Eiskanal im sauerländischen Winterberg um die Weltmeistertitel kämpft. Am Wochenende ist für Gerhard „Willi“ Willmann dort Generalprobe beim Bob-Weltcup. Daheim ist der Bahnsprecher seit zehn Jahren in Esting.

Esting Die von Rodel-Legende Schorsch Hackl inspirierte „Trainingsgruppe Sonnenschein“ mit den Olympiasiegern Natalie Geisenberger, Felix Loch und den beiden „Tobis“ (Tobias Wendl und Tobias Arlt) ist im Bob- und Rodel-Labyrinth am Königssee zuhause. Auch dort hat Willmann als Bahnsprecher das Sagen.

Gerhard Willmann ist in der Rodler- und Bobfahrer-Szene nurals „Willi“ bekannt.

Der gebürtige Münchner ist hauptberuflich beim Bayerischen Rundfunk beschäftigt und eher zufällig zu dem Wintersport-Job gekommen. „Ich war von heiliger Ahnungslosigkeit“, gesteht der 49-Jährige, der just während der WM in Winterberg seinen runden Geburtstag feiert. Doch mittlerweile ist er eine Eiskanal-Koryphäe. Was auch daran liegt, dass er von Schorsch den Ritterschlag als Rodel-Experte erhalten hat.

Die Aufgabe als Bahnsprecher hat viel mit Radio zu tun, erklärt der Rundfunk-Reporter seinen Nebenjob. „Die Zuschauer stehen meist im Zielbereich und sehen höchstens auf der Videowand, was sich in der Bahn abspielt.“

Doch natürlich wollen die Fans auch Hintergründe zu den Stars wissen, die sich da halsbrecherische in den Eiskanal stürzen. Weshalb „Willi“ Willmann, dessen richtigen Vornamen Gerhard kaum einer kennt, mit den Sport-Assen auf Du und Du ist. Sie haben ihm mittlerweile viel Vertrauen geschenkt, erzählen ihm Privates und eher Vertrauliches. Auch deshalb, „weil ich an der Bahn kein Journalist bin“. Weshalb er auch zur Hochzeit von Natalie Geisenberger eingeladen war. Im Prinzip sei er als Bahnsprecher so eine Art Hofberichterstatter. Entsprechend moderat („Das sagt schon das Wort Moderator“) kommentiert er das Renngeschehen.

Mittlerweile hat der Estinger zwei Rodel- und drei Bob-Weltmeisterschaften akustisch begleitet. „Meine Aufgabe ist es, die Sportler gut aussehen zu lassen.“ Hinzu kommen unzählige Weltcup-Veranstaltungen. Neben der Bahn am Königssee („Mein schönster Arbeitsplatz“) und in Winterberg („Das Beste zum Arbeiten“) ist Willmann auch in Thüringens Wintersport-Hochburg Oberhof („Der entspannteste Ort“) fest engagiert. Die Rennen werden zu einer Art Kurzurlaub genutzt, die stets gleichen Wohnquartiere sind schon seine zweite Heimat.

So richtig daheim ist der ehemalige Handballer (bei der damals noch in dieser Sportart aktiven TSG Pasing) seit zehn Jahren in Esting („Ich fühle mich hier sauwohl“). Dort lebt er mit seiner Frau, einem Sohn (7) und der beim SVE Volleyball spielenden Tochter (10). Sportlich aktiv ist Willmann jetzt höchstens noch auf dem Rad, wo es ihn meist zum Ausruhen an den Amperspitz zieht, und beim Badminton in Emmerings Amperpark. Seine Gattin betreibt eine PR-Agentur. In ihrer Künstlerkartei steht auch „Willi“, der neben seinen sportlichen Moderator-Ambitionen auch für Galas und Firmen-Events zu buchen ist. Doch sein großer Traum ist noch unerfüllt geblieben: „Einmal eine große Sommersport-Veranstaltung kommentieren.“

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