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Silvesterlauf in Pfaffenhofen: Brucker Landkreis-Athleten ärgern die Favoriten

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Seltenes Bild: In Pfaffenhofen gingen die Läufer gemeinsam auf die Strecke.
Seltenes Bild: In Pfaffenhofen gingen die Läufer gemeinsam auf die Strecke. © Horst Kramer

Beim Silvesterlauf in Pfaffenhofen/Glonn zeigten sich die Ausdauer-Spezialisten aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck von ihrer besten Seite.

Landkreis/Pfaffenhofen – Der Pfaffenhofener Silvesterlauf hatte dieses Mal Seltenheitswert. Er war eines der ganz wenigen Events, die in Präsenz stattfanden. Die Folge: Unter den rund 460 Teilnehmern waren zahlreiche Spitzensportler – auch viele aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck. Doch dem Favoriten konnten auch die besten Brucker Sportler nicht das Wasser reichen: Tobias Ulbrich (LG Region Landshut), bayerisches Meister über zehn Kilometer Straße.

Dass der 29-Minuten-Mann Ulbrich den Sieg über die zehn Kilometer praktisch schon mit dem Startschuss in der Tasche hatte, war klar. Tatsächlich hatte sich der Niederbayer schon nach 250 Metern abgesetzt. Doch dahinter wurde es spannend: Der 22-jährige Lukas Stahl (TG Viktoria Augsburg) versuchte sich als Verfolger, der 39-jährige Routinier René Manthee (LG Telis Finanz Regensburg) lauerte auf Schwächen der anderen. Etwa des Germeringers Jan Böttcher (LG Stadtwerke München). Und nicht zuletzt war da noch Fabian Schaffert (Tri Team FFB), der in Pfaffenhofen vor zwei Jahren Zweiter und vor drei Jahren Dritter geworden war.

Böttcher und Schaffert taten sich zusammen und hatten Stahl schon nach der kräftezehrenden 40-Höhenmeter-Steigung auf Kilometer vier eingefangen, Manthee war noch dicht hinter den beiden. Am Wendepunkt nach Kilometer fünf hatte sich das Feld sortiert. Tobias Ulbrich riss schon nach 31:31 Minuten das Zielband. Im Endspurt setzte sich Böttcher in 34:12 Minuten vor Schaffert in 34:18 Minuten durch. „Wären wir auf dem Radl unterwegs gewesen, hätte die Sache anders ausgeschaut“, scherzte der Triathlet.

Anja Kobs schafft es überraschend aufs Podest

Ähnlich klar schienen die Karten bei den Frauen verteilt: Magdalena Reichhold (TSV Wolnzach) und Kerstin Hirscher (LG Telis Finanz Regensburg) waren die klaren Favoritinnen. Für Platz drei gab es mit der Bayerischen Duathlonmeisterin Julia Stern (Tri Team FFB) und der Augsburgerin Katharina Rittel zwei Anwärterinnen. Der Titelverteidigerin Anja Kobs (TSV Alling) wurden Außenseiterchancen eingeräumt.

Doch es kam anders: Hirscher trat von Anfang an stark an, Reichhold hatte Mühe zu folgen – möglicherweise die Folge einer kürzlich überstandenen Erkältung. Platz drei schien für Stern sicher. Bis zur Steigung auf Kilometer acht. Kobs hatte zu diesem Zeitpunkt schon Rittel abgeschüttelt und griff Stern auf dem schwierigen Abschnitt mit seiner Höhendifferenz von 30 Metern an. Die Allingerin zog vorbei und nahm sogar noch Reichhold ins Visier.

Hirscher ging nach 35:07 Minuten durch das Ziel, Reichhold folgte in 38:19 Minuten vor Kobs in 38:29 Minuten. „Zwei Kilometer mehr und ich hätte Dich noch eingeholt“, sagte die 45-jährige mit einem Augenzwinkern zur 23 Jahre jüngeren Läuferin aus der Hallertau. „Kann schon sein“, antwortete Reichhold, der die Enttäuschung über die Niederlage anzumerken war. Auch Julia Stern wirkte nach 38:41 Minuten nicht glücklich. „Vielleicht bin ich zu schnell angegangen“, spekulierte die Tri-Team-Kämpferin.

Tri-Team Fürstenfeldbruck gewinnt die Teamwertung

Die Mannschaftswertung, die sich aus den Fünf-Kilometer-Zeiten zusammensetzt, entschied wieder einmal die Tri-Team-Crew (Fabian und seine Schwester Carolin Schaffert, Julia Stern und Sven Gosmann) deutlich für sich vor den LG Stadtwerken München und der TG Viktoria Augsburg. Die Einzelwertungen über fünf Kilometer gewannen Patrizia Buchner (Ippudo Running) in 16:53 Minuten vor Kilian Patrick (Tristar Regensburg) in 16:58 Minuten.

Stahl, Böttcher, Hirscher und auch Reichhold lobten später die Strecke, die Atmosphäre und die Organisation. Sie zeigten sich geneigt, auch dann in Pfaffenhofen wieder anzutreten, wenn die Silvesterrennen in München oder Gersthofen wieder stattfinden sollten. (Horst Kramer)

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