Schon mit acht Jahren begann Mario Häusls Interesse am Motorsport. Der Besuch eines Speedway-Rennens in Olching hat seine Begeisterung geweckt. Seitdem sitzt er selbst regelmäßig auf der Maschine.
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Schon mit acht Jahren begann Mario Häusls Interesse am Motorsport. Der Besuch eines Speedway-Rennens in Olching hat seine Begeisterung geweckt. Seitdem sitzt er selbst regelmäßig auf der Maschine.

Serie: Bühne frei für den Nachwuchs

In Olching packte ihn das Speedway-Fieber: Mario Häusl kämpft schon als 14-Jähriger um internationale Titel

  • VonDieter Metzler
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Er ist eines der größten Motorsport-Talente Deutschlands. Mit nur 14 Jahren fährt der Emmeringer Mario Häusl schon um internationale Titel im Speedway.

Emmering – Man kann es sich kaum vorstellen, dass sich der 14-jährige Mario Häusl aus Emmering auf eine dieser knatternden Höllenmaschinen setzt und mit Tempo 80 über eine Sandbahn brettert. Dass der eher schmächtige, weil noch mitten in der Wachstumsphase steckende Bursche, jedoch unerschrocken und gekonnt seine Runden dreht, hat der Mittelschüler trotz seines jugendlichen Alters schon mehr als einmal unter Beweis gestellt.

Erst im vergangenen Jahr wurde er bei den Europameisterschaften in Pilsen in der Klasse bis 125 ccm Achter und damit bester Deutscher. Und bereits ein Jahr davor machte das Ausnahmetalent auf sich aufmerksam, als er mit zwölf Jahren an der Deutschen Meisterschaft in Herxheim sensationell einen achten Platz erfuhr.

Mit acht Jahren besuchte Mario Häusl ein Speedway-Rennen in Olching

Seine Herkunft ist Mario Häusl sehr wichtig. Deshalb trägt er auch die Flagge der Seychellen – die Heimat seiner Mutter – auf seiner Motorradkluft.

Bereits im zarten Alter von acht Jahren hat sich Mario mit dem Motorrad-Gen infiziert. Nach einem Speedway-Besuch in Olching wünschte er sich zum Geburtstag ein Moto-Cross-Training. Im Bayerischen Wald setzte er sich erstmals auf eine Maschine, natürlich unter professioneller Aufsicht. Ab da war die Leidenschaft bei Mario geweckt. Es folgten diverse Schnupperkurse im Freisinger Raum. Und schon wurden die Motorsportclubs auf das Emmeringer Talent aufmerksam. Doch Mario blieb heimattreu und schloss sich dem MSC Olching an, der eine Speedway-Jugendgruppe hatte. „Du kannst gleich da bleiben“, hieß es nach einem Probetraining auf einer umgebauten Cross-Maschine.

Nach dem Erfolg in Pilsen erhielt Mario ein Angebot vom MSC Berghaupten im Schwarzwald, für die Mannschaft der „Black Forest Eagles“ zu fahren. Der MSC Olching hatte kein Problem, Mario für zwei Jahre auszuleihen. Und so stehen bei dem Emmeringer Talent heuer noch zahlreiche Rennen auf dem Programm: Neben dem ADAC-Bayern-Cup, den Süddeutschen- und Norddeutschen Bahnmeisterschaften, auch noch die Rennen um den Team-Cup.

Zwar kann Mario auf der Olchinger Bahn trainieren, aber seit zwei Jahren erhält das Talent den Feinschliff vom ehemaligen Speedway-Profi Meik Lüders vom MC Norden. Lüders hält große Stücke auf Mario und macht mit ihm ein spezielles Training. „In jeden Ferien fahren wir für drei, vier Tage nach Norden“, erzählt Franz Häusl, Marios Papa.

Überhaupt investieren die Eltern von Mario, Franz und Fabiola Häusl, viel Zeit, Geld und Urlaub für das Hobby ihres jüngsten Sohnes. „Wir stehen beide voll und ganz dahinter, üben aber auch keinen Druck auf unseren Sohn aus“, versichert Papa Häusl und fügt lachend hinzu. „Ich bin Manager, Mechaniker und Supporter in einem.“ Mama Fabiola hält die Auftritte ihres Sprösslings ganz entspannt in Bild und Ton fest. „Ich bin cooler während der Rennen“, versichert sie. „Aufgeregter ist da mehr mein Mann.“ Auch die Schule unterstützt Mario. „Die Schulbefreiung ist zum Glück kein Thema“, sagt Franz Häusl.

Tausende Reise-Kilometer auf dem Weg zu den Rennen

Und so brach die gesamte Familie vor gut einer Woche mit dem Wohnmobil ins über 1000 Kilometer entfernte Torun in Polen zum nächsten Event auf: den Europameisterschaften (siehe Kasten). Und schon eine Woche später geht’s erneut auf Reisen zur Weltmeisterschaft ins 650 Kilometer entfernte Cloppenburg.

„Mein Ziel ist es, bei der EM und auch WM bis ins Finale zu kommen“, fiebert Mario Häusl den Saison-Höhepunkten entgegen. „Es ist aber auch nicht schlimm, wenn ich es nicht schaffe. Für mich ist es schon erst einmal ein Erfolg, bei beiden Meisterschaften bis ins Semifinale vorgestoßen zu sein“, sagt Mario.

Motorschaden vereitelt Finaleinzug bei der Europameisterschaft

Die Enttäuschung war groß bei Mario Häusl, und es flossen auch ein paar Tränen in der Box. Dabei lief es für den 14-jährigen Emmeringer bei der Speedway-EM in Torun/Polen zunächst optimal. Das Ziel, ins Finale vorzustoßen war nach vier Semifinal-Rennen Rennen zum Greifen nahe. Nach zwei zweiten Plätzen, einem vierten und einem ersten Platz war Mario mit sieben Punkten super dabei, um sich für das große Finale zu qualifizieren. Dann folgte das fünfte und letzte Rennen. Da hatte der Emmeringer einen sicheren zweiten Platz bis zur finalen Zielkurve inne. Dann geschah es: Motorschaden, er fiel aus.

Mit den schon fast sicheren weiteren zwei Punkten hätte das Talent mit insgesamt neun Punkten Platz fünf im Semifinale erreicht und hätte sich damit sicher für das Finale qualifiziert. Somit blieb es aber bei den sieben Punkten. Da es aber vier Fahrer mit sieben Punkten gab, musste ein Stechen um die beiden letzten Plätze für das Finale gefahren werden. Doch zu diesem Entscheidungslauf konnte der 14-Jährige gar nicht erst antreten. Seine Maschine war nicht mehr flott zu bekommen.

Am kommenden Wochenende will der junge Emmeringer sein Missgeschick vergessen machen und einen neuen Versuch bei der WM in Cloppenburg unternehmen. Auf der Fahrt dorthin erhält Mario einen neu gewarteten Motor, den die Familie in der Nähe von Bielefeld abholt.

Mit seinen 14 Jahren zählt Mario dort zu den jüngsten Teilnehmern. „Das ist kein Teamwettbewerb“, klärt er auf, „hier fährt jeder für sich.“ Natürlich träumt Mario auch davon, eines Tages mal Profi zu werden. „Es ist ein Sport, der mir sehr viel Spaß macht. Wenn ich trainiere oder auch Rennen fahre, konzentriere ich mich voll auf das Training oder Rennen. Eines Tages möchte ich in der höchsten Klasse, dem Grand-Prix, mitfahren.“

Klappt es nicht mit der Profi-Laufbahn, geht sein Berufswunsch in Richtung Mechatroniker. Seine Begeisterung für den Motorsport schimmert auch hier durch. Ein Praktikum in einem Münchner Autohaus hat er bereits absolviert.

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