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Skurriles Kartenspiel am Netz

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Rote oder Gelbe Karten gehören für Fußballer zum Alltag. In Volleyballkreisen sind sie jedoch so selten, dass selbst im sonst allumfassenden Internet kaum vergleichbare Fotobeweise zu finden sind. Weshalb der jüngste Bayernliga-Spieltag für Estings Männer in dieser Hinsicht einmalig und auch kurios war. Doch der Reihe nach.

Esting/Fürstenfeldbruck –„Wir hätten auch 0:3 verlieren können“, erklärte Estings Trainer Christian Vetrovsky die 2:3 (24:26, 25:23, 27:25, 25:12, 15:11)-Niederlage in Friedberg und sprach von der schlechtesten Saisonleistung. Weshalb der laut Reglement nach fünf absolvierten Sätzen zustehende Mannschaftspunkt auch äußerst glücklich war. Denn „krasse Fehlentscheidungen der Schiedsrichter“ haben das erst möglich gemacht. Trotzdem echauffierte sich Vetrovsky: „Die beiden Referees waren der Gipfel.“ Und das offenbar schon vor dem Spiel.

Denn der für den SV Lohhof pfeifende Schiedsrichter Stefan Henke musste ebenso wie sein Kollege Florian Wühr erst einmal telefonisch in die Halle gerufen werden, weil sie den Spieltermin verschwitzt hatten. Ohne ein Wort der Entschuldigung sind sie laut Vetrovsky dann doch noch in der Halle aufgetaucht. Mit 20-minütiger Verspätung konnte die Begegnung beginnen – und sie verlief auch weiterhin denkwürdig.

Denn die Unparteiischen sorgten auch noch mit „skurrilen Entscheidungen“ für viel Aufregung und hitzigen Wortgefechten. Nach Abpfiff sah Vetrovsky deshalb noch die Gelb-Rote Karte. Die zieht laut den Volleyball-Statuten in der Regel eine Sperre von vier bis fünf Spielen nach sich. „Dagegen legen wir Einspruch ein. Mal sehen, ob ich nächste Woche auf der Bank sitzen darf.“ Auch Vetrovskys Friedberger Kollege hatte schon während der Begegnung die Gelbe Karte wegen übertriebenem Meckerns und unsportlichen Verhaltens kassiert. Diese Verwarnung, die in den Spielberichtsbogen eingetragen wird, hat keine weiteren Sanktionen zur Folge. Auch ein Friedberger Spieler, der nach einer Gelb-Roten Karte für den laufenden Satz das Spielfeld verlassen musste, durfte danach wieder eingesetzt werden. „Ich spiele jetzt über 35 Jahre Volleyball, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt“, so Vetrovsky. Eine vom Tagblatt gestellte Anfrage zu einer Stellungnahme ließ der Lohhofer Schiedsrichter unbeantwortet.

Ganz andere Sorgen haben Brucks TuS-Volleyballer. Sie hatten zuletzt die Tabellenführer vom ASV Dachau in der Viscardi-Halle zu Gast. Nach dem klaren 0:3 (12:25, 22:25, 19:25) rutschen die Kreisstädter im tiefer in den Abstiegsstrudel.

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